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Schwangere sollen vor der Geburt weniger lange arbeiten

SP will werdende Mütter in der Stadtverwaltung mehr schonen

heu. Schwangere Angestellte der Stadtzürcher Verwaltung gehen in Zukunft drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin in einen ergänzten Mutterschaftsurlaub. Am Mittwoch hat das Parlament einem entsprechenden Vorstoss der SP zugestimmt.

Die meisten Frauen würden ihr Pensum in der fortgeschrittenen Schwangerschaft ohnehin reduzieren oder hörten ganz auf zu arbeiten und seien dann krankgeschrieben, erklärte Marion Schmid, die die Motion zusammen mit Natascha Wey verfasst hatte. Die Erwartung, dass Frauen bis zur Geburt arbeiteten, entspreche nicht der Realität und sei aus gesundheitlichen Gründen kaum haltbar. Auch für Frauen, die noch fit seien, sei es besser, wenn sie nicht so lange arbeiten müssten und erholt gebären könnten, sagte Schmid. Die SP erhofft sich von diesem Schritt eine Signalwirkung.

AL und Grüne unterstützten den Vorstoss, und auch der Stadtrat war bereit, ihn anzunehmen. Als vorbildliche Arbeitgeberin müsse die Stadt ihren Beitrag leisten, erklärte Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne). Die finanziellen Mehrkosten, die daraus entstünden, seien «absolut tragbar».

Gar kein Verständnis für die Forderung der Linken hatte die SVP. Die Stadt sei schon heute eine ausgezeichnete Arbeitgeberin, auch für Schwangere, sagte Martin Götzl. Im Sinne der Gleichberechtigung aller Mütter müsse die Frage eines vorgeburtlichen Mutterschaftsurlaubs auf Bundesebene geklärt werden.

FDP, Mitte und EVP lehnten den Vorstoss ebenfalls ab. Diejenigen Schwangeren, die arbeiten wollten, sollten das auch dürfen, sagte Martina Zürcher (FDP). Ein «Nein» gab es auch von der GLP, die bei Abstimmungen im Rat oft das Zünglein an der Waage ist.

Schliesslich setze sich Rot-Grün trotzdem durch, wenn auch eher knapp: Die Motion wurde mit 57 zu 51 Stimmen angenommen und an den Stadtrat überwiesen.

Stadt, Kitas und Gewerkschaft einigen sich: Ab 2023 sollen Kitas mehr Geld erhalten

nim.

Ab 2023 sollen die Kitas vom Sozialdepartement für subventionierte Betreuungsplätze höhere Beiträge erhalten. Das schreiben die Stadt Zürich, die Kita-Organisation Kita-Dialog und die Gewerkschaft VPOD Zürich in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Im Gegenzug verpflichte sich ein Teil der Kitas zu einem Teuerungsausgleich auf die Löhne seines Personals.

Das Zürcher Sozialdepartement, die im neuen Austauschgefäss Kita-Dialog vertretenen Kitas und der VPOD wollen nächstes Jahr Gespräche über einen Gesamtarbeitsvertrag aufnehmen. Damit wolle man die vorschulische Kinderbetreuung in der Stadt Zürich weiterentwickeln und die Qualität erhöhen, heisst es in der Medienmitteilung.

Konkret haben sich Stadt, Kitas und Gewerkschaft auf einen neuen Normkostensatz geeinigt. Ab Januar 2023 soll dieser für die von der Stadt Zürich unterstützten vorschulischen Betreuungsverhältnisse 131 Franken 20 pro Tag betragen. Die Stadt zahlt 10 Franken mehr als bisher. Im Gegenzug verpflichten sich die im Kita-Dialog vertretenen Kitas, auf die Löhne aller ihrer unbefristeten Anstellungsverhältnisse einen Teuerungsausgleich in der Höhe von ebenfalls 2,5 Prozent auszurichten. Parallel erhöht das Sozialdepartement seine Mindestlohnvorgaben um denselben Prozentsatz.

Das Sozialdepartement möchte 2024 weitere 2 Millionen Franken für Qualitätsprojekte und weitere 3 Millionen Franken für Lohnerhöhungen zur Verfügung stellen.

Für das Jahr 2023 rechnet die Stadt mit Mehrkosten von 10 Millionen Franken. Der Teuerungsausgleich kostet zusätzlich 3,2 Millionen Franken. In den beiden Folgejahren fallen weitere 5 beziehungsweise 11 Millionen Franken an – der Teuerungsausgleich noch nicht mit eingerechnet. Den einzelnen Elementen des Massnahmenpakets müssen die zuständigen städtischen Stellen, insbesondere der Gemeinderat, im Rahmen der jährlichen Budgetberatung im Dezember noch zustimmen.

Der Zürcher Sozialvorsteher Raphael Golta lässt sich in der Medienmitteilung wie folgt zitieren: «Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser verbesserten Zusammenarbeit die Kita-Branche stärken und letztlich die Qualität der Kinderbetreuung erhöhen können. Zudem wird damit die Pionierrolle des Kita-Standorts Zürich gesichert.»

Auch vonseiten der Kitas äussert man sich positiv. Von Kita-Dialog-Gründungsmitglied Cornelia Peltenburg heisst es in der gleichen Medienmitteilung: «Wir freuen uns, dass es gemeinsam gelungen ist, grosse Verbesserungen schon für nächstes Jahr zu erreichen und sich auf eine mittelfristige Perspektive zu verständigen.»

Eine erste Reaktion kommt von linker Seite: Die SP Stadt Zürich begrüsse das Massnahmenpaket zur Stärkung der Kindertagesstätten in der Stadt Zürich, schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Darin enthalten seien wichtige Schritte in Richtung qualitativer Verbesserung der vorschulischen Kinderbetreuung und Verbesserung der Anstellungsbedingungen des Kita-Personals. «Die vorschulische Kinderbetreuung ist ein entscheidender Faktor für mehr Chancengleichheit», lässt sich SP-Gemeinderätin Fanny De Weck im Communiqué zitieren.

Die SP hoffe sehr, dass auch die noch nicht involvierten Kitas ihrem Personal den im Massnahmenpaket festgehaltenen Teuerungsausgleich gewähren. Ausserdem begrüsse es die SP, dass alle Beteiligten Bereitschaft zeigten, zeitnah erstmals Verhandlungen für einen Gesamtarbeitsvertrag aufzunehmen. Dieser sei dringend notwendig, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, und dürfe nicht länger hinausgezögert werden.

Zürcher Cannabis-Projekt wird verschoben

lkp.

Der auf diesen Herbst geplante Start von «Züri Can – Cannabis mit Verantwortung» verzögert sich um einige Monate. Dies schreibt die Stadt in einem Communiqué. Der Bezug von Studiencannabis werde ins erste Halbjahr 2023 verschoben.

Mit der Studie möchte die Stadt Zürich zusammen mit der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich Modelle des regulierten Bezugs von Cannabis und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Konsumverhalten untersuchen. Für das Projekt sind als Bezugsstellen zehn Apotheken, zehn sogenannte Social Clubs und das Drogeninformationszentrum der Stadt Zürich vorgesehen.

Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich hat im Juni das Gesuch für den Pilotversuch dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Kantonalen Ethikkommission zur Bewilligung vorgelegt. Die Bewilligung der Ethikkommission für das Projekt als Beobachtungsstudie liegt seit diesem August vor. Die abschliessende Freigabe durch das BAG ist noch ausstehend. Die Verzögerung sei unter anderem auf die hohe Komplexität des Projekts mit unterschiedlichen Bezugsstellen zurückzuführen, schreibt das städtische Gesundheitsdepartement.

Für die Pilotversuche müssen Cannabisprodukte in Bioqualität und aus einheimischer Produktion verwendet werden. Der Anbau von Studiencannabis darf jedoch erst nach Vorliegen der BAG-Bewilligung starten. Da während der Wintermonate kein Hanfanbau erfolgen kann, verschiebt sich der Verkaufsstart ins erste Halbjahr 2023. Die Aufnahme von Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern wird einige Monate vor Verkaufsstart beginnen.

Seit Juni haben sich 1700 potenzielle Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer auf der Warteliste eingetragen. Interessierte können sich weiterhin bei der Stadt Zürich melden. Sie erhalten eine Benachrichtigung, sobald die definitive Anmeldung für einen Studienplatz möglich ist. Die Zulassungsbedingungen für die Studie und die Anmeldung für die Warteliste findet man auf der Website der Stadt.


Budget der Stadt Winterthur bleibt 2023 stabil – dank stark ansteigenden Steuereinnahmen

Mehr Geld für Investitionen dank höheren Steuereinnahmen: Der Stadtrat will im nächsten Jahr unter anderem Sanierungen und Umbauten mehrerer Schulen angehen.

Mehr Geld für Investitionen dank höheren Steuereinnahmen: Der Stadtrat will im nächsten Jahr unter anderem Sanierungen und Umbauten mehrerer Schulen angehen.

Gaëtan Bally / Keystone

lia.

Der Winterthurer Stadtrat legt dem Parlament für das nächste Jahr ein nahezu ausgeglichenes Budget mit einem Minus von 2,5 Millionen Franken vor. Gegenüber dem Vorjahresbudget erhöht sich der Gesamtaufwand um 118,6 Millionen Franken auf 1,672 Milliarden, aber auch die Einnahmen sollen steigen: um 116,8 Millionen Franken auf 1,669 Milliarden.

Für mehr Einnahmen sollen vor allem die Steuern sorgen. Der Stadtrat plant für 2023 zwar mit einem unveränderten Steuerfuss. Jedoch sollen dank den gegenwärtig hohen Land- und Immobilienpreisen mehr Grundstückgewinnsteuern anfallen, und auch von den Firmen erwartet die Stadt mehr Geld, insgesamt Mehreinnahmen von 55 Millionen Franken, so die Prognose.

204,2 Millionen Franken will der Stadtrat in sein Verwaltungsvermögen investieren, das meiste Geld wird für den Um-, Aus- und Neubau von Schulhäusern, die Sanierung des Stadttheaters und verschiedener Verkehrswege sowie für die IT-Infrastruktur und Digitalisierung eingesetzt.

Auch beim Personal wird aufgestockt: Knapp 118 Stellen will der Stadtrat schaffen, Kostenpunkt 30,6 Millionen Franken. Die neuen Kräfte werden an verschiedenen Ecken gebraucht, in den Schulen und Flüchtlingsheimen, da die Anzahl der Schüler und Flüchtlinge steigt, aber auch für die Umsetzung der Klimaziele und um den erhöhten Bedarf an Sicherheitskräften an den Fussballmatches des Aufsteigers FC Winterthur zu decken.

Auch in den nächsten beiden Jahren erwartet der Stadtrat eine rote Null – bis 2026. Für jenes Jahr rechnet der Stadtrat mit einem Minus von knapp 15 Millionen Franken, da die Steuereinnahmen bis zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gleich stark weitersteigen würden.


Auf dem Zähringerplatz entsteht eine neue Fussgängerzone

Der Zähringerplatz in Zürich – mit Auto- und Veloparkplätzen.

Der Zähringerplatz in Zürich – mit Auto- und Veloparkplätzen.

Christoph Ruckstuhl / NZZ

mvl.

Die Parkplätze rund um den Zähringerplatz bei der Zentralbibliothek sind seit vielen Jahren ein Politikum. Nun wird mehr als die Hälfte davon aufgehoben. Von 44 Parkfeldern verschwinden 26 – 14 direkt auf dem Zähringerplatz sowie 12 auf dem Predigerplatz. Die Parkplätze auf dem vorderen Teil des Zähringerplatzes bleiben bestehen und sind neu den ganzen Tag erreichbar. Die Nachtfahrverbotszone wird gleichfalls aufgehoben.

Dadurch entsteht eine neue, kleine Fussgängerzone in der Altstadt. Der Quartierverein Zürich 1 rechts der Limmat feiert ihre Einweihung am kommenden Samstag (1. 10.) ab 14 Uhr.

Zum Zähringerplatz im Kreis 1 sind im Lauf der Jahre im Stadtparlament zahlreiche Vorstösse eingereicht worden, mehrere verlangten eine Aufhebung der Parkplätze und eine Verbesserung der Situation für Fussgängerinnen und Fussgänger. Im vergangenen Jahr beschloss der Stadtrat die Aufhebung, die nun umgesetzt wird. Das älteste Postulat – 1986 überwiesen – wurde somit nach 35 Jahren erfüllt.

Seit dem letzten Herbst und der Annahme des neuen Verkehrsrichtplans durch die Stimmberechtigten kann die Stadt nach Belieben Parkplätze in der Innenstadt abbauen. Sie muss sich nicht mehr an den Parkplatzkompromiss von 1996 halten, wonach in der Innenstadt oberirdisch abgebaute Parkplätze unterirdisch, also in Parkhäusern, ersetzt werden müssen. Der Abbau rund um den Zähringerplatz erfolgte allerdings noch innerhalb des alten Regelwerks – die 26 Parkplätze existieren somit bereits unterirdisch.


Der Regierungsrat macht sich für den Meilibachtunnel stark

sho. Der künftige Ausbau des Schienennetzes im Kanton Zürich ist um einen Namen reicher: den Meilibachtunnel. Es handelt sich um eine unterirdische Verbindung zwischen dem Zimmerberg-Basistunnel II zwischen Thalwil und Zug im Gebiet Horgenberg und der linksufrigen Bahnstrecke vor Au bzw. Wädenswil.

Bis dieser Tunnel einmal in Betrieb ist, dürfte das 21. Jahrhundert in der Halbzeit angelangt sein. Damit dies möglich bleibt, ist es aber wichtig, bereits beim Bau des Zimmerberg-Basistunnels bis Mitte des nächsten Jahrzehnts wenigstens die Abzweigung zu erstellen. Genau auf diese Vorinvestition will der Bund jedoch bei den laufenden Anpassungen am Ausbauprogramm für die Bahninfrastruktur verzichten.

Dafür hat der Regierungsrat kein Verständnis, wie er in einer Mitteilung vom Donnerstag (29. 9.) schreibt. Der Meilibachtunnel zwischen Thalwil und Wädenswil werde in absehbarer Zeit für die weitere Entwicklung des Bahnangebots auf der Achse Zürich–Chur notwendig werden. Die Regierung fordert deshalb, dass das Anschlusswerk mit dem Zimmerberg-Basistunnel gebaut wird. Ein Verzicht würde bei einer späteren Umsetzung zu erheblichen Mehrkosten und grossen Betriebseinschränkungen führen, stellt sie fest.

Die Anpassungen am Ausbauschritt 2035, für den der Bund gleichzeitig 980 Millionen Franken zusätzlich zur Verfügung gestellt hat, könnten grundsätzlich auch die wichtigsten Vorhaben im Raum Zürich betreffen: die Erweiterung des Bahnhofs Stadelhofen um ein viertes Gleis und den Ausbau des Korridors Zürich–Winterthur auf durchgehend vier Spuren. Aufgrund der sorgfältig geplanten Konzepte für die Zürcher S-Bahn und der steigenden Nachfrage im Personenverkehr geht der Regierungsrat aber davon aus, dass diese Projekte unvermindert vorangetrieben werden.


Keine Bäume auf dem Münsterhof, Stadtrat prüft Alternativen

Der Münsterhof in Zürich soll grüner werden.

Der Münsterhof in Zürich soll grüner werden.

Arnd Wiegmann / Reuters

cog. Der Zürcher Stadtrat verzichtet darauf, auf dem Münsterhof Bäume zu pflanzen. Dies teilte das Tiefbauamt am Mittwoch (28. 9.) mit. Der Entschluss folgt auf eine längere Prüfung verschiedener Möglichkeiten, den Platz mit drei Winterlinden zu begrünen.

Das Amt begründet den Entscheid mit dem Denkmalschutz. Bei der ausgewählten Stelle am Münsterhof befinden sich kommunale sowie überkommunale Schutzobjekte. Das Amt für Raumentwicklung des Kantons habe zwar das öffentliche Interesse an der Begrünung anerkannt, habe jedoch die Interessen der Denkmalpflege und Archäologie höher gewichtet.

Andere Standorte am Münsterhof kämen nicht infrage, wie das Tiebauamt schreibt, da sonst die Rettungsachse nicht gewährleistet werden könne. Die Stadt will nun andere Möglichkeiten prüfen, den Münsterhof zu begrünen.


ZKB sieht keine Sorgfaltspflichten verletzt

Der Kanton Zürich stimmte Mitte Mai über das Stimmrechtsalter 16 ab. Kurz zuvor hatte die ZKB in ihrem Kundenmagazin ein Interview dazu publiziert.

Der Kanton Zürich stimmte Mitte Mai über das Stimmrechtsalter 16 ab. Kurz zuvor hatte die ZKB in ihrem Kundenmagazin ein Interview dazu publiziert.

Michael Buholzer / Keystone

zge. Kundenhefte von Unternehmen sind in der Regel harmlos. Doch ein Artikel im Magazin «ZH» der Zürcher Kantonalbank sorgte im letzten Frühling für politischen Unmut. Der Grund: Am 19. April 2022, weniger als einen Monat vor einer kantonalen Abstimmung über die Einführung des Stimmrechtsalters 16, publizierte «ZH» ein Interview, bei dem genau diese Forderung ausführlich thematisiert wurde.

Der Titel des Artikels lautete «Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Mitbestimmung». Im Interview kam Livia Lustenberger, die Jugendbeauftragte des Kantons Zürich, zu Wort. Sie sagte unter anderem, dass ein 16-Jähriger nicht weniger vernünftig sei als eine 18-Jährige.

Für den Beitrag wurde die ZKB in den sozialen Netzwerken kritisiert. Die Gegner des Stimmrechtsalters 16 sprachen von einem «absolut einseitigen Artikel». Kurz danach verlangten drei SVP-Kantonsräte Auskunft über das Geschehene.

Der Bankrat der ZKB, also der Verwaltungsrat der Staatsbank, hat nun seine Antworten vorgelegt. Er sagt, dass die Bank zur Abstimmung über das Stimmrechtsalter 16 weder eine Position beschlossen noch eine vertreten habe. Man bedauere es, dass dieser Eindruck entstanden sei.

Aus der Antwort des Bankrats geht hervor, dass unter anderem die sehr lange Produktionszeit des Kundenmagazins Probleme verursachen kann: Bereits im November 2021 wurde der Inhalt der Ausgabe vom April 2022 festgelegt. Das Interview mit der Jugendbeauftragten wurde dann Mitte Januar 2022 geführt, also ein Vierteljahr vor Erscheinen der Ausgabe und auch zwei Wochen bevor der Regierungsrat nur schon den Termin der Abstimmung über das Stimmrechtsalter 16 festlegte.

Sorgfaltspflichten seien keine verletzt worden, schreibt der Bankrat. Die politische Neutralität der ZKB sei gewahrt geblieben. Es seien auch keine Kunden abgesprungen. Die Unternehmenskommunikation habe aber ihre Prozesse geprüft und angepasst. Geplante Themen im Heft, betont der Bankrat, würden künftig «mit erhöhter Sensibilität in Hinblick auf die politische Agenda geprüft».


Beleuchtung des Rheinfalls wird abgeschaltet

So wird man ihn nun längere Zeit nicht mehr sehen: der nächtlich beleuchtete Rheinfall, fotografiert von Neuhausen aus.

So wird man ihn nun längere Zeit nicht mehr sehen: der nächtlich beleuchtete Rheinfall, fotografiert von Neuhausen aus.

Karin Hofer / NZZ

bai.

Nach dem Sonnenuntergang wird der Rheinfall beleuchtet – eigentlich. Ein Besuch des Rheinfalls sei deshalb auch am Abend sehr verlockend, heisst es dazu auf der touristischen Website. Bis anhin gab es lediglich eine Ausnahme, bei Vollmond. Dann wurde die Beleuchtung jeweils während zweier Nächte ausgesetzt.

Nun tritt eine weitere Ausnahme in Kraft. Der Schaffhauser Regierungsrat hat nämlich in Absprache mit der Baudirektion des Kantons Zürich beschlossen, die Beleuchtung des Rheinfalls abzuschalten. So teilt es die Staatskanzlei des Kantons Schaffhausen am Donnerstag (22. September) mit. Dies ab sofort und ohne Ankündigung einer Reaktivierung der Beleuchtung.

Mit dieser sowie weiteren Massnahmen soll ein Beitrag zur Reduktion des Gas- und Stromverbrauchs geleistet werden. Am Mittwoch gab auch der Zürcher Stadtrat bekannt, mit welchen Sparmassnahmen er den Stromverbrauch eindämmen will.


