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Krieg in der Ukraine – London: Russland setzt auf wahllosen Artilleriebeschuss – News

  • 9:27

    London: «Ausmass dieser Schäden zeigt die Bereitschaft Russlands, Artillerie gegen Wohngebiete einzusetzen»

    Die russischen Streitkräfte setzen im Krieg gegen die Ukraine nach britischen Erkenntnissen zunehmend auf «wahllosen Artilleriebeschuss». Russland habe nur begrenzte Möglichkeiten zur Erfassung von Zielen und scheue zudem das Risiko, Kampfflugzeuge über ukrainisch kontrolliertem Gebiet einzusetzen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag unter Berufung auf die Geheimdienste mit. «In den kommenden Wochen wird sich Russland wahrscheinlich weiterhin stark auf massive Artillerieangriffe verlassen, wenn es seine Offensive im Donbass wieder in Schwung zu bringen versucht.»

    Während des erfolglosen russischen Angriffs auf die Hauptstadt Kiew seien im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw rund 3500 Gebäude zerstört oder beschädigt worden, teilte das Ministerium weiter mit. Rund 80 Prozent der Zerstörungen beträfen Zivilgebäude. «Das Ausmass dieser Schäden zeigt die Bereitschaft Russlands, Artillerie gegen Wohngebiete einzusetzen.» Dabei werde nur minimal auf Verhältnismässigkeit gesetzt.

    Legende:
    Ein Angehöriger der pro-russischen Truppen in Mariupol auf einem Panzer (5. Mai 2022).

    Reuters

  • 8:55

    Polen vereinfacht Getreide-Exporte aus der Ukraine

    Polen lockert die Grenzkontrollen, um der Ukraine höhere Getreide-Experte zu ermöglichen. Es solle auch das dafür zuständige Personal aufgestockt werden, teilt das ukrainische Landwirtschaftsministerium mit. Zuvor hatten die beiden Länder eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

    Da die Häfen der Ukraine am Schwarzen Meer von Russland blockiert werden, muss das Getreide über die westlichen Grenzen ausser Landes gebracht werden. Die Ukraine gehört zu den weltweit grössten Getreidelieferanten.

  • 8:21

    Ukraine meldet schwere Gefechte um Grossstadt Sjewjerodonezk

    Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben russische Truppen vor der Grossstadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes zurückgeworfen. «Nahe der Ortschaft Syrotyne haben die russischen Eroberer Verluste erlitten und sich zurückgezogen», teilte der Generalstab am Dienstag in seinem Lagebericht mit, wie die Nachrichtenagentur DPA berichtet. Syrotyne liegt vier Kilometer südlich von Sjewjerodonezk. Auch in mehreren anderen Richtungen seien die russischen Truppen erfolglos geblieben.

    Auch der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, berichtete aus der Umgebung der Grossstadt von schweren Gefechten. In den Vororten Girske und Solotoje seien mehrere Häuser durch Artilleriegeschosse zerstört worden. Die Russen hätten sich aber auch dort zurückziehen müssen. «Die Verluste des Feindes sind hoch», schrieb Hajdaj auf seinem Telegram-Kanal. Von unabhängiger Seite waren die Angaben nicht zu überprüfen.

    Die Agglomeration Sjewjerodonezk-Lyssytschansk ist die letzte Region im ostukrainischen Gebiet Luhansk, die derzeit noch von regierungstreuen Truppen kontrolliert wird. Die prorussischen Rebellen und die russische Armee haben inzwischen rund 90 Prozent des Gebiets erobert.

  • 7:35

    Russische Grenzregion Kursk meldet erneuten Beschuss

    In der westrussischen Region Kursk an der Grenze zur Ukraine sind nach Behördenangaben mehrere Gebäude unter Feuer genommen und beschädigt worden. «Heute, um fünf Uhr morgens, wurde das Grenzdorf Alexejewka im Kreis Gluschkowo mit schweren Waffen beschossen», teilte Gouverneur Roman Starowoit am Dienstag mit. Demnach wurden drei Wohnhäuser, eine Schule und ein Fahrzeug beschädigt. Verletzte habe es nicht gegeben.

    Nach russischen Angaben handelt es sich um einen Angriff aus der Ukraine. Das Feuer sei durch den Grenzschutz erwidert worden. Aus der Ukraine gab es zunächst keinen Kommentar.

