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Favoritin gewinnt sieben Billboard Music Awards

Komponist von «Blade Runner»: Vangelis gestorben

Der griechische Komponist Vangelis während einer Medienkonferenz 2001 in Athen.

Simela Pantzartzi / EPA

(pd) Der griechische Komponist Vangelis ist tot. Vangelis gilt als einer der Pioniere der elektronischen Musik. Weltweite Berühmtheit erlangte er in den 1980er Jahren mit seinen Kompositionen für den Film «Chariots of Fire» («Die Stunde des Siegers»), die ihm einen Oscar einbrachte. Vangelis schrieb auch die Musik für «Blade Runner» oder «Conquest of Paradise» sowie für viele Dokumentarfilme von Jacques Cousteau.

Vangelis, mit bürgerlichem Namen Evangelos Odysseas Papathanassiou, starb am Dienstag (17. 5.) im Alter von 79 Jahren, wie eine griechische Nachrichtenagentur unter Berufung auf seinen Anwalt meldete. Der Künstler, der seit den 1960er in Frankreich lebte, wurde dort seit Wochen wegen einer Covid-19-Erkrankung in einem Krankenhaus behandelt.

Gender-Klage gegen Zeitschrift erfolgreich

(pd) Der Bonner Verlag Manager Seminare muss die ungegenderte Version eines von ihm veröffentlichten Textes wiederherstellen. Mit diesem Vergleich endete am Mittwoch (18. 5.) ein Verfahren vor dem Landgericht Hamburg. Das Gericht folgte mit dem Vergleich einem Vorschlag der Klägerin Sabine Mertens, die sich gegen nachträgliche Eingriffe in ihren Originaltext gewehrt hatte. Die betreffenden Stellen sollen im Online-Angebot des Verlages in den Originalzustand zurückversetzt werden.

Die Verlagszeitschrift «Training aktuell» hatte in einem Text von Mertens, die beim Verein Deutsche Sprache (VDS) die AG Gendersprache leitet, aus dem Wort «Zeichner» (im Sinne von «jemand der mit Stift und Papier zeichnet oder gezeichnet hat») eine «zeichnende Person» gemacht. Mertens hatte den Verlag nach eigener Aussage mehrfach darauf hingewiesen, keine Änderungen zugunsten des Genderns zulassen zu wollen. Trotz der Zusage, den Artikel in der eingereichten Form abzudrucken, hatte der Verlag nach der Freigabe durch die Autorin noch «gendergerechte» Änderungen vorgenommen.

«Von der Redaktion eines Magazins, das sich mit Weiterbildung und Lernen beschäftigt, erwarte ich mehr Respekt für die Freiheit des Autors», so Mertens. «Das ist ein Erfolg auf ganzer Linie», sagt der Vorsitzende des VDS, Walter Krämer, «es zahlt sich aus, gegen die ideologisch getriebene Gendersprache vorzugehen und sich nicht kleinkriegen zu lassen.» Der VDS hatte die Klage gegen die Zeitschrift unterstützt.

Tschechischer Schauspieler Josef Abrhám mit 82 gestorben

Josef Abrhám beim Begräbnis seiner Gattin Libuše Šafránková am 25. Juni 2021.

Josef Abrhám beim Begräbnis seiner Gattin Libuše Šafránková am 25. Juni 2021.

Katerina Sulova / www.imago-images.de

(dpa) Der tschechische Schauspieler Josef Abrhám ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren, wie die Nachrichtenagentur CTK am Dienstag mitteilte. Dem deutschen Fernsehpublikum wurde er durch seine Rolle als junger Arzt in der tschechoslowakischen Serie «Das Krankenhaus am Rande der Stadt» bekannt. Von 1976 bis zu ihrem Tod im Juni vorigen Jahres war Abrhám mit der Schauspielerin Libuše Šafránková verheiratet, die mit der Hauptrolle in dem Märchenfilm «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» zum Star wurde.

Abrhám spielte sowohl ernste als auch humorvolle Rollen. In Filmen verkörperte er unter anderem den «Schwejk»-Autor Jaroslav Hasek und den Schriftsteller Karel Capek («Der Krieg mit den Molchen»). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, darunter den tschechischen Theaterpreis Thalie.

Der am 14. Dezember 1939 in Zlin geborene Abrhám war jahrzehntelang auf der Prager Theaterbühne «Cinoherni klub» zu sehen. Dort lerne er auch seine spätere Frau kennen. Ihm soll imponiert haben, dass Libuše Šafránková bei der Probe keine Fehler machte. «Er war zwar 13 Jahre älter als ich, aber sehr sympathisch», sagte sie einmal in einem Interview.

Cellist Yo-Yo Ma erhält hoch dotierten Birgit-Nilsson-Preis

(dpa) Der amerikanische Cellist Yo-Yo Ma bekommt in diesem Jahr den Birgit-Nilsson-Preis, eine der höchstdotierten Auszeichnungen für klassische Musik. «Durch seine Meisterschaft, seine Leidenschaft und seine Hingabe an die Musik hilft uns Yo-Yo Ma, eine stärkere Gesellschaft und eine bessere Zukunft zu erdenken und zu bauen», begründete die Präsidentin der Birgit-Nilsson-Stiftung, Susanne Rydén, die Entscheidung der Jury am Dienstag in einer Pressemitteilung.