Keltischer Silberschatz in Weiach geborgen

Keltische Silbermünzen aus Weiach: Sie zeigen auf der Vorderseite einen Apollokopf und auf der Rückseite ein Zweigespann mit Pferden und einem sitzenden Wagenlenker.

Keltische Silbermünzen aus Weiach: Sie zeigen auf der Vorderseite einen Apollokopf und auf der Rückseite ein Zweigespann mit Pferden und einem sitzenden Wagenlenker.

Kantonsarchäologie Zürich

vof.

Im Oktober 2020 entdeckte ein Mitarbeiter der Kantonsarchäologie bei einer Begehung am Sanzenberg eine keltische Münze. Mittlerweile ist dieser Schatz auf 62 Silberstatere* und eine Potinmünze des sogenannten «Zürcher Typs» angewachsen, wie die Zürcher Baudirektion am Donnerstag mitteilte. Die Archäologen datieren sämtliche Münzen ins erste und zweite Jahrhundert vor Christus. Zudem sei eine römische Silbermünze des Kaisers Antoninus Pius gefunden worden, der im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus lebte.

Warum die Münzen in Weiach vergraben oder deponiert wurden, ist unklar. Vielleicht seien sie im Bereich eines Heiligtums als Weihegabe deponiert worden, schreibt die Baudirektion in einer Mitteilung. In der Nähe des Fundplatzes verläuft der «Alte Zürichweg». Dieser Verkehrsweg habe mindestens seit dem Mittelalter von Kaiserstuhl (AG) mit seinem Rheinübergang nach Zürich geführt. Es sei jedoch durchaus denkbar, dass diese Verbindung schon von den Römern, vielleicht sogar schon von den Kelten genutzt worden sei. Dies wäre eine mögliche Erklärung für die Lage der Fundstelle.

Um die Münzen der Bevölkerung zugänglich zu machen, werden sie vom 24. September 2022 bis Ende Februar 2023 im Münzkabinett der Stadt Winterthur ausgestellt.

* Stater ist der Name verschiedener Geldstücke der Antike, der Stater gilt als wichtigste griechische Münze. Die Silberstatere sind Imitationen griechischer Münzen mit einem leichten Silbergehalt, deren Stil sich deutlich in keltische Richtung weiterentwickelt hat.


Die Volkswirtschaftsdirektion will das schlummernde Potenzial an Innovationen in KMU wecken

sho.

Im Kanton Zürich können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ab sofort Ideen für neue Entwicklungen unter Beizug von Expertinnen und Experten aus der Privatwirtschaft und weiteren Spezialisten ausloten und umsetzen. Sie leisten Orientierungshilfe für Innovationen und Unterstützung bei Anträgen für nationale Fördergelder. Die beteiligten Firmen erhalten ausserdem Zugang zu einem breiten Partnernetzwerk. Das ist der Kern eines neuen Programms der kantonalen Standortförderung.

Zürich mit seinen renommierten Hochschulen, Grossunternehmen und der lebendigen Szene von Startups ist zwar ein guter Innovationsstandort. Die kantonale Volkswirtschaftsdirektion ortet aber im Gewerbe noch Potenzial. In den KMU mit weniger als 100 Mitarbeitenden seien die Innovationsaktivitäten seit mehreren Jahren rückläufig, heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch (21. 9.). Das hat Anfang Jahr auch die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften festgestellt.

Als Grund für diese Entwicklung wird der fehlende Zugang zum nötigen Wissen angeführt, dazu die knappen Ressourcen, um neue Vorhaben anzustossen. Auch bestünden oft Hemmschwellen, mit anderen Unternehmen oder den Hochschulen zusammenzuarbeiten. Als Folge liefen diese Firmen Gefahr, den Anschluss zu verlieren, heisst es weiter. Ein nachhaltiges Wachstum und die Übergabe des Unternehmens an die nächste Generation würden damit erschwert.

Hinter dem Programm KMU und Innovation stehen neben dem kantonalen Netzwerk Standortförderung die Kantonalbank, die Zürcher Handelskammer und der Kantonale Gewerbeverband. Die Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) wird in der Mitteilung zitiert, es sei wichtig, dass die KMU in ihrer Innovationsfähigkeit einen Sprung nach vorn machten. Das neue Angebot stärke die Branchenvielfalt und das regionale Unternehmertum.


Zwei Drittel der Randständigen, die in sozialen Einrichtungen wohnen, haben zwei oder mehr psychiatrische Diagnosen

vö.

Eine aktuelle Studie zeigt: Nahezu alle Klientinnen und Klienten in den Stadtzürcher Notschlafstellen und übrigen Wohneinrichtungen für Randständige sind psychisch krank. Zudem ist der Anteil an Personen mit zwei oder mehr psychiatrischen Diagnosen in den letzten Jahren gestiegen. Das teilt die Stadt Zürich mit.

Bereits 2013 ergab eine Studie der Psychiatrisch-Psychologischen Poliklinik der Stadt Zürich, dass 96 Prozent der Klientel in den sozialen Einrichtungen die Kriterien mindestens einer psychiatrischen Diagnose erfüllen. 2021 wurde die Befragung mit 333 Teilnehmenden wiederholt. Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass nach wie vor nur 4 von 100 Personen frei von psychischen Einschränkungen sind. Zwei Drittel haben inzwischen zwei oder mehr psychiatrische Diagnosen.

80 Prozent der befragten Personen sind von Abhängigkeitserkrankungen (Drogen, Alkohol) betroffen. Zugenommen haben affektive Störungen wie Depressionen (45 Prozent Betroffene) oder Krankheiten aus dem schizophrenen Formenkreis (30 Prozent Betroffene). Signifikant gestiegen ist das Durchschnittsalter der Klientinnen und Klienten. Mit 50 Jahren liegt es um fünf Jahre höher als 2013.

Wie die Stadt Zürich festhält, zeigt die Zunahme der Belastungen die Notwendigkeit spezialisierter wohnintegrativer Angebote. Als Beispiel nennt sie die 2019 eröffnete «Beaufsichtigte Wohnintegration». Die Einrichtung bietet Menschen, die durch alle Maschen gefallen sind, langfristige Stabilisierung.


Bargeld für arme Ausländer: Externe Evaluation zieht positive Bilanz

lkp.

Mit Bargeld wollte der Zürcher Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) bedürftigen Ausländerinnen und Ausländern, die keine Sozialhilfe beziehen können oder wollen, unter die Arme greifen. Anders als die ordentlichen Sozialhilfe war die wirtschaftliche Basishilfe nicht an den Aufenthaltsstatus gebunden.

88 776 Franken waren von der Stadt verteilt worden. Dann stoppte der Bezirksrat den Versuch aufgrund einer Beschwerde der FDP. Diesen Entscheid wollte die Stadt nicht akzeptieren und kündigte einen Rekurs an. Dazu kam es jedoch nie, weil der Stadtkanzlei ein Versandfehler unterlief. Die Rekursschrift wurde nicht fristgerecht der Post übergeben.

Die Basishilfe konnte somit nur während zehn Monaten in der Praxis erprobt werden. Auf diesen Zeitraum gestützt hat die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften eine Evaluation durchgeführt.

Die Basishilfe sei von zwei Personengruppen bezogen worden, heisst es im Communiqué der Stadt Zürich. Zum einen seien dies Menschen gewesen, die im Normalfall grundsätzlich genug – wenn auch knappe – Ressourcen hätten, um ihren Lebensunterhalt selbständig zu bestreiten, jedoch durch eine Notlage auf kurzfristige Unterstützung angewiesen gewesen seien. Zum anderen habe es sich um Menschen gehandelt, die sich schon seit längerer Zeit – teilweise seit mehreren Jahren – in äusserst prekären Lebensumständen befänden.

Für die erste Gruppe habe die Basishilfe als Überbrückung gedient. Die finanzielle Situation der zweiten Gruppe habe sich durch die begrenzte Auszahlung der Basishilfe zwar nicht grundlegend verändert. Durch den Zugang zu Beratungsangeboten und anderen Hilfsleistungen hätten die Betroffenen aber erste Weichen für eine langfristige Verbesserung ihrer Situation stellen können.

Die Autoren der Evaluation kommen zum Schluss, dass die wirtschaftliche Basishilfe dazu beitragen konnte, die bestehende Lücke im sozialen Sicherungssystem für Menschen ohne Schweizer Pass zu schliessen, «die durch die hochproblematische Verknüpfung von Sozialhilfebezug und Migrationsrecht hervorgerufen wird».

Durch die explizite Verbindung von finanzieller Hilfe mit professioneller Beratung und gezielter Triage zu anderen bereits bestehenden Angeboten erhielten Ausländer und Ausländerinnen niederschwelligen Zugang zu sowohl staatlichen als auch privaten Unterstützungsmöglichkeiten, heisst es im Communiqué. So könnten die Betroffenen ihre individuellen Lebensumstände verbessern ohne das Risiko ausländerrechtlicher Konsequenzen.

Die SP hat bereits im Frühjahr angekündigt, die Basishilfe retten zu wollen. Wann das Parlament erneut über die Basishilfe diskutiert, ist noch unklar.


Das «Primitivo» am Oberen Letten verschwindet, die Maag-Event-Gastronomie übernimmt

Im «Primitivo» gab es auch Public Viewing von Fussballspielen, wie hier im Jahr 2008.

Im «Primitivo» gab es auch Public Viewing von Fussballspielen, wie hier im Jahr 2008.

Walter Bieri / Keystone

bai. Das Freiluftrestaurant Primitivo am Oberen Letten gehört zu den sicheren gastronomischen Werten an der Limmat in Zürich. Das im Sommer gut besuchte Selbstbedienungslokal steht für die erfolgreiche Aufwertung eines Viertels, das in den 1990er Jahren vom Drogenelend gezeichnet war.

18 Jahre lang haben sich hier jugendliche und jung gebliebene Gäste bei schönem Wetter verpflegt, auch auf dem dazugehörenden Sonnendeck. Dies ist noch bis Ende Oktober täglich von früh bis 24 Uhr möglich, sofern es nicht regnet.

Doch ab dem nächsten Frühling wird beim beliebten Flussbad nicht mehr die Letten GmbH wirten, sondern die Maag Music & Arts AG. Damit wird auch der Name «Primitivo» verschwinden. Denn die neue Sommerküche nennt sich «Gump».

Architektonisch wird sich das Erscheinungsbild des Oberen Letten ebenfalls ändern. Die heutigen Container seien seit bald zwanzig Jahren im Einsatz und müssten aller Voraussicht nach ersetzt werden, erklärt Kornel Ringli, Sprecher der Stadtzürcher Liegenschaftsverwaltung. Die Betreiber wollen den «Gump» in einem Modulbau aus Bündner Massivholz unterbringen.

Im Mai schrieb Liegenschaften Stadt Zürich die Gastronomie am Oberen Letten neu aus. Dies geschehe periodisch, um allen interessierten Gewerbetreibenden eine Chance zu geben, sagt Ringli.

Insgesamt 18 Gastronominnen und Gastronomen bewarben sich, wie aus der am Donnerstag (15. 9.) versendeten Mitteilung hervorgeht.

Den Zuschlag erhielten Darko Soolfrank, Fabian Duss, Thomas Ebensberger und Melanie Fässler von der Maag Music & Arts AG. Die Firma betreibt seit 2001 die Maag-Halle und seit 2017 die Halle 622 in Oerlikon. Neben der Theatergastronomie in der Maag-Halle führt sie drei weitere Betriebe, darunter der Sommerbiergarten «Zum frischen Max» in Oerlikon.

Im neuen Restaurant am Oberen Letten sollen leichte Sommergerichte, frische Bowls, Fischknusperli, Burger sowie Grillspezialitäten in Selbstbedienung angeboten werden.


Mehrstündiger Stromausfall in Zürich Wollishofen und Leimbach

ran. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) hatte am Freitag (9. 9.) gegen 17 Uhr 20 eine Störung im Gebiet Wollishofen/Leimbach gemeldet. In den Geschäften wurde es plötzlich dunkel. Anwohner meldeten, dass ihre Fernseher plötzlich schwarz waren.

Betroffen sei das Unterwerk Frohalp, sagt EWZ-Mediensprecherin Marie Oswald auf Anfrage. 10 000 Kundinnen und Kunden seien betroffen.

Zur Ursache kann das EWZ noch keine Angaben machen. Auf der Website ist lediglich von einer «11kV-Störung im Gebiet Wollishofen/Leimbach Seestrasse aufgrund einer noch unbekannten Ursache» die Rede. Wo im Stromnetz das Problem sei, sei unklar, erklärte Oswald. Aus Sicherheitsgründen sei beim Unterwerk automatisch ein Schalter ausgelöst worden, damit kein grösserer Schaden entstehe.

Die Haushalte wieder anzuschliessen habe Priorität, versichert Oswald. Die Dauer der Störung sei nicht absehbar. Gegen 19 Uhr konnten die ersten Betroffenen aber wieder mit Strom versorgt werden, teilte das EWZ auf Twitter mit. Demnach werden nach und nach wieder mehr Haushalte zugeschaltet. Nach drei Stunden waren alle Betroffenen wieder angeschlossen.


Auf eine arbeitslose Person entfallen fast 1,2 freie Stellen

sho. Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich ist im August weiter gesunken. Nachdem im Juni mit 1,7 Prozent der niedrigste Wert seit 20 Jahren zu verzeichnen war, lag sie im August auf dem neuen Rekordwert von 1,6 Prozent. Insgesamt waren 14 205 Personen arbeitslos gemeldet, 258 weniger als im Vormonat, wie aus einer Meldung (8. 9.) des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA) hervorgeht.

Die Zürcher Arbeitslosenquote ist auf dem tiefsten Stand seit Jahrzehnten

Januar 2020 bis August 2022, in Prozent

Demnach verläuft die Wirtschaftsentwicklung in allen Branchen positiv und dynamischer als im gesamtschweizerischen Durchschnitt. Auch das Zürcher Gastgewerbe konnte nach der Krise wegen der Pandemie weiter zulegen. Der Zürcher Index zur Geschäftslage lag mit 37 Punkten im August 9 Punkte über dem Schweizer Wert.

Allerdings rechnet das AWA im Winter mit einer Abkühlung der Konjunktur. Die angespannte Situation bei der Energieversorgung drückt auf die Geschäftserwartungen. Gleichwohl überwiegt die Zahl der Unternehmen, die von einer Verbesserung der Geschäftslage ausgehen.

Deshalb dürfte der Arbeitsmarkt selbst bei gebremstem Wachstum bis Ende Jahr ausgetrocknet bleiben. Inzwischen kommen auf jeden Arbeitslosen fast 1,2 offene Stellen. Die Zürcher Branchen rechnen laut dem AWA damit, dass sie in den nächsten Monaten ihre Belegschaft aufstocken.


An der ETH Zürich wird es kühler, auch eine Schliessung von Gebäuden steht zur Diskussion

Die ETH Zürich will Energie sparen.

Die ETH Zürich will Energie sparen.

Christian Beutler / Keystone

zge. Wie viele Grossbetriebe ist auch die ETH Zürich von den steigenden Energiekosten betroffen. Die Hochschule plant nun diverse Sparmassnahmen. Die ETH-Medienstelle bestätigt einen Bericht des «Blicks» vom Sonntag (4. 9.), wonach die Heizungen gedrosselt werden und der Warmwasserverbrauch eingeschränkt wird.

Auf Warmwasser verzichtet werden soll dort, wo es bloss eine Frage des Komforts ist. Die Forschungsinfrastruktur werde nicht betroffen sein. Sollte sich die Lage verschärfen, plant die Hochschule einschneidendere Massnahmen. Denkbar sei die Schliessung von Verwaltungsgebäuden, dies im Fall einer starken Mangellage oder bei einer Anordnung des Bundes.

Die Hochschule rechnet im kommenden Jahr mit einer Verdoppelung der Stromrechnung auf über 30 Millionen Franken.


Sicherheitsdirektion unterstützt Ausstieg aus der Prostitution mit 150 000 Franken

Ausstiegswillige Prostituierte sind oftmals auf Hilfe von aussen angewiesen.

Ausstiegswillige Prostituierte sind oftmals auf Hilfe von aussen angewiesen.

Corinne Kramer / NZZ

sho. Nicht allen Frauen, die aus der Prostitution aussteigen wollen, gelingt das aus eigener Kraft. Viele sind dabei auf Hilfe von aussen angewiesen. Diese Angebote unterstützt die kantonale Sicherheitsdirektion gemäss einer Mitteilung vom Freitag (2. 9.) nun mit insgesamt 150 000 Franken.

Drei Organisationen, die bereits als Anlaufstellen für Prostituierte aktiv sind, erhalten je einen Beitrag von 50 000 Franken, um ein Hilfsprogramm zu entwickeln und zu erproben. Es handelt sich um den Verein Anora in Winterthur, den Verein Heartwings in Zürich und den Verein Solidara mit den Beratungsstellen Isla Victoria in beiden Grossstädten.

Sie beraten Prostituierte individuell beim Umstieg, leisten Unterstützung zur Selbsthilfe durch Schulungen sowie Sprachförderung und stärken die Kompetenz der Frauen bei Bewerbungen. Laut dem Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) besteht ein Ziel auch darin, dass die drei Organisationen, die mit unterschiedlichen Ansätzen arbeiten, sich untereinander sowie ihre Angebote stärker vernetzen.

Kann ein Direktionsvorsteher ohne Beschluss der Regierung einfach Geld verteilen? Seine Finanzkompetenz reiche im Rahmen des Budgets bis zu einer Million Franken, antwortet Fehr. Ungewöhnlich ist, dass der Anstoss für die finanzielle Unterstützung eher informell von fünf Mitgliedern des Kantonsrats aus EVP, GLP, GP und AL ausgegangen ist. Sie setzen sich für das Anliegen ein und konnten nun etwas bewirken, ohne im Kantonsrat einen Vorstoss einzureichen.


Einsteins Doktoratsurkunde wird an der UZH permanent ausgestellt

Für die Karriere des Physiknobelpreisträgers Albert Einstein, hier 1931 am Carnegie Institute in Pasadena, spielte Zürich eine wichtige Rolle.

Für die Karriere des Physiknobelpreisträgers Albert Einstein, hier 1931 am Carnegie Institute in Pasadena, spielte Zürich eine wichtige Rolle.

Ap / AP

ela. Vor 116 Jahren erhielt Albert Einstein (1879–1955) seine Doktoratsurkunde für Physik an der Universität Zürich. Nun ist die Urkunde wieder zurück in Zürich, das in der Karriere des Physikers eine so wichtige Rolle einnahm. Sie ist von nun an in einer Vitrine in der Eingangshalle des Kollegiengebäudes zu sehen. Am Donnerstag (1. 9.) wurde die Vitrine anlässlich einer Veranstaltung zum 100-Jahr-Jubiläum der Verleihung des Nobelpreises an Albert Einstein eingeweiht, wie die Universität in einer Mitteilung schreibt.

Albert Einsteins Karriere ist eng mit Zürich verbunden: Einstein studierte von 1896 bis 1900 am Eidgenössischen Polytechnikum Physik und reichte 1905 seine Dissertation «Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen» an der Universität Zürich ein. Im Januar 1906 erhielt er dafür die Doktorwürde und die entsprechende Urkunde. Danach war er von 1909 bis 1911 Professor für Theoretische Physik an der UZH und von 1912 bis 1914 an der ETH Zürich.


Zürich: Die VBZ registrieren wieder so viele Unfälle wie vor der Corona-Pandemie

Auf dem Streckennetz der VBZ ereigneten sich wieder mehr Unfälle.

Auf dem Streckennetz der VBZ ereigneten sich wieder mehr Unfälle.

Christoph Ruckstuhl / NZZ

fbi.

Die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) haben im ersten Halbjahr 2022 ähnlich viele Unfälle wie vor der Pandemie verzeichnet. Wie die VBZ am Donnerstag (1. 9.) in einer Mitteilung schreiben, führen sie den Anstieg bei den sogenannten Schadenereignissen zur Hauptsache auf das normalisierte Verkehrsaufkommen zurück. So habe etwa die Zahl der Kollisionen, in die Velo- und Mofalenker involviert gewesen seien, zugenommen, ebenso die Zahl der Stoppunfälle.