    Nach Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar gerieten in den vergangenen Wochen auch grenznahe russische Gebiete unter Beschuss

  • 6:06

    Das Wichtigste aus den letzten Stunden

    Evakuierungen aus dem Asowstal-Werk in Mariupol:

    • Nach wochenlanger Blockade haben gut 260 ukrainische Soldaten das Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Darunter waren 53 Schwerverletzte, wie der ukrainische Generalstab in der Nacht zum Dienstag mitteilte.
    • Auch 211 weitere ukrainische Soldaten aus dem Stahlwerk Asowstal wurden gemäss den Nachrichtenagenturen DPA und SDA in eine von russischen Truppen besetzte Ortschaft gebracht. Sie sollten später in einem Gefangenenaustausch freikommen, hiess es.
    • An der Evakuierung weiterer Kämpfer aus dem Werk werde noch gearbeitet. Auf dem Gelände sollen sich noch mehrere Hundert Soldaten aufhalten.
    • Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar betonte, ein Freikämpfen von Asowstal sei nicht möglich gewesen.
    • Von russischer Seite wurde ein geplanter Gefangenenaustausch bislang nicht offiziell bestätigt. Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor lediglich von einer Feuerpause für die Evakuierung gesprochen.
    • Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sagte in seiner Videoansprache, die Ukraine brauche ihre Helden lebend.
    • An der Evakuierung der Soldaten seien unter anderem auch das Internationale Rote Kreuz und die Vereinten Nationen beteiligt gewesen.

    Erneuter Raketenangriff bei Lwiw:

    • Das Gebiet um die Grossstadt Lwiw in der Westukraine wurde erneut Ziel eines Luftangriffs. Die Attacke habe einer Militäreinrichtung im Bezirk Jaworiw an der Grenze zu Polen gegolten, schrieb der lokale Militärchef Maxim Kosizkij bei Telegram.
    • Bürgermeister Andrij Sadowij betonte, es gebe keine Informationen über Raketeneinschläge in der Stadt und bedankte sich bei der Luftabwehr.

    Tote Zivilisten in den Gebieten Donezk und Luhansk:

    • In den umkämpften ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk sind nach Behördenangaben mindestens 19 Zivilisten getötet worden.
    • Im benachbarten Donezker Gebiet wurden nach Angaben des örtlichen Militärgouverneurs Pawlo Kyrylenko weitere neun Zivilisten getötet.
    Ein Bus, der Angehörige der ukrainischen Streitkräfte aus dem belagerten Stahlwerk Asowstal transportiert, fährt unter Eskorte des prorussischen Militärs davon (16. Mai 2022).

    Legende:
    Ein Bus, der Angehörige der ukrainischen Streitkräfte aus dem belagerten Stahlwerk Asowstal transportiert, fährt unter Eskorte des prorussischen Militärs davon (16. Mai 2022).

    Reuters

  • 3:01

    IFRC wirft Europa Ungleichbehandlung von Flüchtlingen vor

    Der Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Francesco Rocca, hat den Europäern die Ungleichbehandlung ukrainischer und afrikanischer Flüchtlinge vorgeworfen. Während Millionen Menschen aus der Ukraine mit offenen Armen empfangen würden, gelte dies nicht für Menschen aus Afrika.

    «Diejenigen, die vor Gewalt fliehen und Schutz suchen, sollten gleich behandelt werden», sagte Rocca bei einer Pressekonferenz der UNO in New York am Montag. «Die politische, öffentliche und humanitäre Reaktion auf die Krise in der Ukraine hat gezeigt, was möglich ist, wenn Menschlichkeit und Würde an erster Stelle stehen, wenn es weltweite Solidarität und den Willen gibt, den Schwächsten zu helfen und sie zu schützen», sagte IFRC-Chef Rocca weiter. «Dies muss auf alle Bedürftigen ausgeweitet werden, egal woher sie kommen.»

    Francesco Rocca bei einer Pressekonferenz.

    Legende:
    IFRC-Chef Rocca fordert, dass allen Bedürftigen geholfen werde, egal woher sie kommen.