«Es ist mir eine grosse Ehre, diese Auszeichnung entgegenzunehmen und meinerseits einen kleinen Beitrag zum Vermächtnis eines grossen musikalischen Vorbildes zu leisten», kommentierte Yo-Yo Ma die Ehrung mit Blick auf die weltberühmte schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson (1918-2005), nach der der mit einer Million Dollar (rund 956 000 Euro) dotierte Preis benannt ist.

Die Auszeichnung wird seit 2009 alle drei bis vier Jahre vergeben. Den ersten Preisträger, den spanischen Tenor Plácido Domingo, hatte Nilsson noch selbst ausgesucht. Seitdem bestimmt der Vorstand der Birgit-Nilsson-Stiftung die Preisträger auf Grundlage der Vorschläge eines internationalen Expertengremiums. 2011 ging der Preis an den italienischen Dirigenten Riccardo Muti, 2014 an die Wiener Philharmoniker und 2018 an die schwedische Sopranistin Nina Stemme.

Der schwedische König Carl XVI. überreicht den diesjährigen Birgit-Nilsson-Preis am 18. Oktober im Stockholmer Konzerthaus.

Olivia Rodrigo gewinnt sieben Billboard Music Awards

Olivia Rodrigo bei einem Konzert in Atlanta.

Olivia Rodrigo bei einem Konzert in Atlanta.

Paul R. Giunta / AP

(dpa) Singer-Songwriterin Olivia Rodrigo ist die grosse Gewinnerin der diesjährigen Billboard Music Awards. Die 19-jährige amerikanische Sängerin holte in der Nacht zu Montag sieben Auszeichnungen, unter anderem als «Top New Artist» und «Top Female Artist». Nominiert war die Nachwuchsmusikerin in 13 Sparten. Rapper Kanye West gewann sechs Auszeichnungen, sein kanadischer Kollege Drake insgesamt fünf. Drake wurde unter anderem «Top Artist» und «Top Male Artist». Der australische Rapper The Kid Laroi und der kanadische Sänger Justin Bieber erhielten für ihren Song «Stay» fünf Trophäen.

Die Billboard Music Awards werden seit 1990 jährlich von dem gleichnamigen Fachmagazin verliehen, sie basieren grösstenteils auf Chartplatzierungen. Auch US-Superstar Taylor Swift, Favoritin Doja Cat (26, 14 Nominierungen) und die südkoreanische Boygroup BTS gewannen in Las Vegas in diesem Jahr mehrere Preise. Der kanadische R&B-Star The Weeknd, der im vergangenen Jahr 10 Trophäen abgeräumt und in diesem Jahr als Favorit 17 Gewinnchancen hatte, konnte gerade lediglich einen Preis ergattern. Insgesamt wurden in Las Vegas Preise in über 60 Kategorien vergeben.

Moderator war Rapper Sean «Diddy» Combs. Auf der Bühne stand unter anderem Travis Scott, der seinen ersten TV-Auftritt seit dem Unglück auf dem Astroworld-Festival in Houston mit zehn Toten. Während eines Auftritts des Rappers war es am Abend des 5. November 2021 im dichten Gedränge vor der Bühne zu einer Panik gekommen, Hunderte wurden verletzt.

Nach dem Rücktritt von Deniz Yücel: Josef Haslinger zum Pen-Übergangspräsidenten gewählt

Der Journalist Deniz Yücel ist nach einem überstandenen Abwahlantrag als Pen-Präsident zurückgetreten.

Der Journalist Deniz Yücel ist nach einem überstandenen Abwahlantrag als Pen-Präsident zurückgetreten.

Horst Galuschka / Imago

(dpa) Der Schriftsteller Josef Haslinger wird übergangsweise als Präsident das deutsche Pen-Zentrum führen. Der 66-Jährige wurde am Samstag (14. 5.) auf der Mitgliederversammlung in Gotha mit grosser Mehrheit interimsmässig an die Spitze der Schriftstellervereinigung gewählt. Er soll bis zur Neuwahl der Führungsriege auf einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung in einigen Monaten die Schriftstellervereinigung führen. Haslinger war bereits einmal von 2013 bis 2017 Pen-Präsident. Er wolle den Neustart vorbereiten, sagte Haslinger.

Die Wahl eines Übergangsvorstands war notwendig geworden, nachdem in Gotha das komplette, erst im Oktober gewählte Präsidium zurückgetreten war. Zunächst hatte am Freitag der Journalist Deniz Yücel nach nur knapp überstandenen Abwahlanträgen überraschend seinen Rücktritt erklärt. Hintergrund war ein interner Machtkampf. Bei den Querelen ging es im Kern um den Führungsstil, Mobbingvorwürfe und den Umgangston.

«Ich möchte nicht Präsident dieser Bratwurstbude sein», sagte Yücel am Freitag bei der Mitgliederversammlung in Gotha. Zugleich erklärte Yücel seinen Austritt aus der Schriftstellervereinigung. Der 48-Jährige hatte sich schon zum Auftakt des Treffens mit Buh-Rufen und Beleidigungen konfrontiert gesehen.