Insgesamt registrierten die VBZ im ersten Halbjahr auf ihrem Streckennetz 765 Schadenereignisse. Zum Vergleich: 2019 waren es 779, im letzten Jahr 651.

Die detaillierte Auswertung der Verkehrsbetriebe für die Monate Januar bis Juni zeigt, dass die Zahl der Unfälle, bei denen sich jemand verletzte, mit 255 höher lag als im ersten Halbjahr 2021 (179). 120 davon waren auf Stoppunfälle zurückzuführen – Unfälle, bei denen das Fahrpersonal wegen anderer Verkehrsteilnehmer einen Notstopp einleiten musste.

Die Zahl der Kollisionen mit Fahrzeugen hat gegenüber der Vergleichsperiode 2021 um 47 auf insgesamt 416 zugenommen, wobei es zu 30 Kollisionen mit Velos und Mofas gekommen ist. Im ersten Halbjahr 2021 waren es deren 8 Vorfälle. Einer der Unfälle endete dabei tödlich.


Feuerverbot im Wald aufgehoben

Bräteln im Wald ist wieder möglich, aber nicht so: Es muss eine gesicherte Feuerstelle sein. Die Brandgefahr bleibt erheblich.

Bräteln im Wald ist wieder möglich, aber nicht so: Es muss eine gesicherte Feuerstelle sein. Die Brandgefahr bleibt erheblich.

Gaetan Bally / Keystone

cov. Der Kanton Zürich hat das Feuerverbot im Wald und in Waldnähe per Donnerstag (1. 9.) aufgehoben. Die Waldbrandgefahr sei dank den Niederschlägen der vergangenen Tage von «gross» (Stufe 4 von 5) auf «erheblich» (3) zurückgestuft worden. Wie die Baudirektion am Mittwoch (31. 8.) in einem Communiqué mitteilte, sei aber weiterhin Vorsicht geboten.

Die Baudirektion ruft die Bevölkerung dazu auf, im Wald oder in seiner Nähe bestimmte Verhaltensregeln zu beachten: keine Zigaretten oder Zündhölzer wegwerfen, nur in befestigten Feuerstellen feuern, das Feuer überwachen, beim Verlassen der Stelle mit Wasser löschen und bei starkem Wind ganz aufs Feuer verzichten. Die Aufhebung des Verbots gilt nicht für Gemeinden, die ein generelles Feuerverbot auf ihrem ganzen Gebiet erlassen haben.


Züri-Sack wird günstiger – dank einer ungewöhnlichen politischen Allianz

Der Züri-Sack wird günstiger und wechselt die Farbe.

Der Züri-Sack wird günstiger und wechselt die Farbe.

Gaetan Bally / Keystone

mvl. Ab dem neuem Jahr bezahlen die Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher weniger für die Abfallentsorgung. Ein 35-Liter-Sack beispielsweise kostet neu 1.30 Franken statt 1.70 Franken. Dies geht zurück auf einen Vorstoss der FDP, die, wie oft in Gebührenfragen, mit der AL zusammenspannte.

Auf den Jahreswechsel hin wechselt der Abfallsack zudem seine Farbe. Für den weissen Züri-Sack musste farbloses oder weisses Plastik-Rezyklat aus der Industrie verwendet werden. Der dunkle, blaue Züri-Sack kann gemäss Stadt auch mit Recycling-Kunststoff aus Haushaltsabfällen hergestellt werden. Die neue Farbe sei somit ein «Beitrag zur Schliessung von Stoffkreisläufen». Die weissen Säcke, die noch im Umlauf sind, sind nach wie vor gültig.

Schliesslich führt die Stadt die flächendeckende Abfuhr für biogene Abfälle ein. Ab Januar werden zusätzlich zu den 16 000 bestehenden 9000 weitere Bioabfall-Container aufgestellt.

Diphtherie: Zwei Fälle im Bundesasylzentrum Zürich

cov. Im Bundesasylzentrum Zürich liegen zwei Fälle von Diphtherie vor. Das meldete die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich am Mittwoch (31. 8.). Entsprechende Sofortmassnahmen seien eingeleitet worden und es bestehe für die weitgehend durchgeimpfte Bevölkerung keine Gefahr. Es handle sich dabei um je einen Fall von Haut- und Rachendiphtherie.

Wie die Gesundheitsdirektion schreibt, würden alle Kontaktpersonen getestet und enge Kontakte erhielten prophylaktisch Antibiotika. In Absprache mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) sei in der betroffenen Abteilung mit rund 180 Jugendlichen ein sofortiger Aufnahme- und Verlegungsstopp angeordnet worden. Zuletzt waren auch in anderen Asylzentren Diphtherie-Fälle festgestellt worden.


Bausektion des Zürcher Stadtrats beurteilt Brunaupark nun als «lärmoptimiert»

Die Baugespanne deuten an, dass der Neubau gegen die Strasse hin deutlich höher wird als die bestehenden Bauten.

Die Baugespanne deuten an, dass der Neubau gegen die Strasse hin deutlich höher wird als die bestehenden Bauten.

Karin Hofer / NZZ

ak.

Die geplante Grossüberbauung der Credit-Suisse-Pensionskasse im Süden der Stadt Zürich soll die meisten der heute bestehenden Bauten ersetzen: 239 Wohnungen werden abgebrochen, 500 neue entstehen. Der erste Anlauf für die Bewilligung des Projekts ist allerdings den mittlerweile sehr rigid ausgelegten Strassenlärmbestimmungen zum Opfer gefallen: Die Gerichte fanden, es sei nicht alles unternommen worden, um die Bewohnerinnen und Bewohner vor dem übermässigen Strassenlärm zu schützen.

Nach dem Urteil des Baurekursgerichts hat die CS-Pensionskasse umgehend ein Alternativprojekt ausarbeiten lassen, bei dem die Wohnungen gegen die Strasse hin besser geschützt werden. Für dieses Alternativprojekt hat die Bausektion des Zürcher Stadtrats nun die Bewilligung erteilt. Durch die zweckmässige Anordnung der Nutzungen und Räume, aber auch durch bauliche Massnahmen wie Loggien oder transparente Fassadenbauteile könnten die Immissionsgrenzen nun an allen Fenstern eingehalten werden, heisst es in der Baubewilligung.

«Das Projekt ist lärmoptimiert», heisst es weiter, womit die Voraussetzungen für die Erteilung der Baubewilligung erfüllt seien. Angesichts der heftigen Debatten um die Grossüberbauung kann dennoch davon ausgegangen werden, dass diese Bewilligung ebenfalls angefochten wird. Auch politisch wird der neue Brunaupark angegriffen: Sollte auch das zweite Projekt scheitern, wird es für die Bauherrschaft schwierig, denn dann wird die vom Gemeinderat gewünschte Gestaltungsplanpflicht bereits rechtskräftig sein.


Die Zahl der leerstehenden Wohnungen sinkt weiter

sho. Die Knappheit bei freien Wohnungen in Stadt und Kanton Zürich verschärft sich. Am 1. Juni standen im Kanton Zürich 4660 Wohnungen leer, das sind 860 weniger als ein Jahr zuvor. Die Leerwohnungsziffer sinkt damit von 0,7 auf 0,6 Prozent. Diese Statistik spiegelt zwar nur Wohnungen, die nicht sofort von der Nachfrage absorbiert werden; ein nahtloser Wechsel der Mieter oder Besitzer findet darin keine Aufnahme. Über längere Zeit ist die Leerwohnungsziffer aber ein Indiz für Wohnungsmangel.

So ist der kantonale Wert von 0,6 Prozent letztmals vor zehn Jahren unterboten worden. Der Rückgang betrifft Miet- und Eigentumswohnungen sowie fast alle Regionen. Gegen 60 Prozent der Gemeinden haben einen niedrigeren Leerwohnungsbestand gemeldet. Einzig die Region Zimmerberg am linken Seeufer weist einen geringfügigen Anstieg aus. Die stärkste Abnahme verzeichnen die Stadt Zürich, das Limmat- und das Glatttal sowie das Knonauer Amt.

Mit Abstand am wenigsten Leerwohnungen, genau 161 an der Zahl, gab es Ende Juni in der Stadt Zürich, was einem Anteil von 0,07 Prozent entspricht. Im Vorjahr betrug er noch 0,17 Prozent. Gegenüber 2016 mit einem relativen Zwischenhoch ist die Ziffer in Zürich auf einen Drittel geschrumpft.

Als Hauptgrund für die Wohnungsknappheit trotz abgeschwächtem Bevölkerungswachstum nennen die Statistiker die relativ bescheidene Wohnbautätigkeit. 2021 nahm der Wohnungsbestand im ganzen Kanton um 4900 Einheiten zu, im Vorjahr waren es noch 6700. In der Stadt Zürich kommt hinzu, dass die Anzahl Einwohner nach einer Beruhigung während der Pandemiejahre 2020/21 in der ersten Hälfte 2022 gegenüber dem Vorjahr um fast 6000 Personen sprunghaft angestiegen ist.

Brand im Oberdorf: Rauchsäule über Zürich

Die Rauchwolke ist weitherum zu sehen.

Die Rauchwolke ist weitherum zu sehen.

NZZ

lip./nel. Rauchwolken über dem Bellevue: Im Stadtzentrum von Zürich ist am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Die Oberdorfstrasse in der Altstadt war vorübergehend abgesperrt, die hohe Rauchsäule lockte zahlreiche Schaulustige an. Wie Schutz und Rettung am späten Abend mitteilte, handelte es sich bei dem brennenden Objekt um den Dachstuhl eines denkmalgeschützten Hauses.

Als die Feuerwehr um kurz nach 18 Uhr am Zielort eingetroffen sei, habe der Dachstock bereits voll in Flammen gestanden, heisst es weiter. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden, hinterliess aber einige Glutnester, weshalb die Löscharbeiten lange andauerten. Verletzt wurde niemand, eine Person konnte rechtzeitig aus dem Haus geholt werden.

Das Gebäude nördlich des Hechtplatzes befinde sich derzeit im Umbau, sagte Marco Grendelmeier von Schutz und Rettung der NZZ. Die engen Gassen der Altstadt und die Konstruktion des Dachstocks erschwerten die Löscharbeiten zusätzlich. Die Nacht über bewachte eine Milizwache das Gebäude, um die Eindämmung der Glutnester sicherzustellen.

Die Brandursache ist noch unklar, ebenso der Sachschaden. Laut Mitteilung von Schutz und Rettung dürfte dieser aber beachtlich sein.

Triemli-Herzchirurg soll die Turbulenzen an der Klinik für Herzchirurgie am USZ vergessen machen

Omer Dzemali wechselt per 1. Dezember als Klinikdirektor ans Universitätsspital.

Omer Dzemali wechselt per 1. Dezember als Klinikdirektor ans Universitätsspital.

Stadtspital Zürich / PD

ak.

In den letzten Jahren hat die Herzklinik am Universitätsspital (USZ) mit den Folgen der Turbulenzen um den früheren Direktor Francesco Maisano zu kämpfen gehabt. Maisano war vorgeworfen worden, Berichte geschönt und Interessenkonflikte verschwiegen zu haben. Im September 2020 trennte sich das USZ von Maisano; Paul Vogt versucht seither als Interimsdirektor die Wogen zu glätten.

Umgekehrt lief es beim Triemlispital, wo der gute Ruf von Omer Dzemali, dem Chefarzt der Herzchirurgie, für steigende Patientenzahlen sorgte. Nun wechselt, wie USZ und Stadtspital je separat mitteilen, Omer Dzemali per 1. Dezember als Klinikdirektor ans Universitätsspital, wo er die Nachfolge von Vogt antreten wird. Im Rahmen der sogenannten Herzallianz, in der USZ und Stadtspital seit 2015 zusammenarbeiten, war Dzemali schon bisher auch im USZ tätig. Er kenne das Spital und die Klinik für Herzchirurgie also bereits bestens, heisst es in der USZ-Mitteilung.

Dzemali wird neu auch Leiter der Herzallianz. Seine profunde Kenntnis beider Institutionen sei eine hervorragende Basis, um die Herzallianz unter seiner Leitung weiter auszubauen, schreibt das USZ. In der Mitteilung des Stadtspitals heisst es sogar, dass damit «die beiden Institutionen der Vision einer starken gemeinsamen Herzchirurgie in Zürich näher rücken». Welche Funktionen Dzemali – im Rahmen der Herzallianz – am Triemli noch beibehalten soll, wird erst definiert, wie die Medienstelle des Stadtspitals auf Anfrage sagt.

Stadt Zürich gibt unschöne Brachen im Glattpark zur Überbauung frei

ak.

Der Glattpark auf Opfiker Gemeindegebiet ist eine Erfolgsgeschichte: Innert kürzester Zeit wurden Geschäftshäuser und Wohnungen aller Art erstellt – unter anderem auch solche der grössten Baugenossenschaft der Schweiz, der ABZ. Ausgerechnet die Stadt Zürich behinderte die weitere Entwicklung aber dadurch, dass sie zwei Areale, die ihr gehörten, brach liegen liess. Der Gemeinderat hatte sich gegen einen Verkauf ausgesprochen und nur noch Tauschgeschäfte erlauben wollen, bei denen Areale auf Zürcher Boden für günstige Wohnungen oder Schulen eingehandelt werden könnten.

Der Stadtrat hatte genau ein solches Geschäft eingefädelt: Die zwei Areale sollten an die Swiss Life gehen, dafür erhielte die Stadt ein Grundstück der Swiss Life auf Stadtgebiet, das im Richtplan für die Erstellung eines Parks und einer Schule vorgesehen ist. Der Zürcher Gemeinderat hat dem Geschäft am Mittwoch zugestimmt, allerdings gegen die Stimmen von Grünen und AL.

Die Swiss Life wolle auf dem eingetauschten Land einfach wieder die höchste Rendite einfahren, argumentierten die beiden Linksparteien. Das widerspreche dem Engagement der rot-grünen Parteien Zürichs. Diese haben sich den Kampf für preisgünstige Wohnungen auf die Fahne geschrieben. Dieses Engagement dürfe nicht an der Stadtgrenze aufhören. Zudem sei die Liegenschaft, die man von der Swiss Life erhalte, nicht über jeden Zweifel erhaben. Mit den Stimmen der SP ergab sich dennoch eine deutliche Mehrheit fürs Tauschgeschäft.

Deutlich weniger Geburten in der Stadt Zürich

Kam im ersten Halbjahr 2022 in der Stadt Zürich seltener vor: Ein Vater hält sein neugeborenes Kind im Arm.

Kam im ersten Halbjahr 2022 in der Stadt Zürich seltener vor: Ein Vater hält sein neugeborenes Kind im Arm.

Petra Orosz / Keystone

bai. Im ersten Halbjahr 2022 wurden in der Stadt Zürich rund 500 Babys weniger geboren als im Vorjahr. Der Geburtenrückgang tritt in allen Altersklassen, bei Schweizer und ausländischen Frauen sowie in allen Stadtkreisen auf. Dies schreibt Statistik Stadt Zürich am Donnerstag (25. 8.) in einem Communiqué.

Bis im Jahr 2016 stiegen die Geburtenzahlen in der jeweils ersten Jahreshälfte auf 2600 an. Sie blieben von 2017 bis 2021 ungefähr konstant. Im ersten Halbjahr 2022 wurden 2028 Babys geboren; das sind 20 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2021, als 2549 Neugeborene gezählt wurden.

So viele Babys wurden in Zürich geboren

Anzahl Geburten pro Halbjahr

Derzeit leben mehr Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren in Zürich als im Vorjahr (+2 Prozent). Die Fertilitätsrate, also die Anzahl Neugeborene pro Frau im Alter von 15 bis 49, ist jedoch markant tiefer, nämlich minus 22 Prozent. Das bedeutet, dass die tieferen Geburtenzahlen nicht auf die Anzahl junger Frauen, sondern auf die tiefere Fertilitätsrate zurückzuführen sind.

Von 2000 bis 2016 hatte es einen Anstieg der Geburten gegeben, weil mehr junge Frauen in Zürich wohnten und diese mehr Kinder pro Frau auf die Welt brachten. Letzteres war insbesondere bei den 35- bis 39-Jährigen der Fall. Die Fertilitätsrate ging 2022 in allen Altersklassen deutlich zurück, wobei es beim Rückgang der Fertilitätsraten keine Unterschiede zwischen Schweizerinnen und Ausländerinnen gibt.

Ein Grund für den Rückgang dürfte die anhaltende Krisensituation sein. Von einem Corona-Babyboom hat man schon bezogen auf die Pandemiejahre nicht sprechen können: Die Fertilitätsrate war nämlich in den meisten Monaten der Jahre 2020 und 2021 geringer im Vergleich mit dem Mittel der Vorjahre. Das heisst, dass auch schon in dieser Zeit pro Frau weniger Kinder geboren wurden.

Viele Zürcher Lehrkräfte erhalten den August-Lohn verspätet

sho. Der Lehrermangel hat eine unerwartete Folge. Die zahlreichen Neubesetzungen von Stellen führen dazu, dass der Lohn für den Monat August für einen Teil der Lehrkräfte erst verspätet ausbezahlt werden kann. Das berichtete am Mittwoch (24. 8.) das «Regionaljournal Zürich und Schaffhausen» des Schweizer Radios.

Der Sender zitierte aus einem Bulletin des kantonalen Volksschulamtes, das vor einigen Tagen an die Schulleitungen im Kanton verschickt wurde. Es begründet die Verzögerung mit den zahlreichen, teilweise sehr spät erfolgten Anstellungen. Durch die stark gestiegene Arbeitslast und wegen personeller Mängel hätten die Unterlagen nicht mehr rechtzeitig verarbeitet werden können.

Betroffen sind Lehrkräfte, die im August neu eingestellt wurden oder im Sommer ihr Pensum änderten. Laut dem Regionaljournal könne es sich um einige hundert Personen handeln. Laut dem Volksschulamt geht es aber lediglich um eine mittlere zweistellige Zahl von Betroffenen. Es bedauert die Verzögerung und arbeite daran, den Rückstand rasch aufzuarbeiten. Spätestens mit dem September-Lohn sollen alle ihr Gehalt für den August erhalten. Rückmeldungen sind im Volksschulamt bis anhin keine eingegangen, Zahltag ist aber auch erst am 25. August.

Der «goldene Fallschirm» soll bald nur noch für Stadträte gelten

ak.

Behördenmitglieder in der Stadt Zürich erhielten bisher sehr hohe Abfindungen, wenn sie freiwillig oder unfreiwillig aus ihrem Amt schieden – in der Höhe von bis zu 4,8 Jahreslöhnen. Nachdem ein SP-Schulpräsident eine solche Abfindung beanspruchte, obwohl er längst einen neuen Job hatte, kam es zur heftigen öffentlichen Diskussion.

Der Gemeinderat strich anschliessend die Abfindungen stark zusammen (auf maximal 1,8 Jahreslöhne). Zudem wollte er, dass Löhne von neuen Anstellungen von der Entschädigung abgezogen werden. Und mit einer Motion verlangte er zusätzlich die Beschränkung des «goldenen Fallschirms» auf die Mitglieder des Stadtrats. Damit kam der Gemeinderat den Forderungen einer SVP-Initiative zum gleichen Thema sehr nahe. Der einzige Unterschied war noch, dass die Initiative ein Maximum in der Höhe eines Jahreslohns definiert.

Der Zürcher Stadtrat teilt nun mit, dass die Initiative gültig ist, dass er sie aber wegen der starren Regelung von maximal einem Jahreslohn ablehnt. Er präsentiert als Gegenvorschlag die Variante, wie sie in der Motion aus dem Gemeinderat vorgesehen ist (Beschränkung auf Mitglieder des Stadtrats). Die Senkung der Ansätze tritt dagegen schon am 1. September in Kraft. Zudem sind neu Ombudsmann und Datenschutzbeauftragter nicht mehr auf der Liste der Entschädigungs-Empfänger aufgeführt.

Zwei Millionen Eintritte in den Sommerbädern

clr. Die hohen Temperaturen locken in diesem Sommer viele Gäste in die Stadtzürcher Badis. Bis am Dienstag (23. 8.) wurden 2 009 299 Eintritte gezählt. Es ist erst das zweite Mal, dass die 2-Millionen-Marke in Zürich geknackt wurde. Noch könnte es gar ein Rekordsommer geben, denn alle Sommerbäder sind noch bis mindestens am 18. September offen, die Bäder Seebach und Utoquai sogar bis am 30. Oktober.