    Keystone

  • 2:43

    Unicef: Ukraine-Krieg verschärft Mangelernährung bei Kindern

    Das sagt Unicef-Exekutiv-Direktorin Catherine Russell. Bereits vor dem Krieg hätten weltweit viele Familien Schwierigkeiten gehabt, ihre Kinder zu ernähren, unter anderem wegen Konflikten, Klimaschocks oder den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Ukraine könne wegen des Krieges weniger Getreide exportieren, so Russell weiter. Die Ukraine gilt als Kornkammer Europas.

    Unicef warnt, dass sowohl die Zahl der von Mangelernährung betroffenen Kinder als auch die Kosten für von ihnen benötigte Zusatznahrung steigen werden. Die Zusatznahrung besteht vor allem aus Erdnüssen, Öl, Zucker und Milchpulver. Die Kosten für diese Zusatznahrung werden demnach in den nächsten sechs Monaten um bis zu 16 Prozent steigen.

  • 1:52

    Erneuter Raketenangriff bei Lwiw

    Das Gebiet um die Grossstadt Lwiw in der Westukraine ist am Montag nach ukrainischen Angaben erneut Ziel eines Luftangriffs geworden. Die Attacke habe einer Militäreinrichtung im Bezirk Jaworiw an der Grenze zu Polen gegolten, schrieb der örtliche Militärchef Maxim Kosizkij in seinem Nachrichtenkanal im Chatdienst Telegram. Bürgermeister Andrij Sadowij betonte, es gebe keine bestätigten Informationen über Raketeneinschläge in der Stadt und bedankte sich bei der Luftabwehr.

    Mitte März hätte ein russischer Luftangriff den Truppenübungsplatz in Jaworiw getroffen, dabei wurden nach ukrainischen Angaben 35 Menschen getötet. In Jaworiw hatten in den vergangenen Jahren ukrainische Soldaten mit westlichen Ausbildern trainiert.

  • 0:53

    Stoltenberg: Forderungen der Türkei sollen ernst genommen werden

    Im Ringen um eine Zustimmung der Türkei zur Aufnahme Finnlands und Schwedens in die Nato hat Generalsekretär Jens Stoltenberg dazu aufgerufen, die Forderungen Ankaras ernst zu nehmen. «Die Türkei ist ein geschätzter Bündnispartner und alle Sicherheitsbedenken müssen angegangen werden», teilte Stoltenberg am Montagabend nach einem Gespräch mit dem türkischen Aussenminister Mevlüt Cavusoglu mit.

    Man könne nicht einem Beitritt von Ländern zustimmen, die Sanktionen gegen die Türkei verhängten, drohte Erdogan am Montag in Ankara. Mit Blick auf den geplanten Besuch einer finnischen und schwedischen Delegation in der Türkei sagte er, sie sollten sich erst gar nicht bemühen.

    Grund für Finnlands und Schwedens Wunsch nach Aufnahme in die Nato sind Sicherheitssorgen, die im Zuge von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine aufgekommen sind. Beide Länder verfolgten bis dahin jahrzehntelang eine Politik der Bündnisneutralität.

  • 23:50

    264 ukrainische Soldaten aus Stahlwerk in Mariupol evakuiert

    264 ukrainische Soldaten haben nach wochenlanger Blockade das belagerte Stahlwerk Asowstal in Mariupol verlassen können. Das teilten die ukrainischen Behörden mit. Rund 50 verletzte Personen seien in ein Krankenhaus in Nowoazowsk, im Osten des Landes gebracht worden.

    Weitere seien durch einen humanitären Korridor nach Olenivka gelangt. Beide Orte liegen auf von russischen und pro-russischen kontrolliertem Gebiet. Wie der ukrainische Generalstab mitteilte, sollen die Soldaten im Rahmen eines Gefangenen-Austausches wieder zurückkehren können. An der Evakuierung der noch verbliebenen Soldaten im Stahlwerk Asowstal werde noch gearbeitet.

  • 22:43

    Berichte über evakuierte ukrainische Soldaten aus Stahlwerk Asowstal

    Etwa ein Dutzend Busse mit ukrainischen Militärangehörigen haben am Abend gemäss Reuters-Informationen das Asowstal-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Sie sollen nach Angaben eines Augenzeugen in Nowoasowsk angekommen. Einige seien laut einem Augenzeugen verwundet. Weitere Informationen liegen zurzeit noch nicht vor.