Vor seinem Rücktritt war ein Antrag auf Abberufung Yücels mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Von 161 abgegebenen gültigen Stimmen votierten 75 gegen die Abberufung, 73 dafür. Der 48-jährige Yücel war erst im vergangenen Oktober an die Spitze des Pen-Zentrums gerückt. Zu den Streitigkeiten innerhalb des Präsidiums sagte Yücel in Gotha: «Ich habe es nicht nötig – take it or leave it, Pen.»

Der Führungsstil der Spitzenriege hatte zu heftigem Streit und Verwerfungen in der Schriftstellervereinigung geführt. Der in Gotha gestellte Abwahlantrag gegen den Pen-Präsidenten war ein Novum in der jüngeren Geschichte der Vereinigung.

Nach dem Gothaer Beben steht die Schriftstellervereinigung nun vor einem Scherbenhaufen. Über den Showdown auf der Mitgliederversammlung des deutschen Pen-Zentrums zeigten sich viele Mitglieder entsetzt. Als beschämend, unwürdig und schäbig empfanden sie die Grabenkämpfe zwischen Yücel-Kritikern und Unterstützern. Zugleich wurden aus den Pen-Reihen Forderungen nach Erneuerung und Verjüngung des Vereins laut. In der Aussprache am Samstag war von «toxischer Männlichkeit» und «einer Riege alter westdeutscher Herren» die Rede, die persönliche Eitelkeiten vor die politische Wirksamkeit des Vereins stellten. Einige Pen-Mitglieder dachten laut über einen Austritt nach.

Die Schriftstellerin Julia Franck sprach von einem «Höllenspektakel» in Gotha und Gefechten, an denen sie sich nicht beteiligen wolle. Ihre Kollegin Thea Dorn sagte, für sie mache ein Verbleib im Pen nur Sinn, wenn sich die Vereinigung radikal neu aufstelle. Pen-Mitglied Herbert Wiesner mahnte: «Wir brauchen einen Neuanfang mit jüngeren Leuten nach diesem Desaster, wir steuern ins Nirwana.»

Der Streit offenbarte nicht nur ein tiefes Zerwürfnis, sondern auch ein Ringen um die Ausrichtung von Pen. Yücel sprach nach seinem Rücktritt von einer Diskrepanz zwischen der Pen-Vergangenheit mit grossen Namen und der Gegenwart, in der «Selbstdarsteller und Wichtigtuer» den Verein als Bühne missbrauchten und für die verfolgte Autoren nur Beiwerk seien. Mit den teils öffentlich ausgetragen Streitereien der vergangenen Monate hat Pen an Sichtbarkeit gewonnen, an Ansehen wohl aber nicht. Einigkeit herrschte in Gotha nur in einem Punkt: Es gibt nur Verlierer.

Rücktrittsforderung an Deniz Yücel: Das deutsche Pen-Zentrum liegt mit sich selbst im Clinch – und endlich schaut mal jemand zu

Passionsspiele in Oberammergau beginnen mit zwei Jahren Corona-Verspätung – und mit viel Prominenz

Foto- und Filmprobe zu den Passionsspielen von Oberammergau 2022, die ab dem 14. Mai stattfinden.

Foto- und Filmprobe zu den Passionsspielen von Oberammergau 2022, die ab dem 14. Mai stattfinden.

Imago/Oryk Haist / www.imago-images.de

(dpa) In dem oberbayrischen 5200-Seelen-Dorf Oberammergau startet am Samstagnachmittag ein in dieser Form einzigartiges Schauspiel: Mit Corona-bedingt zweijähriger Verspätung beginnen die Passionsspiele. Normalerweise alle zehn Jahre zeigt der Ort, einem Pestgelübde aus dem Jahr 1633 folgend, «das Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus». Diesmal dauerte die Wartezeit wegen der Pandemie zwölf Jahre.

Zur Eröffnung halten der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx und der evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst.

Bei der Premiere werden prominente Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft erwartet. Unter ihnen sind Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der Apostolische Nuntius Nikola Eterovic, der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und seine Vorgängerin in dem Amt, Charlotte Knobloch.

Es wird eine Premiere in bewährter Besetzung: Jesus und Maria, Maria Magdalena, der Hohepriester Annas und der Jesus-Anhänger Josef von Arimathäa – sie alle werden von Schauspielern dargestellt, die diese Rollen schon 2010 innehatten. Den Jesus gibt Frederik Mayet, der auch Pressesprecher der Passionsspiele ist. Als Maria steht erneut Maria Hecht auf der Bühne. Insgesamt wirken rund 2100 Einheimische mit, mehr als ein Drittel der 5200 Einwohner des Dorfes. Spielen darf, wer im Ort geboren ist oder seit 20 Jahren dort lebt.

Wegen der Pandemie hatte Spielleiter Christian Stückl die Passion um zwei Jahre verschoben. Der 60-Jährige, der das Stück zum vierten Mal inszeniert, hat es modernisiert und von antisemitischen Tendenzen befreit. Er lässt Jesus Hebräisch sprechen – und macht klar: Christus war gläubiger Jude, der Konflikt um ihn war ein innerjüdischer. Auch dieses Mal hat Stückl den Text verändert, wenngleich nicht so stark wie 2010.