Bisher am meisten Eintritte wurden 2018 verzeichnet. Damals wurden 2 276 849 Eintritte gelöst. Während der Badesaison 2022 wurde zwar der millionste Eintritt besonders früh erreicht – fünf Tage früher als 2018. Die 2-Millionen-Grenze jedoch drei Tage später als im Rekordjahr. Das beliebteste Sommerbad ist das Strandbad Mythenquai (250 000 Eintritte), es folgen das Strandbad Tiefenbrunnen (234 000) und das Freibad Letzigraben (186 000).

50-Stunden-Sperrung der Hardbrücke abgeblasen

dho. Unter dem Titel «50 Stunden Ruhe» wollte die IG Westtangente Plus während satten 50 Stunden die Hardbrücke und die Rosengartenstrasse für den Autoverkehr sperren. Die Verkehrsschlagader mit täglich 50 000 Fahrzeugen sollte zum Erliegen kommen.

Anlass war das 50-Jahr-Jubiläum der Westtangente. 1972 wurde das Strassenprovisorium, welches das Quartier Wipkingen in zwei Hälften teilte, in Betrieb genommen. Stattfinden sollte die Sperrung am Wochenende vom 23. bis zum 25. September. Eine Bewilligung hatten die Organisatoren um die IG Westtangente Plus aber nie. Deshalb kommt es auch nicht überraschend, dass die angekündigte Aktion nun nicht stattfinden kann.

Wie die IG Westtangente Plus am Freitag (19. 8.) mitteilt, hat die Kantonspolizei keine Bewilligung erteilt. Die «50 Stunden Ruhe» werden auf 2023 verschoben. Zudem warte man noch das Eintreffen einer rekursfähigen Verfügung ab, um auf dem Rechtsweg gegen die Bewilligungsverweigerung für das bereits im November 2021 eingereichte Gesuch vorzugehen, schreiben die Organisatoren in einer Mitteilung.

Hier geht es zu unserem ausführlichen Bericht.

Die Strecke von Hardplatz bis Bucheggplatz sollte gesperrt werden

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Jugendliche bei sexuellen Handlungen gefilmt

dho. Die gute Nachricht zuerst: Zum zweiten Mal in Folge wurden im Kanton Zürich weniger Minderjährige wegen Pornografie und Gewaltdarstellungen verzeigt. Dabei geht es in erster Linie um die Weiterverbreitung von Inhalten.

Der positiven Entwicklung zum Trotz äussert die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich auch Bedenken. Fälle, in denen sich Jugendliche bei sexuellen Handlungen filmen, haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, teilt die Oberjugendanwaltschaft am Donnerstag (18. 8.) mit.

Seien es früher primär Mädchen gewesen, die meist auf Nachfrage von sich pornografisches Material erstellt haben, seien es mittlerweile in drei von vier Fällen Jungen. Mit durchschnittlich 13,9 Jahren sind die Jugendlichen auffallend jung. Dementsprechend sorglos ist laut der Oberjugendanwaltschaft ihr Umgang mit dem Smartphone. Allfällige Konsequenzen werden meist ausgeblendet.

Der leichtsinnige Umgang mit eigenen intimen Fotos und Videos sei nicht zuletzt ein Indiz dafür, dass trotz sinkenden Fallzahlen weiterhin viele Jugendliche mit pornografischen Erzeugnissen in Kontakt kommen, heisst es in der Mitteilung. Dabei zeigt sich, dass einerseits manche Videos seit Jahren im Umlauf sind. Andererseits verbreitet sich neues Material rasend schnell.

Die Oberjugendanwaltschaft hat sich noch weitere Straftaten von Jugendlichen angeschaut. Interessant ist hier die Entwicklung bei den Ehrverletzungen und Drohungen sowie Nötigungen. Hier nehmen die Fallzahlen im digitalen Raum kontinuierlich ab. Zugleich haben die verbalen Ehrverletzungen und Drohungen von Angesicht zu Angesicht zugenommen.

Der Kanton Zürich sucht nach Betreuungsplätzen in Pflegefamilien

ran. Der Kanton Zürich hat eine Kampagne gestartet, um den Bedarf nach Betreuungsplätzen in Pflegefamilien zu decken. Das teilte er in einem Communiqué mit. Seit Januar 2022 liegt die Verantwortung für das Pflegekinderwesen beim Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB). Dieses sei auf eine «angemessene Zahl von Pflegefamilien» angewiesen, steht in der Medienmitteilung. Nun werde ein Pool an Pflegefamilien aufgebaut.

Derzeit gibt es nach Angaben des Kantons 600 Pflegefamilien und 750 Pflegeverhältnisse. Doch es brauche zusätzliche Plätze für die Kinder. Gross sei die Nachfrage nach Entlastungsplätzen, also Familien, welche die Betreuung für eine gewisse Zeit übernehmen, etwa an bestimmten Tagen, Wochenenden oder in den Ferien.

Alle Familienformen kämen dafür infrage, auch Alleinstehende. «Was zählt, ist die Fähigkeit, sich um ein Kind zu kümmern und es in seiner Entwicklung zu begleiten», schreibt der Kanton. Für Interessierte sei eine Website aufgesetzt worden.

Hightech-Sensoren der ETH sollen zeigen, wie auf dem Münster- und dem Vulkanplatz gesessen wird

sgi. Wer auf zwei Zürcher Plätzen zu Mittag isst, einen Kaffee trinkt oder einfach sitzend etwas die Zeit verstreichen lässt, wird künftig von Sensoren genauestens beobachtet.

Von der ETH entwickelt und an Stühlen angebracht, sollen die Sensoren eine simple, aber bis anhin offene Frage beantworten: Wie sitzt Zürich? Die kleinen weissen Gerätchen, die das untersuchen sollen, wurden eigens dafür entwickelt. Sie messen, wie lange und wie oft auf einem Stuhl gesessen wird, aber auch wie laut, warm und regnerisch es gerade ist.

Diese Daten sollen der Stadt Zürich dabei helfen, die Gestaltung und den Bau von Plätzen besser zu planen, wie das Tiefbauamt am Montag (8. 8.) in einer Medienmitteilung schreibt. Zu anderen Aspekten der öffentlichen Raumnutzung – etwa dem Veloverkehr – verfüge die Stadt über viele Daten. Nun wird also auch das Verhalten der Platzsitzer und -flaneurinnen unter die Lupe genommen.

Das Pilotprojekt findet auf zwei Plätzen statt: dem Münsterplatz in der Altstadt und dem Vulkanplatz in Altstetten. Eine interessante Wahl – schliesslich sind beide Plätze nicht gerade dafür bekannt, dass dort besonders viel gesessen wird.

Immerhin: Wer bei den neuen Sensoren Datenschutzbedenken hat, muss sich laut der Stadt keine Sorgen machen. Daten zur Identität der Sitzenden können keine erhoben werden. Weniger Freude könnten dafür Stuhldiebe haben, die sich auf einem der Plätze eine günstige neue Sitzgelegenheit beschaffen wollen. Auch der Standort der Stühle wird nämlich mithilfe der Sensoren überwacht.

Über 11 000 offene Stellen im Kanton: Zwei Branchen suchen besonders viel Personal

Das Gastgewerbe ist eine der Branchen im Kanton Zürich, die besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen sind.

Das Gastgewerbe ist eine der Branchen im Kanton Zürich, die besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen sind.

Adrian Baer / NZZ

zge. Die Zahl der Arbeitslosen im Kanton Zürich ist im Juli weiter zurückgegangen. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit zählte per Ende Monat rund 14 500 Arbeitslose, knapp 500 weniger als Ende Juni. Die Arbeitslosenquote verharrt bei 1,7 Prozent, dem tiefsten Wert seit über zwanzig Jahren. Schweizweit liegt die Quote unverändert bei 2,0 Prozent.

In fast allen Branchen ist die Arbeitslosigkeit im Kanton Zürich leicht gesunken. Besonders ausgeprägt war der Rückgang im Baugewerbe, im Gastgewerbe sowie im Verkehrs- und Transportwesen.

Besonders markant ist der Rückgang verglichen mit dem Juli 2021. Damals lag die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich noch bei 2,7 Prozent; das sind über 9000 Personen mehr als jetzt.

Die Arbeitslosenzahlen sind in fast allen Altersgruppen gesunken. Eine Ausnahme bildet die jüngste Gruppe, jene der 15- bis 19-Jährigen. Hier wurden mit rund 470 Personen fast doppelt so viele Arbeitslose gezählt wie im Vormonat.

Laut dem Amt für Wirtschaft und Arbeit handelt es sich um einen saisonalen Effekt. Weil jeweils im Sommer der Schulabschluss und der Übertritt in das Berufsleben erfolgten, führe dies zu einem temporären Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Beim Arbeitsamt sind rund 11 100 offene Stellen gemeldet, nicht ganz 1000 weniger als im Monat davor. Besonders gesucht sind nach wie vor Handwerker und Baufachleute (rund 1800 offene Stellen) sowie Köche und Servicepersonal (rund 1500).

Der Kanton Zürich rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit sehr tief bleiben wird. Die Quote werde aber aufgrund von saisonalen Effekten kaum noch markant weiter sinken. Ausserdem hätten die Unternehmen ihre Erwartungen für den Geschäftsgang und die Beschäftigung etwas zurückgenommen – möglicherweise unter anderem wegen der steigenden Inflation und des Risikos einer Strommangellage im Winter, schreibt das Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Tourismusregion Zürich erholt sich

heu. Die Tourismusregion Zürich hat in den letzten beiden Pandemie-Jahren stark gelitten. Nun hat sie ein gutes erstes Halbjahr 2022 hinter sich. In den ersten sechs Monaten wurden 2,4 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Das entspricht einer Zunahme von 156 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Subregion Zürich verzeichnete gar eine Zunahme von 206 Prozent und die Stadt Zürich ein Plus von 219 Prozent.

Wie Zürich Tourismus mitteilt, sind fast alle Gästesegmente wieder vermehrt in Zürich anzutreffen, und der Städtetourismus zieht stärker als die Bergregion. Im Vergleich mit anderen Schweizer Städten schneide Zürich überproportional gut ab.

Allerdings fehlen nach wie vor die Gäste aus China sowie ein Teil der Geschäftsreisenden. Und die Übernachtungszahlen von vor der Pandemie konnten noch nicht erreicht werden: In der Subregion Zürich fehlt im Vergleich zu 2019 fast ein Viertel der Gäste. Dafür verdoppelte sich die Zahl der Gäste aus der Schweiz.

Auch bei den Gästen aus Deutschland, Grossbritannien, Nordamerika, Südostasien oder den Golfstaaten gebe es hohe Zuwachsraten. Allzu viel Euphorie verbreitet Zürich Tourismus aber nicht: Das Wachstum der Gäste aus Europa bleibe im Hinblick auf die Teuerung und die Parität von Euro und Franken kritisch.

Zeitweise lange Wartezeiten am Flughafen Zürich wegen technischer Probleme

Lange Wartezeiten wegen technischer Probleme: wartende Menschen am Flughafen Zürich.

Lange Wartezeiten wegen technischer Probleme: wartende Menschen am Flughafen Zürich.

Ennio Leanza / Keystone

rew./sgi./ran. Am Donnerstag sind die automatischen Passkontrollen am Flughafen Zürich über Mittag ausgefallen. Die Kantonspolizei Zürich bestätigte auf Anfrage der NZZ eine entsprechende Meldung des Online-Portals «Watson» vom Donnerstag (4. 8.). Demnach stauten sich bei der Passkontrolle die wartenden Passagiere.

Grund für die Störung war ein technischer Defekt. Die Polizei teilte zudem mit, dass nicht sie die Verantwortung für die Störung trage, sondern die Firma, die die automatischen Passkontrollen betreibe. Während der Störung wurden die Ausweise nach Angabe der Kantonspolizei manuell kontrolliert. Laut der Zürcher Kantonspolizei konnte das Problem behoben werden. Um 14 Uhr liefen die Systeme wieder.

Reisende in der Schlange vor der Passkontrolle berichteten in den sozialen Netzwerken von langen Wartezeiten. Im Rest des Flughafens war die Lage am Donnerstagnachmittag allerdings entspannt.

Vor gut einem Monat war am Flughafen Zürich bereits ein anderes System kurzzeitig ausgestiegen. Betroffen waren damals die Check-in-Schalter. Auch bei diesem Vorfall kam es zu langen Schlangen und Wartezeiten.

Grüne wollen Autobahn für Velodemonstration sperren

lkp.

Die Stadtzürcher Grünen, die Gruppierung Velo Mänsche Züri und Pro Velo organisieren am Donnerstag, 22. September, anlässlich des World Car Free Day eine Velodemonstration. So weit, so normal. Ungewöhnlich ist hingegen die geplante Route, die über die Sihlhochstrasse von der Einfahrt beim Sihlhölzli bis zur Brunau führen soll – über die Autobahn also. Die Stadtautobahn soll am frühen Abend zwischen 19 und 20 Uhr für mindestens eine Stunde gesperrt werden, wie die Tamedia-Zeitungen am Donnerstag (4. 8.) berichten.

Das Gesuch beim Bundesamt für Strassen (Astra) hat der grüne Gemeinderat Matthias Probst eingereicht, der zurzeit als höchster Zürcher amtet. Das Astra hat die Hoheit über Autobahnen. In den Tamedia-Zeitungen heisst es vom Amt, es habe den Auftrag, einen sicheren und flüssigen Verkehr auf den Nationalstrassen zu gewährleisten. Die Durchführung von Veloausfahrten stehe nicht im Einklang damit.

Die Autobahneinfahrt befindet sich direkt neben dem Sihlhölzli

Die digitale Baubewilligung wird für die Gemeinden zur Pflicht

sho. Digitale Kommunikation ist längst alltäglich. Mit der Pandemie hat auch die Abwicklung von Transaktionen auf elektronischem Weg, seien es Dokumente oder Geld, privat und geschäftlich weiter Aufschwung erhalten. Der Verkehr mit Behörden und Gerichten hinkt jedoch hinterher.

Teilweise fehlen dafür die rechtlichen Grundlagen. So ist es heute im Kanton Zürich nicht möglich, einen Rekurs, an welcher Stelle auch immer, rechtsgültig auf elektronischem Weg einzureichen. Ebenso müssen die Behörden Anordnungen oder Entscheidungen an Private in Papierform eröffnen.

Abhilfe soll nun eine Änderung des Verwaltungsrechtspflegegesetzes bringen, die der Regierungsrat dem Kantonsrat unterbreitet. Ziel ist es laut der Mitteilung, die Leistungen gegenüber Bevölkerung und Wirtschaft vermehrt vollständig elektronisch zu erbringen und für alle Beteiligten Rechtssicherheit zu schaffen.

Baubewilligungen können bereits heute teilweise über die Plattform eBaugesucheZH elektronisch abgewickelt werden. Ein vollständig digitales Verfahren ist aber ebenfalls aus rechtlichen Gründen noch nicht möglich. So müssen heute noch zwei Papierexemplare des Baudossiers und die von Hand unterschriebene Eingabequittung eingereicht werden. Auch einzelne Arbeitsschritte wie die öffentliche Auflage sind über die Plattform nicht zulässig.

Nun überweist die Regierung dem Parlament eine Änderung des Planungs- und Baugesetzes (PBG), das eine vollständig digitale Abwicklung des Baubewilligungsverfahrens erlaubt. Gleichzeitig wird die bestehende Plattform bis 2024 technisch ausgebaut. Die Neuerung erfordert Anpassungen in einigen Kommunen, die für die Erteilung von Baubewilligungen primär zuständig sind.

Derzeit wenden nämlich erst 41 Kommunen die Anfang 2020 eingeführte Plattform eBaugesucheZH an, 17 weitere planen, es zu tun. Das heisst umgekehrt: Über 100 nutzen sie nicht. Tritt das geänderte PBG in Kraft, sind die Gemeinden verpflichtet, innert dreier Jahre das elektronische Baubewilligungsverfahren einzuführen. Laut dem Beschluss der Regierung müssen sie für die grossformatigen Pläne allenfalls grössere Bildschirme beschaffen. Auch sind künftig baurechtliche Entscheide mit einer elektronischen Signatur zu versehen.

Kaum Annäherung zwischen Swissport und Gewerkschaften

Protestaktion von Angestellten des Flugzeugabfertigers Swissport am letzten Samstag im Flughafen Zürich.

Protestaktion von Angestellten des Flugzeugabfertigers Swissport am letzten Samstag im Flughafen Zürich.

Michael Buholzer / KEYSTONE

sho. Bis Mittwoch erwarteten die Vertreter von drei Personalverbänden eine Antwort von Swissport auf die Forderungen des Bodenpersonals, die sie am Samstag der Unternehmensleitung übergeben haben. Vor vier Tagen hatten die Angestellten in der Flugzeug- und Gepäckabfertigung auf dem Flughafen Zürich gegen ihre Arbeitsbedingungen protestiert. Sie fordern insbesondere, dass die Bestimmungen, welche das Personal während der Pandemie zugunsten der Firma eingegangen war, aufgehoben werden und wieder zum 2019 vereinbarten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zurückgekehrt wird.

Am Mittwoch hat Swissport Zürich auf Anfrage der NZZ mit einer schriftlichen Stellungnahme reagiert. Demnach übersteigen die Gesamtforderungen der Gewerkschaften die Konditionen des GAV 2019 deutlich und seien deshalb nicht finanzierbar. Auch trügen sie den aktuellen Gegebenheiten in der Luftfahrt mit extremen Produktionsspitzen und Unregelmässigkeiten zu wenig Rechnung. Swissport benötige einen GAV, der den Bedürfnissen der Mitarbeitenden, dem Wandel im Luftverkehr und den finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens gleichermassen nachkomme.

Gleichzeitig zeigt sich Swissport jedoch bereit, «gewissen Bestandteilen der Forderungen» nachzukommen, ohne dies näher auszuführen. Diese Fragen seien jedoch im Sinne einer fairen Sozialpartnerschaft am Verhandlungstisch zu diskutieren. Stefan Brülisauer vom VPOD entgegnete darauf, das am Samstag abgegebene Papier enthalte Minimalforderungen, an denen festgehalten werde. Unklar sei, was Swissport mit neuen Gegebenheiten meine. Die Verbände seien bereit, auf gewisse Anpassungen einzugehen und blieben gesprächsbereit. Brülisauer erwartet, dass Swissport das Gespräch mit den Airlines über die Abgeltung ihrer Leistungen sucht, um bessere Bedingungen und einen Teuerungsausgleich bieten zu können.

Das Unternehmen erneuerte das Angebot, die Verhandlungen vor dem vereinbarten Termin Mitte August, sogar unverzüglich, wieder aufzunehmen. Brülisauer verschloss sich dem nicht, wies aber auf Probleme hin, wegen Ferien und Corona eine vollständige Delegation zusammenstellen zu können. Neben dem VPOD vertreten auch der Kaufmännische Verband und SEV-GATA die Interessen des Bodenpersonals in der Luftfahrt.

Peter Spuhler und Silvio Denz werden Hotel-Eigentümer

Der «Florhof» in der Zürcher Altstadt

Der «Florhof» in der Zürcher Altstadt

PD

wej. Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident und CEO von Stadler Rail, steigt ins Hotelgeschäft ein: Zusammen mit Silvio Denz, Verwaltungsratspräsident und Mehrheitsaktionär des Luxusgüterunternehmens Lalique Group, hat er das Zürcher Traditionshotel Florhof gekauft.

Die neuen Eigentümer wollen laut Medienmitteilung vom Mittwoch (27. 7.) das Hotel renovieren, die Anzahl der Zimmer auf 15 reduzieren und ein Restaurant eröffnen. Der historische Gewölbe-Weinkeller bleibe bestehen. Als Hotelmanagerin wurde Tanja Wegmann verpflichtet.

In den vergangenen fast hundert Jahren ist der «Florhof» in Familienbesitz geführt worden. Die Ursprünge des Patrizierhauses, das zwischen der Zürcher Altstadt und dem Universitätsviertel liegt, gehen ins 16. Jahrhundert zurück. Später wurde das Areal für die Seidenproduktion und den Seidenhandel genutzt, seit 1908 ist der Florhof ein Hotel.

Dritter Elefant im Zoo Zürich an Herpesinfektion gestorben

Die Elefantenherde des Zoos hat sich durch das Virus erheblich verkleinert.

Die Elefantenherde des Zoos hat sich durch das Virus erheblich verkleinert.