  • 22:34

    Christoph Franzen: «Es ist eher eine passive Unterstützung von Putin»

    Der französische Autohersteller Renault hat heute bekannt gegeben, seine Tätigkeiten in Russland einzustellen. Auch die amerikanische Fastfood-Kette McDonalds verkauft alle 850 Filialen. Dies sind nur die letzten in einer langen Reihe von westlichen Firmen, die ihre Geschäfte einschränken oder ganz aufgeben.

    SRF-Korrespondent Christoph Franzen ist soeben aus Russland zurückgekehrt. Primär seien Arbeitnehmer betroffen, die ihre Stelle verlieren, oder solche, die nur noch eingeschränkt arbeiten können. Franzen sagt weiter, junge Russinnen und Russen reagierten oft schockiert auf solche Meldungen – insbesondere bei älteren Russen und Russinnen herrsche aber die Meinung vor, die Einschränkungen durch die Sanktionen seien gar nicht so schlimm.

    Auch sei er wenig auf Kritik an der «Spezialoperation» in der Ukraine gestossen, so Franzen. Doch wie gross die Unterstützung der Kreml-Linie tatsächlich sei, sei schwierig einzuordnen. Im Gegensatz zu 2014 gebe es auch keine Begeisterung für den Krieg, es sei eher eine passive Unterstützung von Putins Weg. Druck von der Strasse sei jedenfalls momentan inexistent, auch wegen rigoroser Strafen, die Protestierende erwarten. Es seien rund 16’000 Strafverfahren deshalb hängig.

  • 21:40

    Österreichs Aussenminister sieht zur Zeit keinen Nato-Beitritt seines Landes

    Österreichs Aussenminister Alexander Schallenberg sieht in den Nato-Beitrittsplänen von Schweden und Finnland kein Vorbild für sein eigenes Land. «Wir haben eine ganz andere geografische Situation. Wir haben auch eine ganz andere Geschichte und ich glaube, das muss man einfach mit ins Kalkül ziehen», sagte er am Montag am Rande eines EU-Aussenministertreffens in Brüssel.

    Zugleich betonte Schallenberg, dass Österreich politisch nicht neutral sei. «Bei einem Aggressionskrieg gibt es keine Neutralität», erklärte er mit Blick auf Russlands Krieg gegen die Ukraine. «Wir haben uns sehr deutlich positioniert, tragen alle Sanktionen mit und wir machen von unserer Seite an Unterstützungsleistungen, was wir können.»

  • 21:30

    Insgesamt 19 tote Zivilisten in den Regionen Donezk und Luhansk

    In den umkämpften ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk sind nach Behördenangaben mindestens 19 Zivilisten getötet worden. Nachdem gemäss ukrainischen Angeben in der Stadt Sievierodonetsk in Luhansk zehn Personen getötet worden sind, sind im benachbarten Donezker Gebiet nach Angaben des örtlichen Militärgouverneurs Pawlo Kyrylenko weitere neun Zivilisten ums Leben gekommen. Sechs weitere Menschen wurden verletzt.

    Die Vereinten Nationen haben beim Krieg in der Ukraine über 3600 getötete Zivilisten erfasst, gehen aber von weitaus höheren Opferzahlen aus.

  • 20:47

    Olaf Scholz macht sich Sorgen über eine Eskalation des Krieges

    Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht keine Anzeichen für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs und warnt sogar vor einer Eskalation. «Bisher ist es leider nicht so zu erkennen, dass die Einsicht gewachsen ist, dass man das jetzt hier so schnell wie möglich beendet», sagte Scholz am Montag in der Sendung «RTL Direkt». Man müsse sich auch «Sorgen machen, dass es eine Eskalation des Krieges gibt».

    Der Kanzler betonte aber, dass man sich dadurch nicht lähmen lassen dürfe. «Sondern wir müssen in der Lage sein, vernünftige, sehr bewusste und auch sehr mutige Entscheidungen zu treffen. Die haben wir getroffen.»

  • 20:34

    Phosphorbomben sind illegal, wenn sie die Zivil-Bevölkerung treffen können

    Laut dem diplomatischen Korrespondenten von SRF, Fredy Gsteiger, ist noch immer unklar, ob die russische Armee beim Stahlwerk Asowstal Phosphorbomben eingesetzt hat. Doch gemäss Äusserungen europäischer Experten gegenüber Nachrichtenagenturen seien die Behauptungen zumindest plausibel.