Dem Spielleiter geht es um eine Botschaft: «Wir haben früher die Leidensgeschichte von Jesus erzählt. Aber ganz wichtig ist die Lebensgeschichte. Was wollte er in seinem Leben – und für was ist er ans Kreuz geschlagen worden?» Die Kluft zwischen Arm und Reich, Flucht, Vertreibung und Krieg sind für ihn zentrale Themen.

Die Textbücher sind auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch zu haben. Bis zu 450 000 Zuschauer werden zu den Vorstellungen erwartet. Bisher sind 75 Prozent der Tickets verkauft.

Mit 4400 Sitzplätzen ist das Passionstheater laut Gemeinde die grösste Freiluftbühne mit überdachtem Zuschauerraum der Welt. Für die Premiere liegen 4000 Decken bereit. Vor allem am Abend kann es empfindlich kalt werden.

Die spanische Opernsängerin Teresa Berganza ist gestorben

Teresa Berganza in einer Aufnahme von 2013.

Teresa Berganza in einer Aufnahme von 2013.

Alberto Aja / EPA

wdh. · Die Mezzosopranistin Teresa Berganza ist im Alter von 89 Jahren gestorben, wie Berganzas Familie auf dem Facebook-Account der berühmten Sängerin und das spanische Kulturministerium bestätigten. Berganza wurde 1935 in Madrid geboren und sang im Laufe ihrer grossen Karriere auf allen bedeutenden Bühnen, unter anderem an der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, am Royal Opera House Covent Garden London und an der New Yorker Met. Am Opernhaus Zürich war sie 1979 an der Seite von José Carreras als Charlotte in denkwürdigen Aufführungen von Massenets «Werther» zu erleben. Im selben Jahr verkörperte sie die Zerlina in Joseph Loseys bekannter Verfilmung des «Don Giovanni».

Der internationale Durchbruch als Opernsängerin gelang Berganza 1957 beim Festival von Aix-en-Provence in der Rolle der Dorabella in Mozarts «Così fan tutte», zwei Jahre nach ihrem Konzertdebüt in Madrid. 1958 stand sie mit 23 Jahren in Dallas neben Maria Callas in Cherubinis Oper «Medea» auf der Bühne: «Sie war die künstlerischste und professionellste Frau, die ich je getroffen habe. Sie hat mich immer wie eine kleine Schwester behandelt, mit Sorgfalt und Bewunderung», erzählte Berganza in einem Interview.

1959 trat sie als Rosina in Rossinis «Barbier von Sevilla» in London auf – diese Partie sollte eine ihrer Paraderollen werden. Sie sang sie unter anderem auch in Zürich. Weitere Schlüsselrollen ihrer Laufbahn waren der Cherubino in «Le nozze di Figaro», mit dem sie 1967 ihren Einstand an der Met gab, sowie die Titelpartie in Georges Bizets «Carmen». Mit ihr trat sie unter der Leitung von Claudio Abbado unter anderem am Festival von Edinburg 1977 auf und spielte ihr charakteristisches Rollenporträt gemeinsam mit Abbado auch auf Platte ein. Diese Aufnahme wurde mit ihrer kammermusikalischen Eleganz und dem Verzicht auf alles vordergründig Folkloristische stilprägend für viele Interpretinnen der Carmen bis heute; Berganzas Lesart war aber anfangs gerade wegen des Bruchs mit den populären Rollenklischees durchaus umstritten.

Berganza pflegte ein vergleichsweise überschaubares Repertoire mit weiteren Belcanto-Rollen von Rossini – darunter die Angelina in «La Cenerentola» – und den lyrischen Sopran- und Mezzo-Partien von Mozart im Zentrum. In ihnen wollte sie nach eigenem Bekunden «die Beste» sein – zugleich erklärte sie mit der Beschränkung auf klug ausgewählte Rollen die lange Dauer ihrer Karriere. Erst 2008 nahm sie offiziell ihren Abschied von der Bühne. Sie habe 55 Jahre lang gesungen und sich dabei vom Publikum immer sehr geliebt gefühlt, denn: «Ich habe nie für mich selbst gesungen, ich habe es immer für andere getan.» Am Freitag (13. 5.) ist Teresa Berganza in San Lorenzo de El Escorial bei Madrid gestorben.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez schrieb auf Twitter, «die Stimme, die Eleganz und die Kunst» von Berganza würden die Spanier «immer begleiten». In ihrer Heimat erhielt sie unter anderem den Prinz-von-Asturien-Preis 1991 und wurde 1994 als erste Frau zum Mitglied der Königlichen Akademie der Künste gewählt. 1992 sang Teresa Berganza auch bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Barcelona.

Der Schweizer Grand Prix Musik 2022 geht an Yello

Dieter Meier und Boris Blank haben gut lachen: Sie haben den Swiss Music Grand Prix 2022 gewonnen.

Dieter Meier und Boris Blank haben gut lachen: Sie haben den Swiss Music Grand Prix 2022 gewonnen.