Ennio Leanza / Keystone

nel. Im Zoo Zürich ist ein weiterer Elefant an dem tödlichen Herpesvirus gestorben, das sich in der Herde ausgebreitet hat. Das teilte der Zoo am Samstag mit. Bei dem verstorbenen Tier handelt es sich um die fünfjährige Elefantenkuh Ruwani. Damit sind alle drei Elefanten, die sich infiziert hatten, verstorben.

Wie der Zoo weiter mitteilte, war Ruwani der dritte und letzte durch das Herpesvirus akut gefährdete Elefant im Alter zwischen zwei und acht Jahren. Ende Juni starb der zweijährige Bulle Umesh, am 11. Juli seine achtjährige Schwester Omysha. Die Krankheit kann schwere innere Blutungen verursachen und binnen weniger Tage zum Tod führen.

Für den Zoo, der sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Asiatische Elefanten beteiligt, ist der Verlust der Tiere ein herber Schlag. Die Herde im Park wurde durch das Virus mittlerweile von acht auf fünf Tiere verkleinert. Die Elefanten gehören zu den Publikumsmagneten im Zoo.

Cyberangriff auf die Stadt Bülach

mdr.

Die Stadt Bülach ist am Sonntag Opfer eines Hackerangriffs geworden. Wie gross der Schaden ist, sei derzeit noch nicht klar, sagt der Stadtschreiber Christian Mühlethaler am Dienstag (19. Juli) auf Anfrage. Die Analyse des Vorfalls sei noch im Gange. Beteiligt sind auch IT-Experten der Kantonspolizei Zürich.

Ob die Angreifer Daten entwendet haben, ist laut Mühlethaler derzeit noch nicht klar. Betroffen vom Vorfall sind das E-Mail-System, das derzeit nicht funktioniert, sowie weitere IT-Infrastruktur für die Mitarbeitenden und Online-Dienste für die Bürgerinnen und Bürger. Das schreibt die Stadtverwaltung in einer Medienmitteilung. Die Stadtverwaltung ist momentan nur telefonisch oder persönlich am Schalter zu erreichen.

Die Umstände des Vorfalls deuten stark auf einen kriminellen Angriff hin. Vermutlich steht eine sogenannte Ransomware-Gruppe hinter dem Ausfall. Dabei dringen Kriminelle in das IT-Netzwerk ihres Opfers ein, entwenden möglichst viele Daten, bevor sie die Systeme verschlüsseln und damit unbrauchbar machen. Für die Entschlüsselung fordern sie ein Lösegeld.

Ob bei der Stadt Bülach eine solche Lösegeldforderung eingegangen ist, will Mühlethaler nicht sagen. Die polizeilichen Ermittlungen seien im Gang. Möglicherweise steht die Kantonspolizei noch in Kontakt mit den Kriminellen, um so mehr Informationen über die Angreifer zu sammeln. Dass eine Gemeinde tatsächlich Lösegeld bezahlt, gilt als unwahrscheinlich. Die Behörden, insbesondere das Nationale Zentrum für Cybersicherheit, raten auch davon ab.

Schweizer Gemeinden werden immer wieder Opfer von Ransomware-Angriffen. Nicht alle sind jedoch von einem Datendiebstahl betroffen. Grosse Schlagzeilen machte letztes Jahr die Gemeinde Rolle, weil sie den Angriff nicht kommuniziert hatte. Der Vorfall wurde erst bekannt, nachdem gestohlene Daten der Verwaltung im Darknet aufgetaucht waren.

Zu einem ebenfalls kriminellen Angriff war es Ende April auf dem Instagram-Kanal von Schutz und Rettung Zürich (SRZ) gekommen, als dort plötzlich seltsame Botschaften erschienen. In mehreren Posts wurden Investitionen in dubiose Kryptowährungen angepriesen – und hohe Gewinne innert kürzester Zeit versprochen. Rasch war klar: Unbekannte hatten den Kanal gekapert und verbreiteten von dort «Fake-Nachrichten».

Nach fast drei Monaten unfreiwilliger Absenz ist Schutz und Rettung kürzlich wieder auf Instagram zurückgekehrt. Unterdessen ist auch klar, wie das geschehen konnte. Die SRZ-Sprecherin Julia Graf sagte auf Anfrage zur NZZ: «Der Zugriff erfolgte mit hoher Wahrscheinlichkeit über eine sehr gut getarnte Phishing-Mail.» Betroffen von dem Angriff war nur der Instagram-Kanal, andere Konten von Schutz und Rettung Zürich in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Youtube blieben verschont.

Nach dem Vorfall reichte Schutz und Rettung Strafanzeige gegen Unbekannt ein. Die Untersuchung ist noch immer im Gang. Um wieder auf das gekaperte Instagram-Konto zugreifen zu können, musste die grösste zivile Rettungsorganisation der Schweiz die Hilfe einer Digitalagentur in Anspruch nehmen. Mit Unterstützung der Agentur habe man Kontakt zum Instagram-Mutterkonzern Meta aufbauen und den Account so wieder reaktivieren können, sagt Graf.

Stadt Zürich führt geschlechtsneutrale WC an Schulen ein

Künftig soll es an Zürcher Schulen auch geschlechtsneutrale Toiletten geben. Das hat der Stadtrat beschlossen.

Künftig soll es an Zürcher Schulen auch geschlechtsneutrale Toiletten geben. Das hat der Stadtrat beschlossen.

Mike Segar / Reuters

gam. Die Stadt Zürich reagiert auf die steigende Zahl von trans Schülerinnen und Schülern. Wie die Tamedia-Zeitungen am Samstag berichteten, müssen sich WC-Anlagen von Zürcher Schulhäusern künftig aufteilen in Toiletten für Mädchen, für Knaben und in genderneutral gestaltete WC. Das gehe aus den neuen städtischen Raumvorgaben hervor, welche der Zürcher Stadtrat diese Woche verabschiedet hat. Zürich ist damit schweizweit die erste Stadt, die genderneutrale Toiletten zum Standard macht.

Künftig soll in Schulhäusern je ein Drittel der Toiletten für eine der drei Kategorien signalisiert werden. Die Standards gelten für Neubauten, in bestehenden Schulhäusern sollen sie aber ebenfalls umgesetzt werden, sofern dies möglich ist.

Der Selecta-Automat des Anstosses verschwindet vom Römerhof

Wird bald abtransportiert: der Selecta-Automat am neu gestalteten Römerhof.

Wird bald abtransportiert: der Selecta-Automat am neu gestalteten Römerhof.

Simon Tanner / NZZ

bai. Selecta-Automaten sind praktisch: Sie stillen den kleinen Hunger oder Durst. Dies auch zu Zeiten, während deren die meisten Läden geschlossen sind. Bei Bedarf spucken sie gar Kondome oder den Schwangerschaftstest Maybe Baby aus.

Meistens werden solche Automaten auf den Perrons von Bahnhöfen oder in Unterführungen platziert. Am neu herausgeputzten Römerhof hingegen sticht der in Rot gehaltene Selbstbedienungskasten enorm heraus und erregt Anstoss.

Zwei Mitglieder des Zürcher Stadtparlaments störten sich an dem Ort, an dem der automatische «Kiosk» aufgestellt worden ist: Da stecke die Stadt viel Geld in die Verschönerung des Römerhofs und versuche, diesen als Begegnungsort zu gestalten. Dann mache sie wieder alles kaputt, indem sie mitten auf dem Platz einen solchen Automaten hinstelle, ärgerte sich Ann-Catherine Nabholz (GLP) und sagte zur NZZ: «Das begreife ich nicht.»

Nabholz und ihr Kollege von der AL, Mischa Schiwow, hatten bereits Anfang Jahr eine Anfrage zum Thema eingereicht. Aus der Antwort des Stadtrats vom März geht hervor, dass der Selecta-Automat bei der Tramhaltestelle auf Wunsch der VBZ aufgestellt worden ist. Mit der übrigen Auskunft sind die beiden Politiker zum grössten Teil nicht einverstanden, weshalb sie jüngst mit einem Postulat nachdoppelten. Darin wird der Stadtrat aufgefordert, zu prüfen, wie der Automat des Anstosses so schnell wie möglich wieder entfernt werden könne.

Quartierbewohner haben über 300 Unterschriften gesammelt und diese laut einem Bericht der Tamedia-Zeitungen am Mittwochnachmittag in Oerlikon, wo der Gemeinderat tagte, dem Stadtrat Michael Baumer übergeben.

Unterdessen, so schreiben die Tamedia-Zeitungen, habe der Wind vonseiten der Stadt in Sachen des umstrittenen Automaten gedreht. Tatsächlich: Die Verkehrsbetriebe Zürich bestätigen dies auf Anfrage der NZZ. Sie nähmen die Vielzahl von negativen Rückmeldungen aus der Bevölkerung zum neuen Selecta-Automaten an der Haltestelle Römerhof ernst. «Wir schliessen daraus, dass das entsprechende Bedürfnis im Quartier geringer ist als angenommen», schreibt Daniela Tobler, Leiterin der Medienstelle. Der Automat wird deshalb im Laufe der nächsten Woche entfernt. Er geht wieder an Selecta zurück. Wo die Firma ihn aufstellen wird, ist ungewiss. Gut möglich, dass ihn die Bevölkerung am neuen Ort mit offeneren Armen empfängt als am Römerhof.

Susanne Brunner und Ueli Bamert verlassen Parteileitung der Stadtzürcher SVP

Susanne Brunner, hier in einer Aufnahme von 2018, als sie für den Zürcher Stadtrat kandidiert hatte.

Susanne Brunner, hier in einer Aufnahme von 2018, als sie für den Zürcher Stadtrat kandidiert hatte.

Christoph Ruckstuhl / NZZ

ela. Gemeinderätin Susanne Brunner und Kantonsrat Ueli Bamert verlassen die Parteileitung der Stadtzürcher SVP. Die beiden Politiker zogen damit die Konsequenzen aus ihrer Nichtwahl ins Parteipräsidium Ende Juni, wie sie auf Anfrage den Tamedia-Zeitungen bestätigten (15. 7.). Brunner und Bamert hatten ein Co-Präsidium angestrebt, um die Nachfolge von Mauro Tuena anzutreten.

Dies aber lehnte die Findungskommission mit den Nationalräten Gregor Rutz und Alfred Heer ab. Stattdessen wurde mit der 28-jährigen Camille Lothe erstmals eine Frau an die Spitze gewählt.

Ueli Bamert.

Ueli Bamert.

Tabea Vogel / PD

Die 50-jährige Brunner und der 43-jährige Bamert hatten sechs Jahre lang in der siebenköpfigen Parteileitung der SVP der Stadt Zürich gesessen und auch ebenso lange als Vizepräsidenten amtiert.

Viel mehr Bettwanzen-Fälle seit 2006

heu. Wer am Morgen mit juckenden Stichen am Körper aufwacht, wurde in der Nacht wohl von Mücken geplagt – oder von Bettwanzen. Hinweise können Blutspuren oder kleine, schwarze Punkte – der Kot der Bettwanzen – sein. Oft reisen sie unbemerkt im Feriengepäck mit nach Hause.

Wie die Stadt Zürich mitteilt, ist die Zahl der gemeldeten Fälle seit 2006 stark angestiegen. Zwischen 1994 und 2005 registrierte die städtische Fachstelle Schädlingsprävention unter 20 Meldungen pro Jahr, 2019 waren es schon 137 Fälle. In den beiden Pandemiejahren sank die Zahl leicht. Da die Zürcherinnen und Zürcher nun wieder mehr reisen, rechnet die Stadt auch mit mehr «importierten» Bettwanzen.

Die Stadt rät Reisenden, die einen Bettwanzenbefall feststellen, die Hotelverantwortlichen zu informieren und sich ein anderes Zimmer geben zu lassen. Um zu verhindern, dass sich die Tierchen im Koffer einnisten, wird empfohlen, das Gepäck möglichst weit vom Bett aufzubewahren und Reissverschlüsse zu schliessen.

Zu Hause soll der Koffer aus einem «verwanzten» Zimmer im Freien ausgepackt und die Wäsche sofort gewaschen werden. «Befallene Textilien kann man entweder bei 60 Grad während 30 Minuten oder zweimal hintereinander bei 40 Grad waschen, im Tumbler bei 45 Grad während 30 Minuten oder im Tiefkühler bei –17 Grad während mehrerer Tage behandeln», heisst es in der Mitteilung. Was nicht in die Maschine kann, soll in mit Klebeband verschlossenen Säcken aufbewahrt werden. Weiter empfiehlt die Stadt, leere Gepäckstücke mit einem Insektizidspray zu besprühen und gut auszulüften.

«Sind die Bettwanzen bereits in der Wohnung, müssen sie durch eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma bekämpft werden», wird Gabi Müller, Leiterin der Fachstelle Schädlingsprävention, zitiert. Bettwanzen sollen keinesfalls selbst mit Insektenspray bekämpft werden. Damit würden Bettwanzen lediglich in der ganzen Wohnung oder sogar im Haus verteilt. Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zürich können sich bei der Fachstelle Schädlingsprävention kostenlos beraten lassen. Die wichtigsten Fragen werden auch online beantwortet.

VBZ setzen ihr geplantes Studentenprojekt aus

Die Trams in Zürich werden wohl so bald nicht von Studierenden gesteuert werden.

Die Trams in Zürich werden wohl so bald nicht von Studierenden gesteuert werden.

Christoph Ruckstuhl / NZZ

nel. Vor wenigen Wochen sind die städtischen Verkehrsbetriebe mit einer ungewöhnlichen Idee in die Schlagzeilen geraten: In einem Inserat kündigten die VBZ an, künftig auch Studierende ans Steuer lassen zu wollen – nach einer verkürzten Ausbildung. Man erhoffte sich davon eine «neue Zielgruppe» und natürlich mehr Tramfahrer und -fahrerinnen.

Doch nun soll das Projekt doch nicht wie geplant in diesem August starten. Die Ausschreibung habe «sowohl bei den VBZ-Mitarbeitenden wie auch bei den Sozialpartnern zahlreiche Frage aufgeworfen», schrieben die VBZ in einer Mitteilung am Donnerstag (14. 7.). Diese wolle man nun zunächst klären. Zu dem Thema habe es ausserdem bereits ein Treffen mit Stadtrat Michael Baumer gegeben.

Unmittelbar nach Veröffentlichung der Ausschreibung hatten die Gewerkschaften den Plan kritisiert. Die Tramchauffeure fürchten, dass ihre Tätigkeit durch das Projekt entwertet werden könnte. Zudem gab es Kritik daran, dass den Studenten mehr Flexibilität zustünde als den fest angestellten Mitarbeitern. Auch Sicherheitsbedenken waren angemeldet worden. Die VBZ kündigten nun an, dass das Projekt dieses Jahr nicht mehr zustande kommen werde.

Züri-Fäscht-Entscheid vertagt

Ob das Züri-Fäscht-Feuerwerk verboten wird, blieb am Mittwoch offen.

Ob das Züri-Fäscht-Feuerwerk verboten wird, blieb am Mittwoch offen.

Annick Ramp / NZZ

mvl.

Das Stadtparlament hätte am Mittwoch (13. 7.) darüber entscheiden sollen, ob das Züri-Fäscht künftig auf seine wichtigsten Attraktionen verzichten muss – die Show der Fliegerstaffeln sowie das Feuerwerk. Dies hatten die Grünen aus Umweltschutzgründen gefordert. Doch auf Antrag der FDP wurde der Entscheid vertagt. Die FDP zweifelt die Zuständigkeit des Stadtparlaments in dieser Frage nämlich an. Es könne natürlich über den Züri-Fäscht-Kredit befinden, aber detaillierte Vorgaben zur Mittelverwendung könne es nicht machen. Dies liege in der Kompetenz des Stadtrats.

Gemeinderat Balz Bürgisser (Grüne) sprach von einer Verzögerungstaktik der FDP. Man sei aber bereit, diese Frage zu prüfen und später über das Geschäft zu beraten. Formale Anpassungen seien für die Grünen denkbar – inhaltlich halte man am Flugshow- und Feuerwerksverbot klar fest. Eine deutliche Mehrheit stimmte für eine Verschiebung.

Die Gleisanlage der Glattalbahn altert unerwartet früh

Verstärkte Korrosion an der Schienenbefestigung festgestellt: das Gleis der Glattalbahn auf einem Viadukt beim Flughafen Zürich.

Verstärkte Korrosion an der Schienenbefestigung festgestellt: das Gleis der Glattalbahn auf einem Viadukt beim Flughafen Zürich.

Karin Hofer / NZZ

sho. Im Rahmen der periodischen Kontrollen der Infrastruktur stellten die Verantwortlichen der Glattalbahn oberflächliche Veränderungen am Gleisoberbau fest. Eine erste summarische Analyse habe noch keine eindeutigen Erkenntnisse geliefert, haben die Verkehrsbetriebe Glatttal (VBG) am Mittwoch (13. 7.) mitgeteilt.

Erste Unregelmässigkeiten wurden im Herbst 2020 registriert. Es handelt sich hauptsächlich um minimale, lokale Einsenkungen unter Belastung und verstärkte Korrosion der Schienenbefestigungen. In den letzten Monaten wurde der Gesamtzustand der Gleise umfassend erhoben. Die gewonnenen Daten deuteten nach der ersten Begutachtung auf eine vorzeitige Alterung der Anlage hin, schreiben die VBG. Sie streichen gleichzeitig hervor, dass der sichere Betrieb der Glattalbahn zu jeder Zeit uneingeschränkt gewährleistet war und ist.

Der Befund kann indes erhebliche finanzielle Folgen haben, falls die ab 2006 schrittweise in Betrieb genommenen Gleise früher als erwartet zu erneuern wären. Er erinnert an Berichte von vor genau zehn Jahren aus der Stadt Zürich, wonach das Cobra-Tram den Verschleiss von Weichen und Gleiskreuzungen erhöht, genauer den sogenannten Flachrillen. Dort fahren Trams stellenweise nicht auf den Laufflächen der Räder, sondern auf dem schmaleren Radkranz. Hier wirkte sich die gegenüber älteren Trams höhere Last pro Rad der Cobras aus.

Auch die Glattalbahn wird mit Cobras betrieben. Der VBG-Sprecher Tino Kunz gibt in dieser Hinsicht auf Anfrage aber Entwarnung: Nach heutigem Stand liege die Ursache nicht bei den Fahrzeugen, sondern an der Gleisinfrastruktur selber. Die Daten werden nun weiter ausgewertet, um bis Ende Jahr daraus notwendige Massnahmen ableiten zu können.

Die meisten Geflüchteten arbeiten in der Gastronomie

heu. In den letzten Wochen hat die Zahl der erteilten Arbeitsbewilligungen für Geflüchtete aus der Ukraine stark zugenommen. Wie die Staatskanzlei mitteilt, haben bereits 1000 Personen mit dem Schutzstatus S eine Bewilligung bekommen. Noch vor einem Monat lag der Stand der erteilten Bewilligungen bei rund 650.

Am meisten Bewilligungen sind in der Gastronomie erteilt worden, nämlich 170. Es folgen die Bereiche Bildung und Unterricht sowie Landwirtschaft, Bau, Gartenbau und Unterhalt mit je rund 120 Bewilligungen. 100 Bewilligungen wurden ausserdem im Banken- und Versicherungswesen ausgestellt. Die restlichen Bewilligungen sind gleichmässig auf die übrigen Branchen verteilt.

Wie der Kanton weiter mitteilt, handelt es sich in den meisten Fällen um normale Angestelltenverhältnisse, ein kleiner Teil der Bewilligungen betrifft Praktika zum Berufseinstieg. Der Einstieg in die Selbständigkeit bleibt die Ausnahme.

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit weist darauf hin, dass bei einem Stellenwechsel eine neue Arbeitsbewilligung benötigt wird. Dadurch würden Geflüchtete vor missbräuchlichen Arbeitsbedingungen geschützt. Die Bewilligungen können online beantragt werden.

Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) sind gegenwärtig rund 250 ukrainische Geflüchtete als Stellensuchende gemeldet. In jedem RAV stehen den Geflüchteten spezialisierte Beratungspersonen zur Verfügung, die Beratung erfolgt auf Deutsch oder Englisch. Bei rund jedem zweiten Fall arbeiten das RAV und die sozialen Dienste der Gemeinden zusammen.