    Solche Bomben seien eher ungeeignet, um unmittelbar militärische Ziele zu erreichen, sie würden eher eingesetzt, um die Bevölkerung des Gegners in Angst und Schrecken zu versetzen, so Gsteiger weiter.

    Anders als Atombomben, chemische und biologische Waffen oder als Landminen und Streubomben gibt es keinen internationalen Vertrag, der Phosphorbomben als Waffengattung generell verbietet. Entscheidend sei aber, wie solche Bomben eingesetzt werden, so Fredy Gsteiger. Sobald das Risiko besteht, dass die Zivilbevölkerung stark betroffen ist, gelten auch Phosphorbomben als illegale Waffen.

    Lesen Sie die Einschätzungen des diplomatischen Korrespondenten zu den Phosphorbomben hier.

  • 20:24

    Michael Rauchenstein: «Die EU wird wohl zähneknirschend Orbans Forderung nachkommen»

    Die EU kommt mit einem Öl-Embargo gegen Russland nicht voran. Dies vor allem auch, weil Ungarn sich dem Embargo nicht anschliessen will. Laut SRF-EU-Korrespondent Michael Rauchenstein ist eine der Forderungen von Ministerpräsident Viktor Orban Geld, «und wie man hört, wird man in Brüssel dieser Forderung wohl zähneknirschend nachkommen.»

    Diesen Mittwoch soll ein neues Energiepaket vorgestellt werden. Da dürfte auch ein Geldtopf für Ungarn gefunden werden, um Orban umzustimmen, so Rauchenstein. Eine andere Möglichkeit wäre es, die Frage des Öl-Embargos hinten anzustellen und später darauf zurückzukommen.

    Nach Angaben des EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell gebe es auch am Abend weiterhin keine Einigung auf ein Sanktionspaket, die EU-Aussenminister hätten sich aber darauf verständigt, der Ukraine weitere 500 Millionen Euro für Waffenkäufe zu überlassen.

  • 20:04

    Erdogan gibt sich in der Nato-Frage von Schweden und Finnland weiter hart

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat erklärt, die Türkei werde die geplanten Nato-Beitritte von Schweden und Finnland nicht billigen. Delegationen aus beiden Ländern sollten sich nicht die Mühe machen, in die Türkei zu reisen, um die türkische Regierung von ihren Beitrittsgesuchen zu überzeugen.

    Zuvor hatte die Nachrichtenagentur TT unter Berufung auf das schwedische Aussenministerium berichtet, die schwedische Aussenministerin Ann Linde und der finnische Aussenminister Pekka Haavisto würden ihren türkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu «bald» in der türkischen Hauptstadt treffen.

  • 19:38

    Ehemaliges Spital Flawil wird Unterkunft für 250 Schutzsuchende

    Das Staatssekretariat für Migration (SEM) stellt weitere Unterkunftsplätze für geflüchtete Personen aus der Ukraine bereit. Im ehemaligen Spital in Flawil SG wird das SEM ab Ende Mai bis Ende Jahr bis zu 250 Schutzsuchende unterbringen können.

    Die oberirdische Unterkunft eigne sich auch für vulnerable Personen und längere Aufenthalte. Zurzeit laufen Einrichtungs- und Wiederinstandstellungsarbeiten, um das Spital für die Nutzung als temporäre Unterkunft für Schutzsuchende aus der Ukraine vorzubereiten.

    Insgesamt habe das SEM seine Unterbringungskapazitäten für Schutzsuchende aus der Ukraine auf Basis der Notfallplanung des Bundes auf rund 9000 Plätze erhöht, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Spital Flawil

    Legende:
    Das Spital Flawil steht seit Ende 2021 leer und soll per Anfang 2023 abgerissen werden.

    Keystone

  • 18:57

    Ukraine beschlagnahmt 400 Millionen Franken eines russischen Oligarchen

    Ein ukrainisches Gericht hat Vermögenswerte des russischen Oligarchen Michail Fridman im Volumen von über zwölf Milliarden Hrywna (umgerechnet mehr als 400 Millionen Schweizer Franken) beschlagnahmt. Das teilt Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa mit. Es handele sich um Wertpapiere zypriotischer Unternehmen, die in der Ukraine gehalten wurden. Fridman ist bereits mit Sanktionen der EU belegt worden.

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