Alexandra Wey / Keystone

ubs. Die Zürcher Formation Yello gewinnt den mit 100 000 Franken dotierten Schweizer Grand Prix Musik 2022. Das Bundesamt für Kultur hat den Preis auf Empfehlung der Eidgenössischen Musik-Jury an Dieter Meier und Boris Blank verliehen. Sie zeichneten sich durch ihre künstlerische Originalität und den Einfluss auf die Entwicklung elektronischer Pop-Musik aus, heisst es in einer Meldung des Bundesamtes für Kultur.

Yello wurde Ende der 1970er Jahre als Trio in Zürich gegründet und definierte sich ab dem 4. Album rund um das Duo Boris Blank und Dieter Meier neu. Die Zürcher Formation produzierte insgesamt 14 Studioalben, für die Boris Blank jeweils die Musik komponierte, während Dieter Meier die Texte verfasste. Letzterer ist auch die Stimme der Gruppe und setzt die visuellen Konzepte um. Yello schrieb Musikgeschichte mit Samples und synthetischen Sounds. Stücke wie «The Race» und «Oh Yeah» wurden zu internationalen Hits.

Gewinner eines mit 40 000 Franken dotierten Schweizer Musikpreises sind 2022 folgende Musikerinnen und Musiker: das Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp (Genf), der Klangforscher und Theatermusiker Daniel Ott (Grub AR), der Techno- und House-Produzent Ripperton (Lausanne), die Mezzosopranistin Marina Viotti (Lausanne), die Pianistin Simone Keller (Weinfelden TG), der Schlagzeuger, Komponist und Elektronik-Künstler Arthur Hnatek (Genf), der Schlagzeuger und Performer Fritz Hauser (Basel). – Die Preisverleihung findet am 16. September 2022 in Pully in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset statt.

Dieses Jahr werden die Schweizer Musikpreise erstmals durch drei mit 25 000 Franken dotierte Sonderpreise ergänzt, die für Institutionen und Persönlichkeiten bestimmt sind, die einen Beitrag zur Positionierung der Musik in der Schweiz, zur Förderung des musikalischen Schaffens und zur Pflege des musikalischen Erbes leisten. Die Sonderpreise Musik 2022 gehen an die Association pour l’encouragement de la Musique impRovisée (AMR) in Genf, an die Musiksammlung Hanny Christen (Mülirad-Verlag, Editionen Liestal und Altdorf) sowie an Daniel «Duex» Fontana, Programmgestalter des Festivals Bad Bonn in Guin (FR).

Bregenzer Intendantin übernimmt Berliner Lindenoper

Vom Bodensee nach Berlin: Elisabeth Sobotka.

Vom Bodensee nach Berlin: Elisabeth Sobotka.

Anja Köhler /Bregenzer Festspiele

wdh. · Elisabeth Sobotka, die Intendantin der Bregenzer Festspiele, übernimmt im Herbst 2024 die Leitung der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Sie wird Nachfolgerin von Matthias Schulz, der von Berlin in die Schweiz wechselt und von 2025 an das Opernhaus Zürich leiten wird. Sobotka stammt aus Wien und verantwortet das Sommerfestival am Bodensee seit 2015. Zuvor war die Kulturmanagerin Intendantin der Oper Graz.

Ihren Vertrag mit den Bregenzer Festspielen werde Sobotka vereinbarungsgemäss bis zum Ende der Laufzeit nach dem Sommer 2024 erfüllen, teilten die Festspiele mit. In diesem und im kommenden Jahr steht auf der Seebühne eine Neuinszenierung von Giacomo Puccinis Oper «Madama Butterfly» auf dem Spielplan; die Regie führt Zürichs amtierender Opernhaus-Intendant Andreas Homoki. In den Sommern 2024 und 2025 soll in Bregenz als letzte Neuproduktion unter der Ägide von Sobotka Carl Maria von Webers «Freischütz» in der Regie von Philipp Stölzl folgen.

Die Berliner Lindenoper ist für Elisabeth Sobotka kein neues Arbeitsfeld. Sie agierte dort nach Stationen an der Oper Leipzig und der Wiener Staatsoper bereits zwischen 2002 und 2007 als Operndirektorin. Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) nannte Sobotka denn auch «eine überaus kompetente, international erfahrene und leidenschaftliche Kulturmanagerin, die mit der Staatsoper Unter den Linden seit langem verbunden ist».

In Berlin wird sie an der Seite von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim arbeiten, der ihre Zeit als Operndirektorin als «beglückende und fruchtbare Zusammenarbeit» bezeichnete. Sobotka brenne für die Oper und die Musik und sei als Intendantin «ein Glücksfall für die Staatsoper». Zu den Herausforderungen für Sobotka wird allerdings auch gehören, neben dem in Berlins Kulturszene übermächtigen Barenboim Profil zu gewinnen und sich in Konfliktfällen auch einmal gegen ihn durchzusetzen. Etliche ihrer Vorgänger sind an dieser Aufgabe gescheitert.

Briefe von Albert Lortzing und Johannes Brahms neu entdeckt

In Überlingen sind Briefe von Johannes Brahms neu entdeckt worden.

In Überlingen sind Briefe von Johannes Brahms neu entdeckt worden.