Für die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt durch die RAV sei zentral, dass die Unterbringung und die Grundversorgung sowie die Kinderbetreuung geregelt seien. Ausserdem könnten die Geflüchteten über die sozialen Dienste von den Angeboten der kantonalen Integrationsagenda profitieren, teilt der Kanton mit. Dazu zählen Deutschkurse mit Kinderbetreuung.

Bagatellfälle belasten Zürcher Spitäler

dfr.

In Sorge wendet sich die Zürcher Gesundheitsdirektion an die Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons. Man habe in den Spitälern «eine für diese Jahreszeit ungewöhnlich starke Auslastung der Notfallstationen» festgestellt, schreibt sie in einer Mitteilung. Belastet würden die Stationen vermehrt durch Bagatellfälle beziehungsweise «nicht unmittelbar lebensbedrohliche Notfälle», die auch bestens in der Hausarztpraxis behandelt werden könnten.

Die momentan grosse Beanspruchung sei vor allem wegen der dünnen Personaldecke ein Problem, heisst es weiter. Auch die Spitäler spürten den Fachkräftemangel. Dazu kämen Krankheitsfälle und die «anhaltend hohe Belastung in den vergangenen zweieinhalb Jahren der Pandemie». Bemerkbar seien auch der leichte Anstieg an Covid-Patienten sowie die ferienbedingte Absenz vieler Hausärzte während der Sommermonate.

Wie Christian Schär, Präsident des Verbands der Zürcher Krankenhäuser, sagt, muss wegen der zahlreichen Bagatellfälle in den Notfallstationen zurzeit mit «längeren Wartezeiten» gerechnet werden. Diese Wartezeiten könnten Patientinnen und Patienten verhindern, wenn sie sich bei geringfügigen Problemen an ihre Hausarztpraxis oder an das Ärztefon (0800 33 66 55) wendeten. Die offizielle kantonale Hotline ist kostenlos und rund um die Uhr an allen Tagen im Jahr erreichbar.

Um die Spitalnotfallaufnahme zu entlasten, unterstützt die Gesundheitsdirektion unter Regierungsrätin Natalie Rickli (SVP) die Einführung einer Gebühr für Bagatellfälle. Zurzeit ist ein entsprechender Vorstoss aus dem Kantonsparlament hängig. Noch fehlt zur Umsetzung aber die rechtliche Grundlage auf nationaler Ebene. Der Nationalrat wird voraussichtlich im Herbst über eine parlamentarische Initiative entscheiden, die genau dies vorsieht.

Die Zürcher Gesundheitsdirektion schreibt: «Damit der kantonsrätliche Auftrag umgesetzt werden kann, wäre es wichtig, dass die Bundesversammlung der parlamentarischen Initiative zustimmt.» Erst dann könne eine Gebühr erhoben – und die Notfallstationen auf diese Weise entlastet werden.

Die Dolderbahn soll sich punkto Design dem Dolder Grand annähern

Mit Goldverzierungen: So sollen die neuen Zahnradtriebwagen der Dolderbahn aussehen.

Mit Goldverzierungen: So sollen die neuen Zahnradtriebwagen der Dolderbahn aussehen.

Visualisierung VBZ

bai. Kinder lieben die ruckelige Zahnradbahn, und auch Erwachsene können sich ihrem Charme nicht entziehen. Die Rede ist von der Dolderbahn, die den Römerhof in Zürich Hottingen mit dem Luxushotel Dolder Grand und dem Adlisberg verbindet.

Die Verkehrsbetriebe Zürich haben ein paar Wochen nach den Neuerungen bei der Seilbahn Rigiblick nun auch bei diesem Züglein in Rot angekündigt, ihre alten Fahrzeuge durch neue Zahnradtriebwagen zu ersetzen. Diese sollen, so heisst es in der Medienmitteilung vom Dienstag (12. 7.), ein «modernes und edles Design» erhalten. Die bestehende rote Farbgebung werde mit goldigen Elementen und Motiven des «Dolder Grand» kombiniert.

Die neue Bahn solle künftig allen Fahrgästen mehr Komfort und ein modernes Kundeninformationssystem bieten. Die Inbetriebnahme der Fahrzeuge erfolgt, ähnlich wie beim «Rigiblick», im Zeitraum Dezember 2023 bis Juni 2024.

Die Dolderbahn-Fahrzeuge sind laut VBZ seit bald fünfzig Jahren in Betrieb und am Ende ihrer Einsatzzeit angekommen. Letzten Sommer unterzeichnete die Dolderbahn-Betriebs-AG daher einen Vertrag mit Stadler Rail für die Beschaffung zweier neuer Zahnradtriebwagen. Für deren Aussen- und Innengestaltung zeichnet eine Schweizer Agentur verantwortlich.

Die Passagiere dürften sich auf mehr Reisekomfort freuen, ist zu lesen. Dies dank einer optimierten Federung, welche die Körperschallübertragung von den Fahrwerken deutlich verringere. Ob damit auch etwas von dem ruckeligen Charme der beliebten Dolderbahn verlorengeht, sei dahingestellt.

Der Fahrgastraum verfügt neu über Rollstuhlplätze, und der verkleinerte Spalt zwischen Fahrzeug und Perron dürfte den Ein- und Ausstieg erleichtern. Darüber hinaus werden die Führerkabinen mit gefederten Sitzen ausgestattet.

Der Preis für die beiden neuen Triebwagen inklusive eines Vorrats an Ersatzteilen beträgt laut Communiqué rund 10,5 Millionen Franken. Die Dolderbahn gehört mit der Forchbahn und der Polybahn zu den Privatbahnen, welche von den Verkehrsbetrieben Zürich betrieben werden.

Der neue Fahrgastraum der Dolderbahn wird rollstuhlgängig sein.

Der neue Fahrgastraum der Dolderbahn wird rollstuhlgängig sein.

Visualisierung VBZ

Elefantenkuh erliegt schwerer Herpesvirus-Infektion

Omysha wurde in den letzten Tagen intensiv behandelt.

Omysha wurde in den letzten Tagen intensiv behandelt.

Zoo Zürich

heu. Die achtjährige Elefantenkuh Omysha ist in der Nacht auf Montag im Zoo Zürich an den Folgen ihrer schweren Herpesvirus-Erkrankung gestorben. Letzte Woche waren bei Omysha erhöhte Virenwerte im Blut festgestellt worden, worauf Tierärztinnen und Tierärzte sofort eine intensive Therapie mit antiviralen Medikamenten starteten. Unter anderem erhielt Omysha Transfusionen mit Blutplasma von anderen Elefanten in der Hoffnung, dass so Antikörper auf sie übertragen werden. Wie der Zoo nun mitteilt, hat die Behandlung aber nicht angeschlagen.

Am Montagmorgen konnten Omyshas Schwester Chandra, 20, und ihre Mutter Indi, 36, Abschied nehmen. Nun wird Omysha von Pathologinnen und Pathologen untersucht. Dies soll dazu beitragen, das Elefantenherpesvirus besser zu verstehen und die Behandlung zu optimieren. Ziel ist es, eine Impfung zu entwickeln.

Es wird vermutet, dass viele Elefanten das Virus in sich tragen, die Krankheit in den meisten Fällen aber nicht ausbricht. Gefährdet sind vor allem Tiere bis acht Jahre, weil sie noch nicht genügend Antikörper gebildet haben. Bereits Ende Juni verendete im Zoo Zürich der zweijährige Elefantenbulle Umesh wegen der Folgen einer Herpesvirus-Erkrankung. Im kritischen Alter ist auch die fünfjährige Ruwani, die nun genau beobachtet wird.

Die Elefanten im Zoo Zürich werden regelmässig auf das Virus getestet. Letzte Woche zeigten noch andere Tiere in der Herde erhöhte Virenwerte; weil diese aber im Toleranzbereich lagen, wurde von einer Behandlung abgesehen.

Die Seeüberquerung findet am 13. Juli statt

Eine Rettungsschwimmerin beobachtet die Teilnehmer der Seeüberquerung.

Eine Rettungsschwimmerin beobachtet die Teilnehmer der Seeüberquerung.

Goran Basic / NZZ

bai. Nach zwei Jahren Pandemiepause findet die 32. Stadtzürcher Seeüberquerung definitiv am Mittwoch, 13. Juli, statt. Dies teilt das Organisationskomitee am Montag (11. 7.) mit. Somit startet der Ticketvorverkauf am Montag um 12 Uhr. Vergangene Woche hatte der Breitensportanlass nicht durchgeführt werden können. Als Grund für die Verschiebung wurden die Windprognosen angeführt.

An der Seeüberquerung 2022 können 9000 Schwimmerinnen und Schwimmer teilnehmen. Die 1500 Meter lange Strecke führt vom Strandbad Mythenquai ins gegenüberliegende «Tiefenbrunnen». Alle 50 bis 70 Meter sind Boote mit Rettungsschwimmern postiert. Die Schwimmerinnen und Schwimmer starten in zwölf Gruppen. Der erste Startschuss fällt um 14 Uhr 30.

An der Seeüberquerung mitmachen dürfen Personen ab 12 Jahren, die in der Lage sind, 1500 Meter im See zu schwimmen. Die Seeüberquerung sei eine Veranstaltung für geübte Schwimmer, wird in dem Communiqué betont. Die nummerierte Badekappe müsse vom Start bis ins Ziel getragen werden. Schwimmhilfen, aber auch Flossen, Schwimmsäcke oder Kameras seien aus Sicherheitsgründen verboten, ist weiter zu lesen.

Der Vorverkauf startet am Montag um 12 Uhr. Tickets sind sowohl im Onlineshop wie auch an den Vorverkaufsstellen von Ticketcorner erhältlich. Sie kosten 25 Franken. Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren schwimmen gratis, aber immer in Begleitung einer erwachsenen Person.

Die Nachfrage nach Energieberatung in Zürich nimmt stark zu

Soll mit der Zeit der Vergangenheit angehören: Anlieferung von Heizöl.

Soll mit der Zeit der Vergangenheit angehören: Anlieferung von Heizöl.

Karin Hofer / NZZ

sho. Seit über zehn Jahren bietet die Stadt Zürich Energie-Coaching an. Dabei beraten externe Fachleute Hausbesitzerinnen und -besitzer bei energetischen Sanierungen und besonders beim Umstieg auf eine Heizung mit erneuerbarer Energie. Die wachsende Sorge um den Klimawandel liess die Nachfrage bereits ansteigen, der Ukraine-Krieg und die hochschnellenden Energiepreise tragen nun zu einer weiteren Zunahme bei.

2019 zählte die Stadt laut einer Mitteilung vom Mittwoch (6. 7.) noch 180 Coachings, 2021 bereits 580, und im laufenden Jahr rechnet sie mit 730 Beratungen. Um den Anstieg zu bewältigen, beantragt der Stadtrat beim Gemeinderat nun die Verdoppelung des jährlichen Kredits auf 2 Millionen Franken. Der grösste Teil der Kosten entfällt auf die Honorare der externen Berater.

Neu stehen auch Mittel für Sanierungsmassnahmen selber zur Verfügung. Grundlage ist ein Kredit von 18,7 Millionen Franken, den der Gemeinderat im März bewilligte. Ziel ist hier vor allem die bessere Wärmedämmung der Gebäudehülle, ergänzend zu kantonalen Förderbeiträgen, aber speziell ausgerichtet auf die städtischen Verhältnisse. Finanzielle Unterstützung gibt es für eine deutlich bessere Energieeffizienz gemäss Gebäudeenergieausweis der Kantone. Aber ebenso – was in der Stadt wichtig ist – für die Sanierung von Fenstern und Fassaden an Inventar- und Schutzobjekten.

Die Pilotphase dieses Förderprogramms startet am 1. August und dauert bis Ende 2025. Die Stadt will damit einen Anreiz schaffen, den Ausstoss von Treibhausgasen zu verringern. Die Massnahmen sollen aber sozialverträglich umgesetzt werden. Deshalb sind sie an Bedingungen geknüpft: So darf es als Folge davon nicht zu Leerkündigungen kommen, und bei der Festsetzung des Mietzinses nach einer Sanierung sind die Förderbeiträge zu berücksichtigen.

Etwa die Hälfte der Treibhausgase auf Stadtgebiet stammt aus der Wärmeversorgung der Gebäude. Noch immer werden etwa 70 Prozent der Heizungen mit Öl- oder Gas betrieben. Anfang September tritt das revidierte Energiegesetz des Kantons in Kraft. Ab dann ist ihr Ersatz wieder mit einer Anlage für fossile Energieträger nur noch in Ausnahmefällen zulässig.

Zürich will bei den Kitas ausbauen

Lernen, ohne es zu merken: die dreijährige Sarah bei einer Deutschstunde in ihrer Kita in Zürich Altstetten.

Lernen, ohne es zu merken: die dreijährige Sarah bei einer Deutschstunde in ihrer Kita in Zürich Altstetten.

Christoph Ruckstuhl / NZZ

sgi. Sie sind zentral für die frühkindliche Entwicklung, wichtig für die Chancengleichheit – und für viele Eltern ein ziemlich grosser Posten im Budget: die Kindertagesstätten (Kitas). Sie will der Kanton Zürich nun mit einem Gesetzespaket fördern, das er am Dienstag vorgestellt hat.

Der Regierungsrat will die Zürcher Gemeinden dazu verpflichten, 35 Prozent der Kosten für die Kita-Betreuung zu bezahlen, wovon der Kanton wiederum ein Drittel übernehmen würde. Je ärmer eine Familie, desto stärker soll sie von den staatlichen Kita-Zuschüssen profitieren. Des Weiteren soll es neu Subventionen für Deutsch- und Integrationsförderung bei Kleinkindern geben. Diverse Gemeinden – darunter die Stadt Zürich – führen bereits solche Frühförderprogramme durch.

Zu dieser Kita-Offensive wurde die Zürcher Regierung vom Kantonsrat verpflichtet, der im vergangenen Jahr drei Motionen zum Thema angenommen hatte, zum Teil mit knapper Mitte-links-Mehrheit. Entsprechend positiv fallen nun die Reaktionen aus diesem Lager auch aus, wenngleich der SP die Förderpläne des Kantons zu wenig weit gehen. Auf nationaler Ebene sammelt die Partei zurzeit Unterschriften für eine Volksinitiative, die eine weitaus stärkere staatliche Beteiligung an den Kita-Kosten vorsieht.

In Zürich beginnt nun die Vernehmlassung zu den Vorschlägen des Regierungsrats. Das Gesetzespaket dürfte wohl allerdings erst nach den nächsten kantonalen Wahlen debattiert und beschlossen werden.

Wie Deutschförderung in Kitas konkret funktioniert, lesen Sie in dieser Reportage.

Parkplätze beim Utoquai verschwinden

Autos auf der Bellerivestrasse: Geht es nach dem Zürcher Stadtrat, soll es immer weniger davon geben.

Autos auf der Bellerivestrasse: Geht es nach dem Zürcher Stadtrat, soll es immer weniger davon geben.

Nathalie Taiana / NZZ

dfr.

Das Seeufer in Zürich wird immer mehr zur autofreien Zone. Nachdem der rot-grüne Stadtrat letztes Jahr aufgezeigt hat, wie er 127 Parkplätze beim Hafen Enge in einen Park umwandeln will, plant er nun auf der gegenüberliegenden Seeseite Ähnliches. Er will die Seeanlage im Gebiet des Restaurants «Frascati» und des Seebads Utoquai verbreitern. 72 Parkplätze auf dem Seefeldquai würden wegfallen.

Die Reduktion der Anzahl Parkplätze entspreche dem städtischen Leitbild Seebecken, in dem «nur ein minimales Angebot an flächenintensiven Parkierungsangeboten» vorgesehen sei. So ist es in einer Stellungnahme des Stadtrats zu lesen, über die die Tamedia-Zeitungen zuerst berichtet haben.

Der Seefeldquai soll zu einem Park werden

Die Verbreiterung auf dem Gebiet zwischen «Frascati» und Feldeggstrasse hatte ursprünglich die SP im Stadtparlament angeregt. Der Ort sei heute «ein Nadelöhr der Seeanlage», an dem sich Menschen mit und ohne Kinderwagen, Velos und Hunde – besonders an schönen Sommerwochenenden – stauten. Dieser Engpass müsse behoben werden. Durch die geplante Änderung würde die Uferpromenade auf eine Breite von rund dreissig Metern anwachsen.

Das Seebecken sei ein wichtiges und sehr beliebtes Naherholungsgebiet für die Bevölkerung, findet auch der Stadtrat. Darum unterstützt er die Forderung. Für die Planung und Realisierung der Neugestaltung rechnet er mit einem Zeitaufwand von sechs bis acht Jahren. Autofahrer versucht der Stadtrat präventiv zu beruhigen: Mit dem Parkhaus Utoquai stehe in der Nähe eine Alternative mit insgesamt 176 Parkplätzen bereit.

Seeüberquerung wird verschoben – wegen der Windprognosen

Mit Badekappen in derselben Farbe bilden die Schwimmerinnen und Schwimmer eine Einheit.

Mit Badekappen in derselben Farbe bilden die Schwimmerinnen und Schwimmer eine Einheit.

Goran Basic / NZZ

bai. Tausende von Zürcherinnen und Zürchern schwimmen jeweils mit Badekappen von einem Ufer des Zürichsees zum andern. Jede und jeder tut das in ihrem und seinem eigenen Stil und mit dem eigenen Tempo. 1500 Meter lang ist die Strecke zwischen dem Strandbad Mythenquai und dem Seebad Tiefenbrunnen. Flankiert werden die Schwimmer von Booten, die ihr Gepäck ans andere Ufer transportieren. Alle 50 bis 75 Meter sind zudem Rettungsschwimmer mit ihren kleinen Schiffen stationiert.

Heuer ist es nun wieder so weit: Erstmals seit 2019 soll die Stadtzürcher Seeüberquerung stattfinden, doch bereits erhält die Durchführung einen kleinen Dämpfer. 2020 war sie wegen des pandemiebedingten Verbots von Grossveranstaltungen abgesagt worden, ein Jahr darauf dann wegen der unsicheren Corona-Situation.

Geplant wäre der Breitensportanlass für den kommenden Mittwoch gewesen. Jetzt wird das Schwimmereignis auf den übernächsten Mittwoch, 13. Juli, gelegt.

Grund seien die Windprognosen für kommenden Mittwoch, schreibt das Organisationskomitee in einer Mitteilung vom Montag (4. 7.). Damit verschiebe sich auch der Vorverkaufsstart auf Montag, 11. Juli, 12 Uhr.

Das Organisationskomitee entscheidet am nächsten Montagmorgen über die definitive Durchführung am 13. Juli. Dies werde via Newsletter, Website, soziale Netzwerke und SMS-Service kommuniziert.

Ob die Seeüberquerung stattfinden könne, hänge von den Luft- und Wassertemperaturen sowie dem Wetter ab, heisst es weiter in dem Communiqué. Die Wassertemperatur in der Seemitte müsse mindestens 21 Grad Celsius betragen.

Mehr Geld für den Schutz von Synagogen und Moscheen

Ein Polizist schützt eine jüdische Schule in Zürich. Aufnahme aus dem Jahr 2015.

Ein Polizist schützt eine jüdische Schule in Zürich. Aufnahme aus dem Jahr 2015.

Nick Soland / Keystone

dfr.

Der Bund spricht mehr Geld für den Schutz und die Sicherheit von besonders gefährdeten Minderheiten – zum Beispiel von Juden und Muslimen. Ab 2023 erhöht er die verfügbaren Finanzhilfen auf insgesamt 2,5 Millionen Franken pro Jahr; bisher waren es bis zu 500 000 Franken. Neu sollen auch laufende Kosten übernommen werden können – zum Beispiel für privates Sicherheitspersonal, das eine Synagoge schützt.

Wie die Sicherheitsdirektion mitteilt, will auch der Kanton Zürich mehr tun. Sie unterstütze die Bestrebungen auf Bundesebene und wolle sich analog dazu an konkreten Sicherheitsprojekten «im baulichen und betrieblichen Bereich» finanziell beteiligen. «Religiöse Minderheiten sollen im Kanton Zürich angstfrei leben können», wird der Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) zitiert. «Wir unterstützen mit Nachdruck ihre entsprechenden Sicherheitsbemühungen.» Gestützt auf die Regelungen der Bundesverordnung hat der Zürcher Regierungsrat dazu eine neue kantonale Verordnung erlassen.

