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Psychologie: Der PRI-Test zeigt, ob dein Schatz wirklich für dich da ist

Mach den Test
Wie sehr geht dein Schatz auf dich ein? Euer PRI-Score verrät’s

© bbernard / Shutterstock

Na, wie gut kannst du dich wohl auf deinen Schatz oder Lieblingsmenschen verlassen? Mit dem sogenannten “Perceived Responsiveness and Insensitivity”-Test kannst du’s – hochwissenschaftlich – herausfinden.

Wünschen wir uns nicht alle einen Menschen, auf den wir uns hundertprozentig verlassen können? Der uns auffängt, wenn wir im Begriff sind zu fallen, uns versteht und runterholt, wenn wir selbst Durchblick und Bodenhaftung verlieren? Der wirklich auf uns eingeht und uns versteht? Tatsächlich wünschen wir ihn uns nicht nur – sondern brauchen ihn auch. Wir sind nun einmal nicht dafür gemacht, allein durchs Leben zu gehen. Für viele ist es der:die Partner:in, dem:der sie diese Rolle der rettenden Insel auf hoher See zuschreiben, genauso gut kann es aber auch der Bruder, die beste Freundin oder ein Elternteil sein. Allerdings stellt sich unabhängig davon, wer genau unser Lieblingsmensch ist, bei dem wir Halt und Sicherheit suchen, grundsätzlich die Frage: Wie gut können wir uns denn wirklich auf diese Person verlassen? Wie zuverlässig kümmert sie sich um uns und ist für uns da?

Perceived Partner Responsiveness: Was ist das denn?

Um das testen und einordnen zu können, haben Wissenschaftler:innen den Begriff “Perceived Partner Responsiveness” (PPR) eingeführt, zu deutsch die “wahrgenommene Empfänglichkeit/ Ansprechbarkeit des:der Partners:in”. Laut der Psychologin Susan Krauss Whitbourne kann PPR mittlerweile als eines der wichtigsten Konzepte in der Beziehungsforschung angesehen werden. Konkret bezeichnet der PPR ihr zufolge “die Art, in der du und dein:e Partner:in bestärkend auf ‘zentrale, wesentliche Aspekte des Selbst’ einwirken”. Vereinfacht gesagt: Wie engagiert ihr euch gegenseitig unterstützt und eure Identität, euren Selbstwert, euer Selbstwertgefühl stärkt, wie sehr ihr füreinander da seid.

Responsiveness versus Insensitivity: Eine Skala, zwei Extreme

New Yorker Wissenschaftler:innen haben den PPR mittlerweile noch etwas verfeinert und um die Dimension “Insensitivity” (Abwesenheit von Sensibilität) ergänzt, um beide Extreme der Skala einzubeziehen: “Responsiveness” stellt dabei die positive Seite dar, “Insensitivity” die negative. Aus dieser Verfeinerung haben die Expert:innen eine “Perceived Responsiveness and Insensitivity scale” (PRI) entwickelt, also eine Skala, anhand derer wir ermitteln können, wie gut es um die beidseitige Empfänglichkeit und Sensibilität in unserer Beziehung (welcher Art sie auch immer sein mag) bestellt ist. 

PRI-Wert ermitteln: Beantworte diese 16 Fragen

Um unseren PRI-Wert zu ermitteln, ordnen wir jeder der folgenden 16 Aussagen eine Zahl zwischen 0 und 5 zu, wobei 0 bedeutet “überhaupt nicht” und 5 “voll und ganz”. Anstelle des Unterstrichs denken wir nun alle an den Namen unseres Lieblingsmenschen …

  1. ______ hört mir wirklich zu
  2. ______ scheint interessiert an meinen Gedanken und Gefühlen
  3. ______ versteht mich
  4. ______ versucht sich in meine Perspektive zu versetzen
  5. ______ ist aufmerksam gegenüber meinen Bedürfnissen
  6. ______ geht auf meine Bedürfnisse ein
  7. ______ nimmt ernst, was mich beschäftigt
  8. ______ versteht meine Sichtweise wirklich
  9. ______ respektiert meine Sorgen und Gefühle nicht
  10. ______ interessiert sich nicht für meine Version der Geschichte
  11. ______ wischt meine Sorgen zu einfach weg
  12. ______ scheint zu ignorieren, was mir besonders wichtig ist
  13. ______ versteht meine Bedürfnisse und Wünsche nicht wirklich
  14. ______ nimmt meine Sorgen nicht wirklich ernst
  15. ______ hört oft gar nicht, was ich sage
  16. Wenn ich wegen einer Sache gestresst oder besorgt bin, macht es die Dinge nur noch schlimmer, wenn ich ______ davon erzähle.

Während bei den ersten acht Fragen ein hoher Durchschnittswert gut ist (3 bis 5), spricht bei den Fragen neun bis 16 ein niedriger Wert (0 bis 2) für eine gesunde, stabile Beziehung. Wir müssen den Fragenkatalog also aufteilen und jede Hälfte getrennt betrachten, um einzuordnen, wo wir stehen.

Was sagt uns der PRI-Wert?

Die Psycholog:innen geben zwar keine klaren Empfehlungen wie: Bei einem PRI-Durchschnittsscore von <3 in den ersten acht Fragen hat eine Beziehung keinen Sinn. Allerdings gehen ein hoher Wert im ersten Set und ein niedriger im zweiten Erhebungen zufolge ganz klar mit einer hohen Beziehungszufriedenheit einher – und wenn die Verteilung genau andersherum ist, könnte es angebracht sein, sich ein paar Gedanken zu machen. 

Susan Krauss Whitbourne empfiehlt übrigens, den Test sowohl selbst zu machen als auch vom Lieblingsmenschen ausfüllen zu lassen und die Ergebnisse miteinander zu teilen und zu besprechen. Und wenn man sich bei einer der Fragen mit dem Score nicht ganz sicher war, wird man es spätestens danach garantiert sein …

sus