Keystone /World History Archive

(dpa) In der Leopold-Sophien-Bibliothek im süddeutschen Überlingen sind Briefe der Komponisten Johannes Brahms und Albert Lortzing neu entdeckt worden. Sie seien im Zuge der Erfassung und Erforschung der Handschriftensammlung wieder ans Tageslicht geholt worden, teilte die Stadt mit. Von Sonntag an (15. Mai) werden sie im Rahmen der Sonderausstellungen zum 150-jährigen Jubiläum der Städtischen Sammlungen präsentiert.

Die 1832 gegründete Leopold-Sophien-Bibliothek war zum Zeitpunkt ihrer Stiftung die erste öffentliche kommunale Bibliothek im Grossherzogtum Baden. Bereits im Jahr 1856 habe sich der damals 23-jährige Brahms mit der Musikaliensammlung der Bibliothek beschäftigt, hiess es. Für ihn seien etwa 200 Melodien aus den historischen Gesangsbüchern der Überlinger Bibliothek als potenzielle Inspirationsquellen kopiert worden.

In seinem Brief von 1846 kritisiere der enttäuschte Lortzing (1801-1851) den Wiener Kulturbetrieb. Am Theater an der Wien war er zwischen 1845 und 1847 Kapellmeister – dann verlor Lortzing dieses Engagement. Der Brief von Brahms (1833-1897) entstand 26 Jahre nach dem wiederentdeckten Lortzing-Schreiben, im Jahr 1872 – kurz nach seinem endgültigem Umzug nach Wien.

Liepaja zur Kulturhauptstadt 2027 gewählt

(dpa) Lettlands drittgrösste Stadt Liepaja wird im Jahr 2027 Europäische Kulturhauptstadt. Das frühere Libau wurde am Dienstag nach Angaben des Kulturministeriums in Riga von einer internationalen Jury ausgewählt. «Der Status als Kulturhauptstadt Europas ist eine grosse Ehre, Herausforderung und Möglichkeit», betonte Kulturminister Nauris Puntulis. Auch Staatspräsident Egils Levits und die zuständige EU-Kommissarin Mariya Gabriel gratulierten der Stadt.

Liepaja liegt an der Ostseeküste und zählt knapp 70 000 Einwohner. Die Hafenstadt im Westen des baltischen EU-Landes im Nordosten Europas wird sich den Titel mit einer Stadt in Portugal teilen, die zunächst noch nicht mitgeteilt wurde. Mit Liepaja wird zum zweiten Mal eine lettische Stadt zur Kulturhauptstadt Europas gekürt. 2014 trug Riga den seit 1985 jeweils für ein Jahr vergebenen Titel. Die Europäischen Kulturhauptstädte 2022 sind Kaunas (Litauen), Esch-sur-Alzette (Luxemburg) und Novi Sad (Serbien).

Pulitzer-Preis 2022 für Joshua Cohen

Der amerikanische Schriftsteller Joshua Cohen erhält für den Campusroman «The Netanjahus» den Pulitzer-Preis 2022 in der Kategorie «Fiction».

Der amerikanische Schriftsteller Joshua Cohen erhält für den Campusroman «The Netanjahus» den Pulitzer-Preis 2022 in der Kategorie «Fiction».

Christoph Ruckstuhl

rib. Der Pulitzer-Preis für den besten Roman geht dieses Jahr an Joshua Cohen. Der 41-jährige, in New York lebende Autor erhält die Auszeichnung für seinen Roman «The Netanjahus». Der Campusroman, der 2021 erschienen ist, handelt von den schwierigen Beziehungen zwischen Israelis und amerikanischen Juden anhand einer wahren Begebenheit im Leben der Familie des israelischen Premierministers. In deutscher Übersetzung soll das Buch im Frühling 2023 erscheinen. Im deutschen Sprachraum ist Cohen für seine Romane «Auftrag für Moving Kings» und «Witz» bekanntgeworden. Der Pulitzer-Preis wird jährlich von der Pulitzer-Journalisten-Schule an der New Yorker Columbia University verliehen.

Bob Dylan bekommt ein eigenes Museum

Alles über Leben und Werk von Bob Dylan: In Tulsa, Oklahoma, wird ein Museum über den Musiker und Dichter eröffnet.

Alles über Leben und Werk von Bob Dylan: In Tulsa, Oklahoma, wird ein Museum über den Musiker und Dichter eröffnet.

Sue Ogrocki / AP

(dpa) Musik-Ikone Bob Dylan (80) wird nun mit einem eigenen Museum geehrt. Rund 100 000 Ausstellungsstücke aus dem Archiv des Literatur-Nobelpreisträgers präsentiert künftig das Bob Dylan Center in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma. Neben einer Dauerausstellung zu Leben und Werk des Musikers soll es auch Wechselausstellungen geben. Zuvor hatten am Wochenende Stars wie Elvis Costello, Patti Smith und Mavis Staples mit Konzerten die für Dienstag geplante Eröffnung gefeiert. Dylan selbst hat das Museum zwar autorisiert, war aber laut den Betreibern persönlich nur wenig involviert bei der Gestaltung.

Für das Museum wurde ein altes Industrie-Gebäude für rund 10 Millionen Dollar (etwa 9,5 Millionen Euro) umgebaut – in direkter Nachbarschaft zu einem Museum zu Ehren des 1967 gestorbenen Musikers Woody Guthrie. Guthrie war eines der Vorbilder von Dylan, der mit Songs wie «Blowin’ in the Wind» weltberühmt wurde und als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts gilt.