Der Kanton hat seit 2020 bereits 400 000 Franken an elf jüdische Organisationen für Sicherheitsprojekte ausgerichtet; die Städte Zürich und Winterthur haben sich jeweils in gleichem Umfang beteiligt. Angesichts der verschärften Bedrohungslage wolle man künftig auch muslimische Gemeinschaften im Kanton dabei unterstützen, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern.

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) zeigt sich in einer Mitteilung «sehr zufrieden» mit der neuen Regelung. Dass Zürich als grösster Kanton die Stossrichtung des Bundes mittrage und sein Engagement verstärke, sei «wegweisend für andere Kantone». Vor Zürich hatte bereits Bern eine entsprechende Zusage gemacht.

26 gleichgeschlechtliche Paare schliessen am 1. Juli die Ehe

Luca Morreale, links, und Stefano Perfetti wandeln ihre eingetragene Partnerschaft in eine Ehe um am 1. Juli 2022 im Standesamt in Zürich.

Luca Morreale, links, und Stefano Perfetti wandeln ihre eingetragene Partnerschaft in eine Ehe um am 1. Juli 2022 im Standesamt in Zürich.

Ennio Leanza / Keystone

bai.

Im September sagte die Schweiz deutlich Ja zur Ehe für alle. Das klare Votum war und ist ein wichtiges Zeichen für schwule und lesbische Menschen hierzulande. Am Freitag (1. 7.) tritt die Ehe für alle in Kraft. Gleichgeschlechtliche Paare können somit heiraten oder ihre eingetragene Partnerschaft in eine Ehe umwandeln.

So geschieht das auch in Zürich. Auf dem Zivilstandsamt der Stadt heiraten heute 2 gleichgeschlechtliche Paare. 24 Paare lassen ihre eingetragene Partnerschaft zudem in eine Ehe umwandeln.

Insgesamt hat das Zivilstandsamt bisher rund 250 Terminreservationen von gleichgeschlechtlichen Paaren erhalten. Zum grössten Teil sind es Paare in eingetragener Partnerschaft, die diese in eine Ehe umwandeln möchten; etwa 10 Prozent sind neue Heiraten.

Im Namen des Gesamtstadtrats begrüsste Stadtrat André Odermatt die gleichgeschlechtlichen Paare, die in den ersten Julitagen in Zürich die Ehe schliessen. Mit folgenden Worten lässt er sich in der Medienmitteilung der Stadt Zürich zitieren: «Heute macht die Schweiz einen wichtigen Schritt für die rechtliche Gleichstellung von Schwulen, Lesben und Transmenschen. Es ist höchste Zeit, dass es eine Ehe gibt, die für alle gleich ist.»

Grösseres Entsorgungsangebot im Test

heu.

Am 4. Juli startet in der Stadt Zürich der Testbetrieb für einen mobilen Recyclinghof. Damit will die Stadt mehr Entsorgungsangebote schaffen und das Recycling fördern, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag (30. 6.) heisst. Konkret sollen auch grössere Gegenstände im Quartier entsorgt werden können und Tauschtische fester Bestandteil des bedienten Entsorgungsangebots von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) sein. Diese Tauschmöglichkeit sei bereits bei den Entsorgungstrams von ERZ auf grosse Beliebtheit gestossen.

Der mobile Recyclinghof wird in den Quartieren Affoltern, Aussersihl, Leimbach und Witikon getestet und von einer Online-Umfrage begleitet. Es können dieselben Abfallgruppen kostenlos entsorgt werden wie bei den Entsorgungstrams: von Sperrgut und Metall bis hin zu Getränkekartons und Styropor. Zudem ist ein Tauschtisch vorhanden. Nicht erlaubt sind Anlieferungen mit Motorfahrzeugen. Für Transporte werden Handwagen zur Verfügung gestellt, in Leimbach und Aussersihl zudem Lastenfahrräder. Die Termine und Standorte sind auf der Website der Stadt Zürich ersichtlich.

Elefantenbulle Umesh an Virus gestorben

Der Bulle Umesh (Mitte) im Jahr 2020.

Der Bulle Umesh (Mitte) im Jahr 2020.

Zoo Zürich

cov.

Der zweijährige Elefantenbulle Umesh ist am Dienstagabend (28. 6.) an einem Herpesvirus gestorben. Das vermeldet der Zoo Zürich am Mittwoch (29. 6.) in einer Medienmitteilung. Das Virus sei typisch für junge Elefanten. Trotz intensiver, mehrtägiger Behandlung konnte er nicht gerettet werden.

Nach dem Start der Therapie mit antiviralen Medikamenten am Wochenende hätten die Blutwerte von Umesh keine Verbesserung gezeigt und hätten sich weiter verschlechtert. Am Dienstagmorgen seien erste Symptome der gefürchteten Krankheit aufgetreten. Am Abend sei er trotz der andauernden Behandlung plötzlich verstorben.

Der tote Umesh sei am Dienstagabend und in der Nacht bei seiner Familie geblieben. So hätten die beiden Schwestern Omysha (8) und Chandra (20) sowie die Mutter Indi (36) Abschied nehmen können.

Der Zoo Zürich nimmt vom Elefantenbullen Umesh Abschied.

Youtube / Zoo Zürich

Umesh wird nun von den Pathologinnen und Pathologen des Tierspitals untersucht. Diese Untersuchung könne dazu beitragen, das «elephant endotheliotropic herpesvirus» (EEHV) besser zu verstehen und Behandlungsmethoden zu optimieren. Es laufen Forschungsarbeiten, die eine Impfung zum Ziel haben. Das Virus ist unter Elefanten stark verbreitet. Die meisten Tiere kommen mit ihm in Kontakt. Bei Jungtieren bestehe immer die Gefahr einer Ansteckung – in Zoos sowie in der Wildnis.

Die Initianten des Surfparks in Regensdorf kämpfen mit der Gemeinde weiter für ihr Vorhaben

Die geplante Freizeit- und Surfanlage in Regensdorf.

Die geplante Freizeit- und Surfanlage in Regensdorf.

sho.

Ende April erlebten die Pläne für einen Freizeit- und Surfpark in Regensdorf einen herben Rückschlag. Das Baurekursgericht hob einen Beschluss der Gemeindeversammlung vom März 2019 auf. Die Erweiterung der Erholungszone Wisacher sollte die Voraussetzung schaffen für den Bau einer der grössten Surfanlagen in Europa samt einem Freibad.

Gegen die Ausscheidung von 7,7 Hektaren Fläche, davon ein grosser Teil gutes Ackerland, wehrten sich neben Anwohnern auch Landwirte mit Unterstützung des Zürcher Bauernverbandes. Insgesamt seien die Interessen von Regensdorf und jene der privaten Initianten nicht derart gewichtig, dass sie diese Umzonung zu rechtfertigen vermöchten, befanden die Baurichter.

Im Mai gab die Gemeinde Regensdorf bekannt, dass sie den Entscheid an das Verwaltungsgericht weiterziehe. Die kantonale Baudirektion, die über die Genehmigung des regionalen Richtplans in das Verfahren involviert war, verzichtete dagegen.

Nun hat die Projektgesellschaft Waveup Creations AG bekanntgegeben, dass sie sich der Beschwerde der Gemeinde anschliesse. Das erstinstanzliche Urteil des Baurekursgerichts sei «nicht verständlich und nicht nachvollziehbar», schreibt sie in der Mitteilung. Sie sei weiterhin vom Standort Regensdorf für einen Surfpark überzeugt und wisse, dass daran ein öffentliches Interesse bestehe.

Die Corona-Impfung für Reisen in bestimmte Länder kostet jetzt 60 Franken

Wird für einen Aufenthalt im Ausland eine Corona-Impfung verlangt, kostet sie hierzulande in Zukunft 60 Franken.

Wird für einen Aufenthalt im Ausland eine Corona-Impfung verlangt, kostet sie hierzulande in Zukunft 60 Franken.

Jean-Christophe Bott / Keystone

sho.

Für Reisen in die Schweiz braucht es kein Zertifikat, und auch in den meisten anderen Ländern gilt diese Pflicht im Moment nicht mehr. Dennoch kann es für einen Aufenthalt im Ausland in Einzelfällen notwendig sein, dass die Corona-Immunisierung erneuert wird. So verlangen gewisse Länder für die Einreise den Nachweis einer Impfung innerhalb der letzten vier Monate.

Deshalb hat der Bundesrat am 10. Juni beschlossen, den Zugang zu einer Auffrischimpfung auch aus nichtmedizinischen Gründen zu ermöglichen. Weil es sich in diesem Fall um eine freiwillige Auffrischung ausserhalb der Zulassung von Swissmedic und ohne Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheit handelt, müssen Reisende diese Impfung selber bezahlen. Bis anhin waren alle Impfungen gegen Corona kostenlos.

Die Umsetzung dieser Reiseimpfungen ist Sache der Kantone. Am Montag (27. 6.) hat nun die Zürcher Gesundheitsdirektion die Bedingungen bekanntgegeben. In einem kantonalen Impfzentrum kostet eine vierte Impfung demnach 60 Franken. Den gleichen Tarif hat Ende der letzten Woche schon der Kanton St. Gallen festgelegt.

Diese freiwillige, kostenpflichtige Auffrischimpfung wird ab Montag, 4. Juli, im Referenzzentrum am Hirschengraben in Zürich und im Impfzentrum Winterthur angeboten. Zugelassen sind Personen ab 12 Jahren, deren letzte Impfung mindestens vier Monate zurückliegt und die schon vollständig (mit der Grundimmunisierung und dem sogenannten Booster) geimpft sind. Einen Termin kann man ab dem 1. Juli, 12 Uhr, buchen, entweder unter zh.vacme.ch oder über die Impfhotline 0848 33 66 11.

Auch Arztpraxen und Apotheken können eine vierte Impfung anbieten. Das kantonale Amt für Gesundheit hat sich mit den Verbänden der Ärzteschaft und der Apotheker auf den Preis von 60 Franken geeinigt. Die Gesundheitsdirektion schreibt in ihrer Mitteilung jedoch, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne private Anbieter einen höheren Preis verlangten. Deshalb empfiehlt sie impfwilligen Personen, sich zuvor über die Kosten zu informieren.

Von den Behörden ausdrücklich empfohlen ist eine weitere Impfung für bestimmte Risikogruppen, namentlich für Personen mit einem Immundefizit. Diese Auffrischimpfungen bleiben wie übrigens auch die Grundimmunisierung gegen Covid-19 kostenlos.

Treppe und Steg beim Höngger Wehr sollen Ausstieg für «Gummiböötler» sicherer machen

Sich mit dem Boot die Limmat hinuntertreiben zu lassen, ist zu einem nicht ganz ungefährlichen Volkssport geworden.

Sich mit dem Boot die Limmat hinuntertreiben zu lassen, ist zu einem nicht ganz ungefährlichen Volkssport geworden.

Karin Hofer / NZZ

bai. An heissen Sommertagen lassen sich besonders viele «Gummiböötler» die Limmat hinuntertreiben. Diese stauen sich dann beim Höngger Wehr. Dort ist es auch in jüngster Zeit wiederholt zu gefährlichen Situationen gekommen. Dies schreibt das Stadtzürcher Tiefbauamt in einer Mitteilung vom Montag (27. 6.). Seit mehreren Jahren weist die Stadtpolizei Zürich mit Tafeln und Transparenten auf die Gefahren hin. 2021 kam als weitere Massnahme eine optisch abgetrennte Sperrfläche hinzu.

Das Tiefbauamt möchte den Ausstieg mit Gummibooten am Höngger Wehr mittels neuer Stege noch sicherer gestalten. Ausstiege in diesem Gebiet mit Natur- und Grundwasserschutz können allerdings frühestens 2025 umgesetzt werden.

Zur Überbrückung errichtet das Tiefbauamt ab dem 27. Juni zwei temporäre Ausstiege. Es wird eine provisorische Holztreppe auf der linken Flussseite unmittelbar unter der Europabrücke erstellt und der bestehende Steg vor der Rampe am Wehr für den zweiten Ausstieg verlängert. Weiter wird rund 90 Meter nach dem Wehr eine Treppe erstellt für einen sicheren Wiedereinstieg.

Die Bauzeit beträgt rund fünf Wochen. Aus Sicherheitsgründen wird zuerst die Treppe unter der Europabrücke errichtet, der Holzsteg wird dann Anfang Juli gebaut. Hierbei kommt ein Ponton zum Einsatz. Daher ist der Weg zur Rampe beim Wehr versperrt. Ganz zum Schluss wird die Treppe unterhalb des Wehrs ausgeführt.

Während der Bauzeit informiert die Stadtpolizei Zürich vor Ort mit Plakaten und weiteren Hinweisschildern über die Möglichkeiten zum Auswassern von Gummibooten.

Der Zürcher Volkssport birgt Gefahren. Hier finden Sie die wichtigsten Tipps für einen sicheren Bootsausflug.

Weniger Sozialhilfefälle im Jahr 2021 wegen Corona

bai. Die Fallzahlen der Sozialhilfe sowie die kumulierte Sozialhilfequote in der Stadt Zürich sind 2021 im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht gesunken. Dies schreibt das städtische Sozialdepartement in einem Communiqué.

2021 haben demnach in Zürich 19 005 Personen Sozialhilfe bezogen. Die kumulierte Sozialhilfequote für das vergangene Jahr liegt damit bei 4,5 Prozent. Dies stellt einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte dar. Der Grund ist laut dem Sozialdepartement eine tiefere Anzahl neuer Sozialhilfefälle (2021: 3346; 2020: 3823). Die Zahl der abgelösten Fälle ist derweil nur geringfügig gesunken (2021: 3876; 2020: 4024). Der finanzielle Aufwand für die Sozialhilfe ist ebenfalls zurückgegangen, von 331 Millionen Franken im Jahr 2020 auf 321 Millionen Franken.

Zu dieser Entwicklung kam es laut dem Sozialdepartement, weil die Leistungen der Arbeitslosenversicherung während der Pandemie viel länger als üblich ausgerichtet wurden. Auch 2021 befanden sich immer noch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Zudem gab es kaum Aussteuerungen.

Tendenziell rechnet die Stadt mit einem Anstieg der Sozialhilfefälle, sobald die vorgelagerten zusätzlichen Massnahmen der sozialen Sicherung auslaufen.

Verkehrsbetriebe Zürich suchen Studenten als Trampiloten

Die Studenten sollen vorerst nur in Cobra-Trams fahren.

dfr.

Die Verkehrsbetriebe Zürich starten einen aussergewöhnlichen Pilotversuch. Sie haben «den aufregendsten Studijob in der Schweiz» ausgeschrieben; so bewerben sie ihn in einem Stelleninserat, das seit dieser Woche publiziert ist. Die VBZ suchen Studentinnen und Studenten, die nach einer kurzen Ausbildung à 26 Tage bereits als Trampiloten arbeiten können. Die Arbeitszeiten sollen flexibel sein: Auf Wunsch zu einem Pensum von 10 bis 20 Prozent neben dem Studium und für 30 bis 35 Franken pro Stunde.

«So etwas gab es noch nie», schreiben die VBZ in dem Inserat. «Erstmals können Studentinnen und Studenten das Steuer im Tram übernehmen.» Die Kurzausbildung soll vom 2. August bis zum 6. September dauern. Die normale Ausbildung zum Tramchauffeur dauert sonst 43 Tage.

Die Gewerkschaft VPOD wittert denn auch schon Gefahren. Langjährige Mitarbeiter befürchteten, dass mit diesem Pilotprojekt «die Türe für billige Arbeitskräfte und schlechtere Arbeitsbedingungen geöffnet wird», klagt der VPOD gegenüber «20 Minuten». Man habe grosse Bedenken, am Montag wolle man über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die VBZ beteuern, dass bei der Sicherheit keine Abstriche gemacht würden. Die Studenten, die am Projekt teilnehmen, sollen lediglich in Cobra-Trams auf der Linie 12 zwischen Stettbach und Flughafen sowie auf der Linie 10 vom Bahnhofplatz zum Flughafen eingesetzt werden. Eine verkürzte Ausbildungszeit sei unter diesen Bedingungen problemlos möglich.

«Mediterrane Nächte» in Zürich für 141 Restaurants

Flankierende Massnahmen sollen die Auswirkungen der «mediterranen Nächte» etwas mildern.

ak. Die Zahl der Lokale, die sich am Pilotprojekt «mediterrane Nächte» beteiligen, hat sich wegen Rekursen etwas verringert. Die Stadt Zürich hatte 159 Restaurants und Bars erlauben wollen, an sechs Wochenenden während der Sommerferien bis 2 Uhr morgens Gäste zu bedienen. Weil in 18 Fällen Rekurse eingingen, können diese Lokale nun aber nicht teilnehmen. Die Behandlung der Rekurse dauere länger als die drei Wochen bis zum Beginn der Aktion, heisst es in einer Mitteilung des Stadtzürcher Sicherheitsdepartements.

Eigentlich hatte die Stadt die verlängerten Öffnungszeiten versuchsweise schon 2020 einführen wollen. Damals legten aber Rekurse das gesamte Projekt flach. Diesmal wurde eine Verfügung für jedes einzelne Lokal erlassen, so dass nun lediglich jene ausgeschlossen werden, gegen deren Bewilligung rekurriert wurde. Um welche Restaurants es sich konkret handelt, wollte der Sprecher des Sicherheitsdepartements nicht sagen – weil so Rückschlüsse auf die Rekurrenten gezogen werden könnten.

Flankierende Massnahmen sollen die Auswirkungen der «mediterranen Nächte» für Anwohnerinnen und Anwohner etwas mildern. Gastro Zürich und die Bar und Club-Kommission betreiben eine Hotline (076 699 46 40) oder [email protected] Zudem werden Lärmpatrouillen organisiert, die an Ort und Stelle auf Lärmklagen reagieren sollen. Während des Pilotprojekts werden auch Lärmmessungen durchgeführt, die später ausgewertet werden.

194 000 Franken für das Nummernschild ZH 888

scf./R. Sc.

Eine Woche lang lief die Auktion für das Nummernschild ZH 888. Und viele fragten sich: Reicht es für einen Rekord? Am Mittwochabend (22. 6.) um 19 Uhr 18 war Schluss. Die Antwort lautet: Ja, es reicht. Das Kontrollschild wurde für 194 000 Franken verkauft – an einen Bieter namens «Littlebylittle». Wer genau der Käufer ist, bleibt unbekannt. Genauso seine Motive, warum er so viel Geld für ein Stück Blech ausgegeben hat – Geld, für das er sich eigentlich einen neuen, teuren Sportwagen hätte leisten können.

Begehrtes Blech: Nummernschilder mit der Ziffer 8 sind bei Auktionen besonders beliebt.

Jede Woche wird auf dem Auktionsportal des Strassenverkehrsamtes des Kantons Zürich ein Kontrollschild mit dreistelliger oder vierstelliger Nummer zur Versteigerung angeboten. Ganz besondere Nummern wie ZH 888 werden etwa ein oder zwei Mal pro Jahr in die Auktion gegeben (mehr Hintergründe dazu finden Sie hier).

Alle weissen Kontrollschilder unter ZH 1000 kommen über die Auktion zum ersten Mal überhaupt in Verkehr. Wer also eine dreistellige Zürcher Nummer sieht, kann sicher sein, dass der Halter das Schild beim Strassenverkehrsamt ersteigert hat.

Aber warum macht man das überhaupt? Gemäss «Wall Street Journal» weisen Autofahrer mit personalisierten Nummernschildern gewisse Gemeinsamkeiten auf – allerdings keine positiven: Studien haben demnach gezeigt, dass sie aggressiver seien, eher hupten und zu nahe auffahren würden.

Interessant ist, dass vor allem Autonummern mit der Ziffer 8 begehrt sind. Nebst dem beliebtesten Kontrollschild ZH 888 ging auch die Nummer ZH 888 888 für einen guten Preis weg, nämlich für 50 000 Franken. Für ZH 987 war jemand sogar bereit, über 150 000 Franken auszugeben.

Der zweite Ausfall im Zürcher Stadtrat innert Kürze

Die Zürcher Stadtpräsidentin muss sich dringlich an der Schulter operieren lassen.

Die Zürcher Stadtpräsidentin muss sich dringlich an der Schulter operieren lassen.

Arnd Wiegmann / Reuters

jhu.