US-Country-Star Mickey Gilley 86-jährig gestorben

Die Country-Musik-Legende Mickey Gilley im Januar 2017 bei einem Auftritt in der Shenandoah University in Winchester, Virginia

Die Country-Musik-Legende Mickey Gilley im Januar 2017 bei einem Auftritt in der Shenandoah University in Winchester, Virginia

Jeff Taylor / AP

(dpa) Der US-Country-Sänger und Pianist Mickey Gilley, dessen Leben den Film «Urban Cowboy» inspirierte, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er sei am Samstag (Ortszeit) in Branson im Bundesstaat Missouri im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen, teilte sein Agent auf der verifizierten Facebook-Seite des Künstlers mit.

Der aus Natchez in Mississippi stammende Musiker sei erst kürzlich von einer Tournee mit zehn Auftritten nach Hause zurückgekehrt. Gilley, ein Cousin von Rock’n’Roll-Star Jerry Lee Lewis, hatte in seiner langen Karriere 17 Nummer Eins Country-Hits, darunter «Room Full of Roses», «I Overlooked an Orchid» und «Don’t the Girls All Get Prettier at Closing Time».

Einen Schub hatte seine Karriere dank des Western-Melodrams «Urban Cowboy» aus dem Jahr 1980 mit John Travolta und Debra Winger in den Hauptrollen erhalten, in dem auch er selbst auftrat. Der Film spielte in Gilleys eigenem Honky-Tonk-Club in Pasadena (Texas) und trug dazu bei, Countrymusik und Westernmode auch in grossen Städten sowie das Reiten auf mechanischen Bullen in Lokalen populär zu machen.

Kunstvermittlerin Cristina Bechtler zieht ihre Kandidatur für das Präsidium der Zürcher Kunstgesellschaft wieder zurück

Cristina Bechtler hat ihre Kandidatur für das Präsidium der Zürcher Kunstgesellschaft zurückgezogen. Die Kunstvermittlerin und Gründerin der Engadin Art Talks hatte sich bereits im Februar beim Vorstand der Kunstgesellschaft für das Präsidium beworben. Dieser hatte sich aber für Philipp Hildebrand entschieden. Aufgrund sehr zahlreicher Anfragen vor allem aus Kulturkreisen, die unzufrieden waren mit der Wahl des Vorstands, hatte sich Cristina Bechtler bereit erklärt, sich als Direktkandidatin zur Verfügung zu stellen. Dabei hat es unterschiedliche Interpretationen bezüglich der einzuhaltenden Fristen gegeben. Aufgrund dieser sich nun ergebenden unklaren Situation hat Cristina Bechtler beschlossen, ihre Kandidatur für das Präsidium wieder zurückzuziehen. Die Frist für eine freie Kandidatur soll gemäss der Pressestelle des Kunsthauses schon am 11. April abgelaufen sein. Auf den Wahlunterlagen figuriert nur der Name des Kandidaten Philipp Hildebrand. Die Wahl erfolgt schriftlich. Bis am 26. Mai müssen die schriftlichen Stimmen bei der Kunstgesellschaft deponiert werden. Am 31. Mai wird die für das Präsidium gewählte Person bekanntgegeben.

Werk von Schiele nach 100 Jahren wiedergefunden

Egon Schiele: «Leopold Czihaczek am Klavier», 1907.

Egon Schiele: «Leopold Czihaczek am Klavier», 1907.

Leopold Museum, Wien

Das 1907 entstandene und bisher als verschollen geglaubte Gemälde «Leopold Czihaczek am Klavier» von Egon Schiele hat sich in Privatbesitz in gutem Zustand erhalten. Das Bild zeigt den Onkel und Vormund Egon Schieles, Leopold Czihaczek (1842-1929), beim Klavierspiel. Czihaczek hatte das Bild, vermutlich ein Auftragswerk, direkt von seinem Neffen und Mündel Egon Schiele erhalten. Schiele porträtierte seinen Onkel in den Jahren 1907 und 1908 mehrmals. Nach dem frühzeitigen Tod von Schieles Vater Adolf Schiele (1850-1905) hatte Czihaczek, der mit Marie – einer Schwester des Vaters – verheiratet war, 1906 die Vormundschaft über Egon Schiele übernommen. Das Gemälde, ein bedeutendes Frühwerk des Künstlers, ist künftig als Dauerleihgabe im Leopold Museum zu sehen.

Barenboim muss nach Gefässerkrankung erneut Auftritte absagen

Der Dirigent Daniel Barenboim musste in letzter Zeit mehrere Auftritte absagen. (Bild aus der Berliner Staatsoper vom April)

Der Dirigent Daniel Barenboim musste in letzter Zeit mehrere Auftritte absagen. (Bild aus der Berliner Staatsoper vom April)

Thomas Bartilla / Imago

(dpa) Der Dirigent und Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Daniel Barenboim, muss gesundheitsbedingt erneut Termine absagen. Diesmal ist die anstehende Tournee mit dem von ihm mitgegründeten West-Eastern Divan Orchestra betroffen. Bei dem 79-Jährigen sei kürzlich eine entzündliche Gefässerkrankung diagnostiziert worden, hiess es am Dienstag in einer Mitteilung des Orchesters. Barenboim befinde sich seit zwei Wochen in stationärer Behandlung.