Ende Juni 2022 wird sich Stadtpräsidentin Corine Mauch einer Operation an der linken Schulter unterziehen. Dies hat der Stadtrat am Mittwoch mitgeteilt. Es handele sich zwar um einen Routineeingriff, dieser dulde aber keinen weiteren Aufschub. Mauch werde voraussichtlich zwei Wochen lang ausfallen und danach ihre Arbeit schrittweise wieder aufnehmen. Bis zu ihrer Rückkehr wird sie von Finanzvorsteher Daniel Leupi vertreten.

Es ist der zweite Ausfall im Zürcher Stadtrat innert weniger Wochen. Wegen eines wiederholten Bandscheibenvorfalls musste Tiefbauvorsteherin Simone Brander Ende Mai notfallmässig operiert werden. Der Eingriff sei erfolgreich verlaufen, teilte der Stadtrat mit. Brander konnte ihre Arbeit wieder aufnehmen, blieb aber vorübergehend im Home-Office und verzichtete auf öffentliche Auftritte.

Anfang 2019 musste Corine Mauch bereits einmal an der Schulter operiert werden. Grund für die Operation war damals ein Sehnenriss an der rechten Schulter. Bei der Operation handelte es sich laut einer Mitteilung des Stadtrats um einen nicht-notfallmässigen Routineeingriff, mit dem jedoch nicht zugewartet werden konnte. Die genaue Ursache der Verletzung war nicht bekannt. Mauch hatte sich wegen anhaltender Schmerzen untersuchen lassen. Wegen des Eingriffs hatte die Stadtpräsidentin sechs Wochen lang pausieren müssen.

Die Corona-Krise belastet den ZVV finanziell

Leere S-Bahn-Züge: Die Corona-Krise schlägt noch stärker als das Vorjahr auf das Jahresergebnis des ZVV.

Leere S-Bahn-Züge: Die Corona-Krise schlägt noch stärker als das Vorjahr auf das Jahresergebnis des ZVV.

Adrian Baer / NZZ

mvl. Die Pandemie war auch 2021 das dominierende Thema beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Im Vergleich zum historischen Tiefpunkt 2020 wurden lediglich 3 Millionen Fahrgäste mehr verzeichnet, und diese Passagierzahlen lagen 2021 immer noch rund 30 Prozent tiefer als vor der Krise im Jahr 2019. Dies schreibt der ZVV in einer Mitteilung zum Jahresbericht am Dienstag (21. 6.).

Die Zürcher S-Bahn verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 0,8 Prozent, bei den Regionalbussen nahm die Nachfrage um 3,4 Prozent zu. In den Städten Zürich und Winterthur blieb die Nachfrage stabil. Insgesamt wurden 469 Millionen Fahrgäste transportiert.

Bei den Erträgen zeigt sich ein ähnliches Bild wie 2020 – doch die buchhalterischen Folgen sind gravierender als damals. Denn 2020 hatten die Verkehrsunternehmen Reserven von fast 60 Millionen Franken aufgelöst und an den ZVV ausbezahlt. Dies im Sinne einer gemeinsamen Bewältigung der aussergewöhnlichen Situation. Dieser Entlastungseffekt entfiel 2021 vollständig. Der Kostendeckungsgrad des ZVV sank 2021 deshalb auf 57 Prozent. Das Defizit stieg 2021 auf 450,4 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte es 389,3 Millionen betragen, 2019 lag es noch bei 320,2 Millionen Franken.

Die Seilbahn Rigiblick in Zürich erhält neue Fahrzeuge

Die Platzverhältnisse sollen bei den neuen Fahrzeugen der Seilbahn Rigiblick besser ausgenutzt werden.

Die Platzverhältnisse sollen bei den neuen Fahrzeugen der Seilbahn Rigiblick besser ausgenutzt werden.

VBZ

bai.

Je höher man fährt, desto eindrücklicher wirkt die Aussicht auf die Stadt, den Zürichsee, den Üetliberg, das Limmattal. Die rasch aufeinanderfolgenden Haltestellen mögen manchen Passagieren als Kuriosum erscheinen. Wenn es auch an sonnigen Wochenenden bisweilen eng wird, so geniesst diese Standseilbahn doch einen festen Platz unter den Attraktionen für lokale Ausflügler und Touristinnen.

Die Rede ist von der Seilbahn Rigiblick. Sie verbindet im Zürcher Quartier Oberstrass die Universitätsstrasse mit der Bergstation Rigiblick auf dem Zürichberg. Die schmalspurige Standseilbahn wird von den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) betrieben und wurde gemäss Passagierzahlen 2021 von 550 000 Fahrgästen genutzt.

Mit einem Alter von über 40 Jahren seien die Bahnkomponenten allerdings am Ende ihrer Lebensdauer angelangt, schreiben die VBZ am Montag in einer Mitteilung. Mit der Zeit hätten sich auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen geändert, die mit dem bestehenden Fahrzeugkonzept nicht mehr zu erfüllen seien, heisst es weiter.

Die VBZ beschaffen deshalb neue Fahrzeuge, die insbesondere den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) entsprechen und eine barrierefreie Nutzung ermöglichen. Dank moderner Bauweise könne die Nutzlast erhöht und der Fahrgastfluss verbessert werden. Zudem dürften die abgerundeten, grösseren, kaum unterbrochenen Scheiben einen noch besseren Panoramablick bieten als das gegenwärtig der Fall ist. Die neue Bahn nimmt voraussichtlich Ende 2023 ihren Betrieb auf.

Die Seilbahn Rigiblick wurde im Jahr 1901 in Betrieb genommen und 1978/79 erneuert. Sie war damit die erste vollautomatische konzessionierte Seilbahn in der Schweiz. 2011 wurden die elektronische Steuerung und der Antrieb ersetzt. Am Wagenkasten und am Fahrwerk wurden gleichzeitig umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen. So konnte die Seilbahn noch über zehn weitere Jahre im Einsatz bleiben.

Wie die Visualisierung zeigt, bieten die neuen Fahrzeuge der Seilbahn Rigiblick noch mehr Panoramablick.

Wie die Visualisierung zeigt, bieten die neuen Fahrzeuge der Seilbahn Rigiblick noch mehr Panoramablick.

VBZ

Hier bekommen Zürcher Senioren Unterstützung bei hohen Temperaturen

Am Wochenende erreicht die erste Hitzewelle Zürich.

Am Wochenende erreicht die erste Hitzewelle Zürich.

Ennio Leanza / Keystone

lkp.

Zürich steht die erste Hitzewelle bevor. Laut «SRF Meteo» sollen die Temperaturen in der Stadt am Samstag und am Sonntag auf 35 Grad steigen. Besonders in urbanen Gegenden bedeutet das eine klimatische Ausnahmesituation. Für ältere Menschen kann eine länger anhaltende Hitzeperiode zu gesundheitlichen Problemen führen, weil sie eine reduzierte Wärmeregulation haben und oftmals zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen. Das Herz-Kreislauf-System wird dadurch beeinträchtigt, was Senioren anfälliger für Hitzestress macht. Kreislaufprobleme, Schwächegefühl, Müdigkeit und Unwohlsein können erste Warnzeichen einer Überhitzung sein.

Das städtische Gesundheits- und Umweltdepartement macht deshalb in einem Communiqué auf die telefonische Hitze-Beratung aufmerksam. Diese wird neu über das Ärztefon (0800 33 66 55) angeboten. Das Angebot ist kostenlos und steht an 365 Tagen, rund um die Uhr, zur Verfügung. Die Helpline hilft bei nicht lebensbedrohlichen medizinischen Notfällen und vermittelt bei Bedarf die passende medizinische Versorgung.

Weiter bietet die Stadt Zürich ihren Seniorinnen und Senioren während Hitzeperioden kostenlose Hausbesuche an. Dabei können Schwierigkeiten im Umgang mit Hitze besprochen und individuelle Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Das Ärztefon nimmt entsprechende Anfragen für Hausbesuche entgegen und leitet diese an die städtische Fachstelle Zürich im Alter weiter.

Wie Sie sich vor Überhitzung schützen und in welchem Sommer besonders viele Personen wegen der Hitze starben, lesen Sie hier.

Viel Unterstützung für Traditionsläden am Hechtplatz

Das Theater am Hechtplatz wird saniert. Nun muss der Stadtrat prüfen, wie die angrenzenden Läden bleiben können.

Das Theater am Hechtplatz wird saniert. Nun muss der Stadtrat prüfen, wie die angrenzenden Läden bleiben können.

Annick Ramp / NZZ

heu. In den Sanierungsplänen der Stadt für das Theater am Hechtplatz ist für die beiden direkt angrenzenden Geschäfte kein Platz mehr. Der Stadtrat muss nun aber prüfen, wie der Souvenirladen und die Weinhandlung trotz Theaterumbau erhalten bleiben können. Am Mittwoch (15. 6.) hat das Stadtparlament einen entsprechenden Vorstoss von Susanne Brunner (SVP) und Sebastian Vogel (FDP) mit klarer Mehrheit überwiesen.

Den beiden Ladenbetreibern war im Frühling die Kündigung per Ende März 2023 ausgesprochen worden. Die gesetzlichen Vorschriften im denkmalgeschützten Theater verlangten einen zweiten Fluchtweg und eine rollstuhlgängige Toilette, hatte die Stadt argumentiert. Bei keiner der geprüften Varianten hätten die Geschäfte erhalten bleiben können. Susanne Brunner hingegen ist überzeugt, dass eine Sanierung möglich sei, ohne die Geschäfte schliessen zu müssen. Allenfalls müsse man die Ladenflächen etwas verkleinern, was aber verkraftbar sei.

Die Inhaber sehen ihre Existenz bedroht, sollten sie den heutigen Standort verlassen müssen. Ein Jahr Kündigungsfrist sei zu kurz, um sich umorientieren zu können. Gaby und Bernhard Kron haben die «Bellevue-Alp» kurz vor Beginn der Corona-Pandemie eröffnet, den Souvenirladen gibt es bereits seit 1962. Auch die Weinhandlung Gentner Weine hat eine lange Geschichte. Sie wurde 1884 gegründet, Inhaber Walter Hüppi führt sie seit 22 Jahren. Nun können die Betreiber auf eine Weiterführung der Geschäfte hoffen.

Die SBB können im Tiefenbrunnen endlich bauen

Das SBB-Projekt «Vuelo» beim Bahnhof Tiefenbrunnen in einer Visualisierung.

Das SBB-Projekt «Vuelo» beim Bahnhof Tiefenbrunnen in einer Visualisierung.

PD

sho.

Die Baubewilligung der Stadt Zürich datiert zurück auf das Jahr 2012. In jenem Jahr präsentierten die SBB Pläne für einen langgezogenen Neubau am Bahnhof Tiefenbrunnen zuäusserst im Zürcher Seefeld. Er ist das Nachfolgeprojekt für den nach dem Namen seines Architekten diffamierten «Hotz-Klotz», der gescheitert war.

Trotz seinem Namen «Vuelo», spanisch für Flug, konnte das neue Bauvorhaben nicht abheben. Im Gegenteil: Nach Einsprachen aus dem Quartier begann eine zehnjährige Odyssee durch die Instanzen. Diese hat nun in Lausanne ein Ende gefunden. Wie die SBB mitteilen, hat das Bundesgericht mit Entscheid vom 10. Mai sämtliche materiell- und verfahrensrechtlichen Beschwerden gegen das Projekt abgewiesen. Die Baubewilligung ist damit rechtskräftig.

Zuletzt wurde mit einer Einzelinitiative eine Gestaltungsplanpflicht gefordert, die der Zürcher Gemeinderat überwies. Gegen diesen Beschluss erhoben die SBB Einsprache, und das Baurekursgericht hob ihn auf. Das Zürcher Verwaltungsgericht kam in zweiter Instanz zum gegenteiligen Schluss. Darüber wird das Bundesgericht in einem separaten Verfahren entscheiden. Laut den SBB stützten die obersten Richter aber die seinerzeit auch vom Stadtrat vertretene Auffassung, dass dessen Ausgang für das Projekt bedeutungslos ist, weil dieses vor Beginn der Diskussion über einen Gestaltungsplan bewilligt wurde.

«Vuelo» besteht aus einem 135 Meter langen Bürogebäude der Zürcher Architekten Spillmann Echsle. Im Erdgeschoss werden Detailhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe einziehen. Mit dem Neubau auf dem rund 6500 Quadratmeter grossen Areal wird der Bahnhofplatz umgestaltet und der Verkehr darauf beruhigt. Baubeginn ist laut den SBB ab Frühling 2024, der Bezug des Gebäudes folgt Mitte 2026.

Vorerst kein Geld vom Bund für die verlängerte Glattalbahn

Die Glattalbahn in Kloten Steinacker als Visualisierung: Bis sie so weit fährt, dauert es womöglich länger.

Die Glattalbahn in Kloten Steinacker als Visualisierung: Bis sie so weit fährt, dauert es womöglich länger.

PD

sho.

Erst im April gab der Bundesrat grünes Licht für die Verlängerung der Glattalbahn in Kloten. Damals erteilte er den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG) mit der sogenannten Infrastrukturkonzession die Zustimmung, die Planung fortzusetzen.

Zwei Monate später folgt nun die kalte Dusche. Bei der Eröffnung der Vernehmlassung für die Agglomerationsprogramme der vierten Generation hat die Landesregierung am Freitag (10. 6.) dieses Projekt auf die Priorität B zurückgestuft. Das bedeutet, dass der Bundesrat es in nächster Zukunft nicht mitfinanzieren will. Dies, obwohl die VBG derzeit das Bauprojekt ausarbeiten, das die Grundlage für die Bewilligung des kantonalen Kredites bilden wird.

Für den Kanton Zürich kommt diese Zurückweisung völlig unerwartet, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der Volkswirtschafts- und der Baudirektion heisst. «Wir sind sehr erstaunt über den Entscheid des Bundesrats und können ihn prima vista nicht nachvollziehen», lässt sich die Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh darin zitieren.

Vorgesehen ist, die Glattalbahn von der heutigen Endstation beim Frachthof des Flughafens durch Kloten hindurch um 3,7 Kilometer bis in das Entwicklungsgebiet Steinacker zu verlängern. Das Projekt umfasst neben der Glattalbahn auch den Bau einer Velohauptverbindung mit separatem Fussweg und dringliche Massnahmen für den Hochwasserschutz.

Das gesamte Projekt wird rund 440 Millionen Franken kosten. Da der Kanton Zürich mit einem Beitrag von 40 Prozent rechnet, fehlen nun 140 Millionen Franken. Zwar wird die Verlängerung der Glattalbahn voraussichtlich im Programm der fünften Generation berücksichtigt. Das aber kann laut der Mitteilung den bis anhin geplanten Baustart 2026 um mindestens zwei Jahre verzögern.

Die Volkswirtschaftsdirektion will sich dafür einsetzen, dass das Projekt doch noch in das aktuelle Programm aufgenommen wird. Insgesamt schlägt der Bundesrat für diverse Verkehrsprojekte im Kanton Zürich Kostenbeiträge von 300 Millionen Franken vor. Am bekanntesten sind der Bau des Trams nach Affoltern und die Veloschnellroute im Limmattal.

Das Aus für neue Öl- und Gasheizungen rückt näher

sho.

Im November 2021 hat das Stimmvolk des Kantons Zürich das geänderte Energiegesetz angenommen. Damit ist der Einbau von Öl- und Gasheizungen in Neubauten nicht mehr erlaubt, was in der Realität kaum mehr vorkommt. Doch auch in bestehenden Gebäuden ist der Ersatz der Heizung am Ende ihrer Lebensdauer neu grundsätzlich nur noch mit nachhaltigen Systemen wie einer Wärmepumpe, über ein Fernwärmenetz und mit einer Holzschnitzel- oder Pelletheizung zulässig.

Jetzt hat der Regierungsrat entschieden, dass das Gesetz und die entsprechende Verordnung am 1. September in Kraft treten werden. Ursprünglich war als Termin Anfang Juli vorgesehen. Doch die Instruktion der Gemeinden, welche die Revision als Bewilligungsinstanz umsetzen müssen, nahm mehr Zeit in Anspruch.

In der Mitteilung (8. 6.) wird darauf hingewiesen, dass für die Einhaltung der neuen Bestimmungen das Datum der Bewilligung massgebend sei, nicht der Zeitpunkt, wann das Gesuch eingereicht wird. Das sei gelebte Praxis, heisst es in der kantonalen Baudirektion. Teilweise hatten Hausbesitzer die Frist seit der Abstimmung genutzt, um eine Öl- oder Gasheizung noch eins zu eins zu ersetzen. Aber mit den deutlich gestiegenen Preisen für Öl und Gas als Folge des Kriegs in der Ukraine ist das weniger vorteilhaft geworden.

Ein weiteres Krisensymptom betrifft das Heizungsgewerbe: Lieferengpässe. Die Regierung erwähnt in ihrem Schreiben denn auch längere Wartefristen für neue Heizsysteme. Deshalb sei ein Ersatz in der momentanen Situation besonders vorausschauend zu planen. Komme es doch zu einem unerwarteten Ausfall einer Heizung, seien auf dem Markt zur Überbrückung mobile Mietheizungen erhältlich.

Ursprünglich wollte die Baudirektion gleichzeitig mit Inkrafttreten des Energiegesetzes auch das Bewilligungsverfahren für die Installation von Wärmepumpen vereinfachen. Sie will so den administrativen Aufwand für die Bauherrschaft vermindern und die Möglichkeiten von Einsprachen einschränken. Diese Änderung tritt voraussichtlich erst Anfang 2023 in Kraft. Grund ist, dass es auf Bundesebene ebenfalls Bestrebungen gibt, das Verfahren in der Lärmschutzverordnung zu straffen.

Auch die Bewilligung für eine Solaranlage soll in Zukunft einfacher erhältlich sein. Für Neubauten gilt nun im Kanton Zürich ohnehin, dass sie einen Teil ihres Strombedarfs selbst erzeugen müssen, in der Regel mit Solarpanels.

Stadt verbietet künftig Bierwerbung an Beizen

dho.

Stadtzürcher Restaurants und Bars dürfen ab dem kommenden Juli kein Bierschild mehr an ihrer Fassade anbringen. Wie die Tamedia-Zeitungen am Dienstag berichten, hat der Stadtrat die Vorschriften für Werbung auf öffentlichem Grund angepasst. Bestehende Bierschilder – wie es sie im Zürcher Kreis 4 viele gibt – müssen aber nicht abgenommen werden. Das Verbot greife nur bei neuen Gesuchen.

Laut den Tamedia-Zeitungen begründet der Stadtrat die Massnahme mit Jugendschutz und Suchtmittelprävention. Ausserdem habe das Anzeigen der Biermarke an Bedeutung verloren. Es gingen nur noch vereinzelte neue Gesuche ein.

Die führende Bierbrauerei der Schweiz, Feldschlösschen, hat der Entscheid überrascht, schliesslich hätten diese Schilder eine traditionelle Bedeutung, weshalb Feldschlösschen den Entscheid nicht positiv bewerte, sagt die Mediensprecherin Gabriela Gerber.

Es gelte deshalb, in Zukunft ein Auge darauf zu werfen, wie sich die Situation entwickle, denn die Entscheidung könnte als Präjudiz für künftige Rechtsprechungen verwenden werden, so Gerber. Auch der Schweizerische Brauereiverband (SBV) ist über den Entscheid erstaunt. Man sei zudem davon überzeugt, dass dieses Verbot präventionspolitisch gar nichts erreiche, sagt der SBV-Direktor Marcel Kreber.

Auf Twitter macht sich bereits am Dienstag ebenfalls Unmut breit. So bezeichnet der FDP-Politiker Përparim Avdili das Verbot als «Schnapsidee». Sandro Frei, Präsident der Jungfreisinnigen des Kantons, fragt sich ebenfalls, ob wegen dieses Verbots die Jugendlichen wirklich weniger Bier trinken würden. Am Mittwoch folgten die politischen Reaktionen: Die FDP-Gemeinderäte Flurin Capaul und Dominique Zygmont reichten am Abend ein Postulat ein, in dem sie die Streichung des Verbotes verlangen. Selbiges taten auch Susanne Brunner und Samuel Balsiger von der SVP.

Neben dem Bierschilder-Verbot weitet die Stadt zudem das Werbeverbot für Tabak und Alkohol aus. Betroffen seien künftig auch «andere Suchtmittel mit vergleichbarem Gefährdungspotenzial», schreiben die Tamedia-Zeitungen. Gemäss dem Amt für Städtebau sind damit vor allem elektronische Zigaretten gemeint.


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