Die Ärztinnen und Ärzte erwarten laut Mitteilung eine vollständige Genesung. Sie hätten ihm dringend geraten, seine derzeitige Behandlung abzuschliessen und von der bevorstehenden Konzerttournee zurückzutreten, um sich auf seine Genesung zu konzentrieren, hiess es.

Für Barenboim springt sein ehemaliger Assistent Thomas Guggeis ein. Der Staatskapellmeister an der Staatsoper wird zu Spielzeit 2023/24 als Generalmusikdirektor an die Oper Frankfurt wechseln. «Der Rückzug von dieser Tournee ist schmerzlich für mich», wird Barenboim zitiert. Die Arbeit mit dem Orchester sei für ihn etwas ganz Besonderes. «Allerdings muss ich jetzt meiner Gesundheit den Vorrang geben.»

Erst im April hatte der weltberühmte Dirigent aus gesundheitlichen Gründen Auftritte als Dirigent und Pianist absagen müssen. Dabei ging es um Kreislaufprobleme mit ärztlicher Behandlung. Zuvor musste ein Konzert mit Barenboim in der Philharmonie abgebrochen werden.

Das Bundesamt für Kultur zeichnet Susanne Bartsch, Verena Huber und Beat Streuli mit dem Schweizer Grand Prix Design aus

Mit dem Schweizer Grand Prix Design werden seit 2007 Designerinnen und Designern von nationaler und internationaler Bedeutung ausgezeichnet. Er ist pro Person mit 40 000 Franken dotiert. Das Bundesamt für Kultur zeichnet auf Empfehlung der Eidgenössischen Designkommission die Modeikone und Event Producerin Susanne Bartsch, die Innenarchitektin Verena Huber und den Künstler und Fotografen Beat Streuli mit dem diesjährigen Schweizer Grand Prix Design aus. Die Preisübergabe findet im Rahmen der Verleihung der Schweizer Designpreise am 14. Juni in Basel statt.

Prägende Stilikone
Susanne Bartsch, geboren in Bäretswil (ZH), erlangte 1989 internationale Bekanntheit, als sie zum ersten Mal ihren Love Ball – eine Wohltätigkeitsveranstaltung für die AIDS-Forschung – veranstaltete. Dank ihren aussergewöhnlichen Outfits, expressiven Make-ups und ihrem einzigartigen Stil wurde sie zur Modeikone und Muse für unzählige Modedesigner. 2017 hat Netflix einen Dokumentarfilm über Susanne Bartsch veröffentlicht. Joy Ahoulou, Modeexperte der Eidgenössischen Designkommission, bezeichnet die frühe Kämpferin für die Rechte der LGBTQI-Community und die Anerkennung von Menschen mit HIV/Aids als «glanzvolles Gesamtkunstwerk» und «prägende Stilikone». Susanne Bartsch lebt und arbeitet in New York.

Kompromisslose Forscherin der Wohnkultur
Die 1938 in Basel geborene Verena Huber hat sich als Innenarchitektin, Forscherin, Autorin und Lehrerin eingehend mit den Fragen des Wohnens und Sich-Aufhaltens befasst. Auf ihre ersten eigenen Arbeiten? in den 1970er Jahren folgten grössere Aufträge: Restaurants, Schiffe, Bibliotheken sowie die Innenraumgestaltung für Jakob Zweifels Schwesterhochhaus des Zürcher Universitätsspitals. Gemeinsam mit elf weiteren Innenarchitektinnen und Innenarchitekten gründete Verna Huber im Sommer 2021 das «Archiv Innenarchitektur Schweiz» (AI-S). Verena Huber habe sich in ihrer gesamten Schaffenszeit «von sinnentleerter Ästhetik und Konformität in jeder Hinsicht» ferngehalten, so Jörg Boner, Präsident der Eidgenössischen Designkommission. Verena Huber lebt und arbeitet in Zürich.

Bedeutender Fotograf für spektakuläre Installationen
Beat Streuli, 1957 in Altdorf geboren, besuchte Kunstschulen in Zürich und Basel und war anschliessend Gaststudent an der Hochschule der Künste in Berlin, wo er den Grossteil der 1980er Jahre verbrachte. Seine Arbeiten wurden erstmals 1986 im Aargauer Kunsthaus ausgestellt. Atelierstipendien an der Cité des Arts und der Fondation Cartier in Paris sowie am Istituto Svizzero in Rom ermöglichtem ihm längere Aufenthalte in diesen beiden Hauptstädten. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Museen im In- und Ausland. 2019 veröffentlichte er «Fabric of Reality», eines seiner bisher umfangreichsten Künstlerbücher. Für Tatyana Franck, Mitglied der Eidgenössischen Designkommission bis 2021, ist Beat Streuli einer der führenden Vertreter der Strassenporträtkunst: «Obwohl Stadtlandschaften den Hintergrund seiner Bilder bilden, stehen die Menschen und nicht die architektonischen oder strukturellen Elemente im Mittelpunkt seines Schaffens». Beat Streuli lebt und arbeitet in Wädenswil und Brüssel.

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